Die konstituierende Sitzung der Brachttaler Gemeindevertretung am 20. April markiert für Bündnis 90/Die Grünen einen laut eigenen Angaben "kraftvollen Auftakt".
Getragen von einem starken Wählervotum, mit klaren ökologischen und sozialen Zielen im Gepäck, startet die Fraktion mit viel Rückenwind in die neue Amtszeit. "Die Grünen gratulieren allen neu gewählten Beigeordneten, insbesondere Herbert Woratschek zu seiner Wahl als Erster Beigeordneter. Während die Grünen in den nächsten 5 Jahren auf Transparenz und Sacharbeit setzen, sorgte der erste Abend im Parlament für eine überraschende Wendung: eine zuvor ausgeschlossene Koalition wurde besiegelt – begleitet von kurzfristigem Chaos im Plenum", heißt es in einer Pressemitteilung.
Kompetenz und Erfahrung für Brachttal
Die Grüne Fraktion in der Gemeindevertretung wird angeführt von der Fraktionsvorsitzenden Christine Gunia und ihrer Stellvertreterin Dr. Anna Leo. Ebenfalls für die Grünen in das kommunale Parlament eingezogen ist der Streitberger Roland Tzschietzschker. Im Gemeindevorstand wird Ursula Kaiser auch in der neuen Legislaturperiode die grünen Inhalte vertreten.
„Wir wünschen allen Vertreterinnen und Vertretern der einzelnen Parteien gutes Gelingen bei ihrer Arbeit und sind stolz darauf, dass die Grünen in der Gemeindevertretung und im Gemeindevorstand mit drei Frauen – in Fraktion und Vorstand – starke Akzente setzen werden“, betont Christine Gunia.
Klare Verhältnisse statt angekündigter Sachpolitik
Trotz der positiven personellen Aufstellung blicken die Grünen kritisch auf die neu entstandenen Mehrheitsverhältnisse. Entgegen der im Vorfeld geäußerten Signale, dass sowohl UWB (ehemals Freie Wähler) als auch SPD eine Koalition ausschließen und stattdessen auf wechselnde Mehrheiten, Unabhängigkeit und rein sachpolitische Zusammenarbeit setzen wollen, habe die konstituierende Sitzung ein gegenteiliges Bild gezeigt: "Durch die Einreichung einer gemeinsamen Wahlliste für den Gemeindevorstand haben UWB und SPD überraschend nun doch eine Koalition gebildet, um sich die Mehrheit im Vorstand zu sichern."
Beschädigte Vertrauensbasis
"In Vorgesprächen zwischen den Fraktionen wurde suggeriert, man wolle die bisherige Brachttaler Tradition der wechselnden, sachbezogenen Mehrheiten fortführen. Das nun eine feste Allianz geschmiedet wurde, ohne dies der Öffentlichkeit oder den anderen Parteien gegenüber offen zu kommunizieren, belastet die Vertrauensbasis zum Start der Legislaturperiode erheblich", so die Brachttaler Grünen abschließend.
Fokus auf die Zukunft
Ungeachtet der neuen Blockbildung hat sich der Grüne Ortsverband am Wochenende getroffen und die Themen für die nächsten Jahre festgezurrt: "Im Zentrum stehen, die konsequente Arbeit an Ökologie- und Umwelthemen, der Fokus auf sozial- sowie gesundheitspolitische Themen, Energie und Mobilität sowie den Ausbau des kulturellen Angebots vor Ort. Wir stehen auch in Zukunft für eine konstruktive Sachpolitik zur Verfügung. Wir werden die Arbeit der neuen Mehrheit kritisch begleiten und stets das Beste für Brachttal im Blick behalten“, so Gunia abschließend. Am Freitag sind die Grünen Brachttal zwischen 10-12 Uhr auf dem Parkplatz der ehemaligen Wächtersbacher Keramik anzutreffen. Bürgerinnen und Bürger können sich über grüne Themen, die parteipolitische Arbeit und die drohende Schließung der Tegut-Filiale informieren.

Von links: Dr. Anna Leo, Roland Tzschietzschker, Christine Gunia und Ursula Kaiser.
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