Biobauer ruft zum Blick in den Spiegel auf

Bruchköbel
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Den Schlussvortrag der Bruchköbeler Ökumene-Reihe „Klima, Zukunft, Lebensstil“ gestaltete Thomas Stöppler, Bio-Bauer aus Überzeugung, in der katholischen Kirchengemeinde „Erlöser der Welt“.

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Zunächst hatte er den Hof seines Vaters konventionell mit Kunstdünger und Spritzmittel bewirtschaftet, bevor ein Jahr internationale Landwirtschaft in Costa Rica ihn zum Umdenken brachte. Seit 35 Jahren verzichtet er nun auf chemische Zusätze wie auch auf frühere Maximen, zum Beispiel: „Der Acker muss sauber sein.“ Habe man sich einmal daran gewöhnt, statt „Unkraut“ „Beikraut“ zu sagen und verschiedene Pflanzenarten einander ergänzen zu lassen, könne man durchaus gute Erträge erzielen. „Wer immer nur Auto fährt, glaubt ja irgendwann nicht mehr, dass man auch mit dem Fahrrad bis Hanau kommt“, so Stöppler in seinem engagierten Vortrag.

Wichtig war ihm zu betonen, dass er andere Arten von Landwirtschaft nicht schlechtreden wolle. Man müsse und könne sich gegenseitig ergänzen. Es komme allerdings wesentlich darauf an, sein eigenes Verhalten zu reflektieren und nicht alles zu machen, was machbar sei. Hier kam auch das je eigene Verhalten des Konsumenten in den Blick und wurde anschließend zum Gegenstand der Diskussion. Viele Landwirte, so Stöppler, seien in einer Schleife von Automatisierung und Abhängigkeit vom Großhandel gefangen. Wenn die Verbraucher ihrer Marktmacht gezielt nutzten und die Konsummentalität sich verändere, werde auch hier einiges in Bewegung kommen. Dabei gehe es nicht darum, Verzicht zu predigen, sondern um bewussten Genuss mit gutem Gewissen. Das Rezept für Mangold-Lasagne, das er aus dem Stegreif zitierte, ließ  diesen Genuss anschaulich werden. Stöppler, sowohl Mitglied der freien evangelischen Nazarenerkirche als auch bei den Grünen, ist selbst durchaus kein Vegetarier. Aber wer Fleisch essen wolle, solle auch einmal ein Tier selbst geschlachtet haben oder zumindest dabei gewesen sein, meint er. Dann wisse man besser, wovon man rede; die Entfremdung zwischen Konsument und Natur stelle das größte Problem dar. „Eigentlich müsste der Liter Milch drei Euro kosten, egal ob biologisch oder konventionell produziert.“ Erst dies bilde den eigentlichen Aufwand ab, so Stöppler. Er hoffe, dass die Klimadiskussion bei vielen dazu beitrage, bewusster mit den Ressourcen umzugehen.

Moderator Joachim Rechholz dankte Thomas Stöppler mit einem „biologisch korrekten“ Präsentkorb und verwies auf den laufenden Prozess, Bruchköbel als „Fairtrade-Stadt“ anerkennen zu lassen. Auch hierbei seien einige kirchliche Akteure beteiligt. Der Erlös der ökumenischen Vortragsreihe war wie in den Vorjahren für die Arbeit der Telefonseelsorge bestimmt.

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