„Die Schüler fit für das Leben machen“

Bruchköbel

Die Frida-Kahlo-Schule in Bruchköbel war Ziel eines Informationsbesuchs des Arbeitskreises Bildung der CDU-Kreistagsfraktion.

Harth & Schneider
Kreiswerke Main-Kinzig

Die Kreistagsabgeordneten wurden begleitet von der örtlichen Bundestagsabgeordneten Dr. Katja Leikert und dem Landtagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion Michael Reul. Empfangen wurde der Arbeitskreis von Schulleiterin Bettina Roeschen.

„Die Frida-Kahlo-Schule konnte im Jahr 2002 mit damals rund 70 Schülerinnen und Schüler den Unterrichtsbetrieb aufnehmen. Bereits im Jahr 2008 wurde ein Erweiterungsbau für weitere sechs Klassen errichtet. Inzwischen besuchen 147 Schülerinnen und Schüler die Schule“, berichtet Schulleiterin Roeschen. Einzugsgebiet der Schule ist der Altkreis Hanau ohne die Stadt Maintal und die südöstlichen Stadtteile von Hanau. Bei allen Schülerinnen und Schüler bestehe ein Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Art und Umfang der Lernbeeinträchtigungen und der kognitiven Einschränkungen unterschieden sich dabei bei den einzelnen Schülerinnen und Schülern sehr stark, wodurch sich eine große Heterogenität in den Jahrgangsklassen ergebe. Etwa ein Drittel der Schülerschaft habe umfassendere Beeinträchtigungen auch in der körperlich motorischen Entwicklung, teilweise mit einhergehenden Sinnesschädigungen, oder es liegen tiefgreifende Entwicklungsstörungen im Bereich des Autismus-Spektrums vor.

Ziel des Unterrichts sei es, die zwischen 6 und 19 Jahre alten Schülerinnen und Schüler „fit für das Leben“ zu machen, und der Erwerb von vielfältigen Handlungskompetenzen, wie Schulleiterin Roeschen betont. Die Inhalte des Unterrichts würden daher an die Kinder und Jugendlichen angepasst. Ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen, das Einkaufen im örtlichen Supermarkt und die Selbstverwaltung der Klassenkasse gehörten immer zum festen Ablauf des Schulalltages, so wie auch eine intensive motorische Förderung, das Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen, Orientierung in der Umwelt und eine umfassende Berufsorientierung. Frau Roeschen berichtete auch über die neue Kooperation mit der benachbarten Haingarten-Grundschule. Dort lernen zwei erste Klassen beider Schulen über weite Teile des Schultags gemeinsam. Die benachbarten Klassenräume ermöglichen aber auch jeder Klasse, mit ihrer Lehrerin eigene Lernziele zu verfolgen. Aber auch für die Begleitung von Schülerinnen und Schülern mit Anspruch im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung im inklusiven Unterricht an Grund- und Gesamtschulen in ihrem Einzugsgebiet ist die Frida-Kahlo-Schule zuständig.

Im Anschluss an die Vorstellung der Schule diskutierte der Arbeitskreis gemeinsam mit der Schulleiterin über die Art und Weise, wie Inklusion an den allgemeinen Schulen umgesetzt werden kann und was dies für die Zukunft der Förderschulen bedeutet. „Inklusion muss immer aus der Perspektive des Kindes gedacht werden. Für manche Kinder ist die Beschulung in einer Förderschule geeignet, andere Kinder sind in einer allgemeinen Schule in inklusivem Unterricht am besten aufgehoben. Wenn unsere bestehenden Förderschulen eng mit allgemeinen Schulen mit einem Schwerpunkt Inklusion zusammenarbeiten, wird für die Kinder am meisten erreicht werden können“, meint der bildungspolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion Markus Jung. Michael Reul ergänzt: „Wir werden nicht zeitnah an allen Schulen bauliche Veränderungen vornehmen können, um sie inklusionsfest zu machen. Umso wichtiger ist daher eine Schwerpunktbildung an einzelnen Standorten, an denen intensiv inklusiv beschult wird.“

Foto (von links): Brunhilde Steul, Dr. Katja Leikert (MdB), Michael Reul (MdL), Bettina Roeschen (Schulleiterin), Marianne Hain, Karlheinz Dziony, Markus Jung (bildungspolitischer Sprecher), Tobias Betz.


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