Ulmen-Fällung in Haagstraße: Unsinnige Aktion gegen Gemeinwohl

Bruchköbel

„Dass die Bruchköbeler Politik noch entscheidungsfähig ist, zeigt sich hier: Der Magistrat beschließt gegen den anhaltenden Widerstand der Grünen, die Ulmen in der Haagstraße ohne Notwendigkeit zu fällen“, stellt die grüne Fraktionsvorsitzende Patricia Bürgstein zynisch fest.

Morgenpost

Seit 2005 kämpften die Bruchköbeler Grünen auf allen politischen Ebenen für den Erhalt der Ulmen in der Haagstraße. Obwohl ein vor ein paar Wochen herbeigezogener Gutachter den kerngesunden Zustand der Bäume attestierte, votierte der Magistrat jetzt für deren Fällung. Grund: Die Hausanschlüsse der Anwohner sind defekt und dadurch wachsen Wurzeln ein. Der grüne Erste Stadtrat Uwe Ringel a.D. hatte während seiner Amtszeit den Anwohnern angeboten, ihnen das Einziehen eines Inliners in ihren defekten Kanal zu bezahlen und die Bäume stehen zu lassen. Diese Lösung sah auch der Gutachter als geeignete Maßnahme an. Ein sehr entgegenkommendes Angebot, sind doch die Anwohner selbst verantwortlich sind für den Erhalt ihrer Hausanschlüsse.

Das Einziehen eines Inliners zum Abdichten der Rohre kostet pro Haus ca. 1.000 Euro, die Fällaktion erfordert nun über 6.000 Euro. Die Baumstümpfe bleiben stehen, denn eine Ersatzpflanzung an der Stelle wird nicht stattfinden – die Stadt hat dafür kein Geld. Dass die Bäume ursächlich für deren Defekt der Hausanschlüsse seien, entspringt Laienwissen. Tatsache ist vielmehr, dass die Wurzel dahin wachsen, wo sie ihre Nahrungsgrundlagen finden. Erst die defekten, offenen Rohre locken die Wurzeln an, ob das nun austretende Feuchte oder, wie vom Gutachter erläutert, Sauerstoff ist.

Aus Sicht der Grünen beweist der Magistrat mit seinem zweiten Beschluss gegen Natur und Umweltschutz erneut eine schwer nachvollziehbare Haltung gegenüber dem Wohlergehen der Mehrheit seiner Bürgerinnen und Bürgern, gegenüber dem Gemeinwohl – zugunsten von Partikularinteressen oder, wie im Fall des 1000-Bäume-Programms, das er aus vordergründigen wirtschaftlichen Interessen unterminiert und gewaltig zusammengestutzt hatte. Dies konnte das Parlament dann aber mit einer klaren Mehrheit wieder korrigieren.

Die Grünen protestieren klar gegen die beauftragten unsinnigen Fällungen der Ulmen in der Haagstraße.


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