Die Lebenswelt alter Menschen kennenzulernen, soziales Engagement zeigen und sich beruflich zu orientieren.
Das sind Ziele von „Lebenszeichen – jung trifft alt“, einem neuen Projektansatzes, den die Heinrich-Böll-Schule Bruchköbel gemeinsam mit der Jugendwerkstatt Hanau, Pilot- Evangelische Fachstelle Jugendberufshilfe und dem Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt Bruchköbel startete.
Interessierte Schülerinnen und Schüler des Jahrganges 9 besuchen an fünf Nachmittagen im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichtes das Seniorenzentrum. Für sie stehen die konkreten Erfahrungen in der Begegnung mit alten Menschen, die Anforderungen im Umgang und das Kennenlernen der beruflichen Anforderungen im Mittelpunkt.
Dabei trafen die jungen Leute gleich am ersten Tag auf ungewöhnliche Hindernisse, denn das Kennenlernen der Einrichtung erfolgte im Rollstuhl. Die Jugendlichen nahmen hier eine für sie ungewöhnliche Perspektive ein und mussten sich auf ihre „Anschieber“ einstellen. Eine ältere Dame nutzte die Gelegenheit und fragte nach, „warum jetzt eigentlich auch Jugendliche im Rollstuhl sitzen“. Damit war der erste Kontakt hergestellt und Sophie, Schülerin der Heinrich-Böll-Schule, beschrieb ihr kurz die Ziele des Unterrichts im AWO Seniorenzentrum.
Die elf Jugendlichen, die am Projekt teilnehmen, erleben somit ganz persönlich, welche Einschränkungen alte Menschen erleben. In verschiedenen Übungen erfahren sie, was es bedeutet, schlechter zu sehen oder Worte „wie durch Watte“ zu hören. Sie erfahren, wie es den Bewohnerinnen und Bewohnern in der Einrichtung geht und wie deren Tagesablauf gestaltet ist. In einem weiteren Baustein setzen sich die Projekt-Teilnehmer mit ihren Einstellungen und Meinungen über das Leben im Alter und der Lebenswelt von alten Menschen auseinander. Sie stellen sich der Aufgabe, eine Begegnungsaktion mit den Bewohnerinnen und Bewohner zu planen und zu organisieren. Neben dem Aspekt, sich einmal für andere zu engagieren, erhalten die Teilnehmenden Informationen über die Altenpflegeberufe und andere Berufe, die in der Einrichtung vorkommen. So können sie ihre Erwartungen an soziale oder medizinisch-therapeutische Berufe mit der Realität vergleichen. Nicht zuletzt kommt durch die Jugendlichen Bewegung und Leben in die Einrichtung und neue Kontakte werden geknüpft.
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