Bedürfnisse des Menschen stehen im Mittelpunkt

Bruchköbel
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„Vorsorge für den Lebensabend“ ein interessantes und wichtiges, aber für viele Menschen auch schwieriges Thema.

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Jedoch hatten diese Themen offensichtlich viele Bürger der Stadt angesprochen. Der Saal war bereits eine halbe Stunde vor Beginn gefüllt und die Organisatoren mussten immer mehr Stühle beibringen und den Saal erweitern. Gut 100 Besucher wurden nicht enttäuscht. Es folgten sehr verständliche und engagierte Vorträge, die sich sehr gut ergänzten und verstärkten.

In seiner Begrüßung zitierte der Vorsitzende der Bürgerhilfe Joachim Rechholz Franz Müntefering: „Älterwerden ist ein Prozess, der Chancen, aber auch Beschwernisse mit sich bringen wird. Wichtig ist, sich zu informieren, sich zu engagieren und soziale Kontakte zu pflegen.“ Wertvolle Informationen erhielten die Besucher reichlich. Den Einstieg übernahm Rechtsanwalt Volker Hirsch, der neben Birgit Schier-Ammann bei der Bürgerhilfe Bruchköbel ehrenamtlich die rechtliche Erstbetreuung leistet und dabei schon seit vielen Jahren Mitgliedern Hilfe beim Abschluss von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung leistet. Er zeigte die Bedeutung der beiden Urkunden auf, ihre Gemeinsamkeiten aber auch ihre Unterschiede in der Anwendung und rechtlichen Wirkung. Ein wichtiger Punkt war ihm dabei die praktische Umsetzung, die Formvoraussetzungen und Hinweise für die richtige Abfassung der Dokumente.

Es folgte Claudia Nickel (Pflegestützunkt Main-Kinzig-Kreis), die die Aufgaben und Ziele des Pflegestützpunktes darstellte. Der Stützpunkt ist eine trägerunabhängige und neutrale Beratungsstelle. Im Vorjahr erfolgten über viertausend kostenlose Beratungen. Haus-besuche und Wohnraumberatungen werden im gesamten Kreis durchgeführt. An drei Standorten (Gelnhausen, Hanau, Schlüchtern) ist der Pflegestützpunkt zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Pflegebedürftigkeit und berät somit auch zu Sozialleistungen und Hilfsangeboten.

Die Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst Hanau/MKK wurde von Annette Böhmer präsentiert, die am Beginn ihrer Ausführungen nochmals auf die Bedeutung einer Vorsorgevollmacht – auch für die Begleitung von Menschen in ihrem Tätigkeitsbereich - hinwies. Ganz wichtig für die Begleitung von Menschen sei die Beantwortung der Frage, welche Vorstellungen und

Werte diese Person hat. Ihre Wünsche stehen im Mittelpunkt und an diesen hat sich der ehrenamtliche Hospizbegleiter zu orientieren. Die möglichen Hilfestellungen seien sehr vielfältig und reichen vom Spazierengehen, unterhalten oder vorlesen bis zum „nur da sein und Hand halten“. Auch die Entlastung der Familie sei wichtig, da diese auch Luft/Erholung vom Pflegealltag benötigt. Ziel ist immer, eine gute Lebensqualität bis zum Lebensende zu erreichen. Dann ging es um die letzte Lebensstation, die in einem stationären Hospiz enden könnte. Jeannette Marquardt zitierte hierzu Karl Barth: „Wenn es soweit sein wird mit mir, brauche ich den Engel in dir – bleibe still neben mir in dem Raum – wisch mir Tränen und Schweiß vom Gesicht – spür das Klopfen das schwer in mir dröhnt – wenn es soweit sein wird mit mir, brauche ich den Engel in dir.“ Diese Sätze sprechen das aus, was man den Gästen des Hospizes ermöglichen möchte. Die noch verbleibende Zeit soll von den alltäglichen Dingen freigehalten werden. Und dann folgte noch ein praktischer Tipp: Wer eine entsprechende ärztliche Diagnose erhalten hat, solle sich rechtzeitig informieren und sich frühzeitig in einem Hospiz anmelden, da die Kapazitäten beschränkt sind.

Die Veranstaltung endete mit der Übergabe der Mitgliederspenden vom Sommerfest der Bürgerhilfe zu je 50% an die Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst und dem Hospiz Louise de Marillac und einem herzlichen Dank an alle ReferentInnen. Insgesamt brachte die Veranstaltung den Besuchern viele Anregungen und Anstöße. Das wurde bei der abschließenden Diskussion und den nachfolgenden Einzelgesprächen deutlich.

Foto: Spendenübergabe von links: Volker Hirsch, Annette Böhmer, Jeannette Marquardt, Joachim Rechholz, Claudia Nickel.
Foto: Veranstaltung Vorsorge für den Lebensabend.
Foto: Referentinnen und Referenten der Veranstaltung.

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