Ein Könner demonstriert altes Handwerk aus Wächtersbacher Steingutfabrik

Spielberg

Der Museums- und Geschichtsverein Brachttal e.V. bietet am kommenden Öffnungstag, 03. November 2024, allen Keramikfreunden und Interessierten einen ganz besonderen Leckerbissen. 

Harth & Schneider
Stadt Schlüchtern

Gerd Hausen, der letzte Meister der Abteilung Modell- und Formenbau in der Wächtersbacher Steingutfabrik, Schlierbach demonstriert an diesem Sonntag im Brachttal Museum wie aus Gießmasse ein keramisches Gefäß entsteht. Eine museumseigene, alte Vasenform aus der Fesca Zeit dient hierzu als Vorlage. Hautnah können die interessierten BesucherInnen des Spielberger Museums den Entstehungsprozess einer Vase miterleben. Der versierte Keramiker und langjährige Mitarbeiter der ehemaligen Schlierbacher Keramikfabrik wird alle notwendigen Prozessschritte fachkundig durchführen, erläutern und natürlich für sämtliche Fragen rund um die Herstellung von Gefässen gerne zur Verfügung stehen. Die Demonstration des Experten beginnt gegen 15 Uhr.

Gerd Hausen, der zunächst bei der Firma Jasba in Ransbach - Baumbach (Ww) eine Lehre als Kerammodelleur absolviert hatte, studierte das Fach Keramikgestaltung in Höhr Grenzhausen u.a. bei Professor Dieter Crumbiegel. 1980 legte er sein Examen zum Keramikgestalter ab. Seine Abschlussarbeit schrieb er zum Thema "Produkt- und Industriedesign". Prinz Sylvester zu Ysenburg und Büdingen wurde auf ihn aufmerksam und stellte ihn bereits 1981 als Nachfolger von Walter Reuel als Kerammodelleur und Abteilungsleiter für Modell- und Formenbau der Waechtersbacher Keramikfabrik in Schlierbach ein. Zwischen 2005 und 2009 leitete Hausen bis zur Werksschließung auch die Abteilung Ofen- und Brennbetrieb.

Später beschäftigte sich Hausen auch mit der Entwicklung und Produktion von Sonderanfertigungen und Kleinserien und arbeitete als Modell- und Formenbauer bei verschiedenen Firmen (z.B. Firma Formenbau und Prototyping bzw Waechtersbacher Keramik Outlet UG, Firma Scheurich, Kleinheubach oder Firma Weimar Porzellan). In zahlreichen Fort- und Weiterbildungen (z.B. bei Chr. Hoenge, Spanien oder bei Kai Becker Staudt, Ww) erwarb und vervollkommnete Hausen seine Kenntnisse in der Raku - Technik, im Drucken auf Keramik, sowie in der Kapselbrandtechnik. 

Hausen beteiligte sich erfolgreich an zahlreichen Ausstellungen, u.a. auch an der großen Rakuvaria Ausstellung Ed. Knorps in den Niederlanden. Zuletzt arbeitete Hausen für die Firma Hartenfels (Atelier für moderne Formengestaltung) im Westerwald. Gerd Hausen, Jahrgang 1958, lebt mit seiner Frau Heike in einem Haus auf dem Fabrikgelände der ehem. Wächtersbacher Steingutfabrik im Brachttaler Ortsteil Schlierbach. Er entwirft und formt unter seinem Firmennamen "Hausen Keramik" noch immer keramische Sonderanfertigungen. Erreichbar ist der versierte Keramiker auch unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Insbesondere mit seinen in Raku Technik hergestellten, herausragenden Exponaten hat sich Hausen bundesweit einen guten Namen gemacht. Auch zu dieser, sehr eigenwilligen, besonderen Keramiktechnik, die Hausen zur Vollkommenheit weiterentwickelt hat,  wird er  den interessierten BesucherInnen gerne im Brachttal-Museum Auskunft geben. Im Anschluss an die Vorführung können einige Exponate seines Schaffens vor Ort erworben werden.

An diesem Sonntag können auch die Weihnachtsbasteleien der Kinder dort abgegeben werden, die am Wettbewerb zur Ausschmückung des Museums im Advent teilnehmen. Auch wird Fabian Volz seine computeranimierte Fahrt mit der Vogelsberger Südbahn wieder im Dachgeschoss des Museums vorstellen. Alle Eindrücke lassen sich im historischen Ambiente der Museumscafeteria bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen gründlich vertiefen. Im Museumsshop ist das jetzt erschienene, neue Heimatjahrbuch 2025 neben anderer Fachliteratur aus unserer Heimat erhältlich. Auch wird im Museum eine große Auswahl von Keramiken mit dem beliebten Dekor "Wintermärchen" angeboten werden.

Das Brachttal Museum in der Spielberger Schulwaldstraße 10 ist in der Zeit zwischen 14 bis 17 Uhr geöffnet. Fragen beantworten gerne die Vorsitzenden Erich Neidhardt (06053-600067) und Ulrich Berting (0178-8281945). Weitere Infos gibt es auch auf der Homepage des Museums unter www.brachttal-museum.de oder bei facebook unter museumsverein brachttal.

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