„Gemeinsam für Nino“: Lebensspender gefunden!

Bruchköbel

Im November 2012 ließen sich 2.300 Menschen im Rahmen der Aktion „Gemeinsam für Nino“ in Bruchköbel als potenzielle Stammzellspender in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufnehmen, um Nino und anderen Patienten zu helfen. Einer davon, der 20-jährige Sören Kauffeld aus Rodenbach, ist als erster Spender aus dieser großartigen Aktion hervorgegangen und konnte inzwischen durch eine Stammzellspende einem Patienten eine zweite Chance auf Leben schenken.

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Kreiswerke Main-Kinzig

typo ninokauffeldSören ist Mitglied bei der Kreisjungendfeuerwehr im Main-Kinzig-Kreis. Natürlich hat er wie viele andere auch von Ninos schwerer Erkrankung erfahren. „Da ich Nino durch die Arbeit bei der Feuerwehr persönlich kenne, war es natürlich selbstverständlich, dass ich dem Aufruf gefolgt bin und mich habe typisieren lassen.“ Nicht gerechnet hat er allerdings damit, dass die DKMS ihn so schnell wieder kontaktieren würde. Als er Anfang Februar erfuhr, dass er für einen erkrankten Patienten als Spender in Frage käme, hatte er gemischte Gefühle: „Einerseits wusste ich überhaupt nicht, was auf mich zukommt, andererseits freute ich mich natürlich sehr, einem Menschen vielleicht das Leben retten zu können.“

Zunächst musste er zu einer intensiven medizinischen Voruntersuchung nach Frankfurt. „Dort wurde ich umfassend aufgeklärt, alle Fragen wurden mir so verständlich beantwortet, dass ich es auch als Laie wirklich verstehen konnte.“ Auf die Entnahme musste er seinen Körper vorbereiten. Fünf Tage lang spritzte seine Mutter ihm ein Medikament, das die Produktion der Stammzellen im Körper anregt und diese in die Blutbahn ausschwemmt. „Ich hatte währenddessen grippeähnliche Symptome; Kopf- Glieder- und Knochenschmerzen“, berichtet der junge Mann und fügt sofort hinzu: „ich würde trotzdem jederzeit sofort wieder spenden. Was sind meine kurzen Leiden schon gegen den Kampf, den ein Leukämiekranker zu bestehen hat?“

Am 30. Mai 2013 war es dann soweit: Begleitet von seinem Bruder spendete Sören in Köln Stammzellen. Während der Entnahme werden diese Zellen aus dem Blut gesammelt. Das Blut fließt dabei von einem Arm aus durch einen sogenannten Zellseparator und über einen zweiten Zugang in den Körper zurück. Im Zellseparator werden die Stammzellen vom restlichen Blut getrennt und für die Transplantation gesammelt. „Während dieser Zeit schauten mein Bruder und ich uns Videos an. Die Krankenschwestern waren supernett und immer sofort zur Stelle. Wäre es nicht nur um Stammzellen gegangen, wäre ich gerne noch etwas länger geblieben. So verwöhnt wird man nur selten“, erinnert Sören sich schmunzelnd. Seine Familie, Freunde und sein Arbeitgeber unterstützten ihn in jeder Hinsicht. „Meine Eltern waren zuerst besorgt, dann erleichtert und jetzt sind sie stolz. Das kann ich auch verstehen. Ich bin im Nachhinein glücklich, dass ich das gemacht habe. Denn für mich ist es wichtig, Leben zu retten – egal ob als Feuerwehrmann oder als Stammzellspender.“ Inzwischen weiß Sören, dass es sich bei seinem Patienten um einen 65-jährigen Mann aus Deutschland handelt. Bis jetzt war er im Lernstress, heute hat er seine Zwischenprüfung zum Kfz-Mechatroniker gemacht. „Und jetzt, wo alles vorbei ist, werde ich versuchen, über die DKMS Kontakt zu meinem Patienten aufnehmen. Das geht vorerst nur über anonymen Briefkontakt. Aber sobald die zweijährige Sperrfrist vorbei ist, möchte ich ihn gerne treffen. Und dann werde wir gemeinsam feiern.“

Besonders freut sich Sören auch, dass es seinem Kollegen Nino aus Bruchköbel wieder „richtig gut“ geht. Er hat die Knochenmarkspende gut angenommen und ist wieder auf dem allerbesten Wege, so engagiert wie früher zu werden.


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