Waldbegehung: Trockenperioden machen den Bäumen zu schaffen

Erlensee
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Zu einer Waldbegehung trafen sich dieser Tage Magistratsmitglieder und Stadtverordnete der Stadt Erlensee mit Revierförster Hans-Holger Rittershauß, um sich über den aktuellen Zustand des Waldes zu informieren.

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Bürgermeister Stefan Erb (SPD) begrüßte dazu rund 16 Teilnehmer/innen auf dem Parkplatz vor dem Gelände am Vogelpark e.V., darunter auch den designierten neuen Leiter des Forstamtes Hanau- Wolfgang Lutz Hofheinz. „Nach den andauernden Trockenperioden in den vergangenen zwei Jahren geht es dem heimischen Wald sehr schlecht – wir sehen den Bäumen beim Sterben zu“, so Erb zur Begrüßung.

Durch die enorme Absenkung des Grundwasserspiegels von rund zwei Metern aufgrund der fehlenden Niederschläge der letzten beiden Jahre bekämen die Bäume auf Dauer nicht mehr genügend Wasser, erklärte Hans-Holger Rittershauß. Junge Bäume könnten damit haushalten, ihre Wurzeln wachsen dem Wasser hinterher aber der ältere Baumbestand sei damit überfordert. Beim Blick nach oben sahen die Teilnehmer der Waldbegehung viele abgestorbene und lichte Äste in den Baumkronen. „Auch wenn jetzt noch ein paar Blätter dranhängen, werden viele Bäume sterben. Sie wissen es nur noch nicht“, so Rittershauß. Bürgermeister Stefan Erb nannte diese 2. Waldbegehung - im Frühjahr wurden bereits die Sturmschäden im Erlenwald begutachtet – dem aktuellen nüchternen Sachlage entsprechend eine „Katastrophen-Begutachtung“.

„Die Bäume sind durch den Wassermangel geschwächt, wodurch sich der ohnehin schon natürlich vorhandene Pilzbefall und auch Borkenkäfer überproportional vermehren könnten. Letztendlich können diese Bäume dann bestenfalls noch als Brennholz verwertet werden“, wie der Revierförster erklärte. Das gestörte Waldklima mache eine klimaresistente Waldumbildung notwendig. „Wir versuchen die Kosten im Rahmen zu halten und schauen dabei auch auf eine gewisse Nachhaltigkeit“, so Rittershauß. Dabei kämen Baumarten wie Douglasie und Lerche aufgrund ihrer Trocken- und Hitzeresistenz sowie ihrer guten Vermarktbarkeit eine besondere Aufmerksamkeit zu

Das von HessenForst bewirtschaftete Kommunalwaldrevier der Stadt Erlensee hat eine Betriebsfläche von 345,9 Hektar. Laut Rittershaus teilt sich der Baumbestand in rund 85 Prozent Laubbäume und 15 Prozent Nadelbäume auf. Bei den Laubbäumen bildet die Eiche mit rund 36 Prozent Anteil die größte Fraktion, gefolgt von der Buche mit 13 Prozent, dann folgt die gemischte Gruppe der sogenannten Edellaubhölzer wie Ahorn oder Esche mit zusammen 25 Prozent, sonstige Laubbäume schlagen mit 12 Prozent zu Buche. Sind absterbende oder kranke Bäume erkannt, werden sie meist gefällt und sofern sie noch nutzbar sind zum Verkauf aufbereitet. Anschließend steht eine Neubepflanzung an, die oftmals sehr aufwendig und teuer ist, denn auch die jungen Bäume brauchen Licht und Platz zum Gedeihen. Ein großes Thema ist die Gewährleistung der Verkehrssicherheit vor herabbrechenden Ästen aus den Kronen geschädigter Bäume, vor allem an Straßen und Waldwegen. Ende Oktober wird man damit fortfahren, wenn die Abbruchgefahr durch bessere Übersicht im Wald geringer sei.

Foto: Revierförster Hans-Holger Rittershauß (l.) erläuterte den interessierten Zuhörern die katastrophale Lage unseres heimischen Waldes. Fotos: Petra Behr

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