GNA-Stiftung fördert Blühstreifen für Insekten

Erlensee
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„Stippvisite auf der Blühfläche in Erlensee. Nachdem 900 Quadratmeter noch vor einigen Wochen in voller Blüte standen, dominieren jetzt Sonnenblumen den Blühaspekt.

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Die Investition hat sich auf jeden Fall gelohnt: Insekten satt!“ So beschrieb die GNA-Stiftung Mensch und Natur im August das Ergebnis ihrer diesjährigen Naturschutzinvestition.

Die Aktion in Kooperation mit einer örtlichen Landwirtin und dem Kreisbauernverband des Main-Kinzig-Kreises ist inzwischen abgeschlossen. Die Blühfläche wurde für ein Jahr angelegt und das Saatgut gemäß den Empfehlungen des Bauernverbandes ausgesucht. Unter den bis zu 15 Pflanzenarten befanden sich überwiegend Kulturarten wie Dill, Fenchel, Koriander, Inkarnatklee, Schwarzkümmel u.v.m. Optisch und farblich dominierten im August die großen, bunten Blüten der Ringelblume und der Sonnenblume, aber auch die des Büschelschöns (Phacelia tanacetifoli), das auch Rainfarn-Phazelie genannt wird. Die einjährige Pflanze, die von Juni bis Oktober blüht, stellt – auch wenn sie nicht heimisch ist - als so genannter Neophyt eine bedeutende Nektar- und Pollenquelle dar. Aufgesucht wird sie vor allem von Hummeln, Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen.

Zusätzlich entdeckte eine von der GNA-Stiftung beauftragte Botanikerin Ackerwildkräuter, die entweder schon als Samen auf der Fläche vorhanden waren oder während der Vegetationsperiode einwanderten. Es dominierten Arten wie die Ackermelde (Chenopodium album), der Schwarze Nachtschatten, der Zurückgebogene Amarant, Echte Kamille, Knöterich, Mohn, Kornblume, Kanadischer Katzenschweif, verschiedene geruchlose Kamillen und Kleearten. „Auch wenn wir hier seltene, heimische Arten vermissen, dürfen wir nicht vergessen, dass die Blühstreifen auf Äckern angelegt werden, um die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu fördern. Da die Flächen auch in den kommenden Jahren als Anbaugebiete genutzt werden sollen, muss bei der Auswahl der Pflanzen vorsichtig vorgegangen werden. Nichts wäre schlimmer, als so genannte Ackerunkräuter, die sich vom Blühstreifen ausbreiten, später zurückdrängen zu müssen“, erläutert Susanne Hufmann, Vorstandsmitglied der Stiftung die Hintergründe.

Bis zum Januar des nächsten Jahres soll die immerhin 900 m² große Blühfläche bestehen bleiben, wenngleich sie für das menschliche Auge nun keinen großen Genuss mehr darstellt. „Aber darum geht es ja auch nicht.“, erläutert die Biologin. „Viel wichtiger ist der Blühstreifen in der ausgeräumten Kulturlandschaft von Erlensee für die Artenvielfalt, die durch Industriegebiet, Logistikcenter sowie weitere Zufahrtsstraßen ohnehin gewaltig unter Druck geraten ist. Denn der „Flächenfraß“ nimmt auch im Main-Kinzig-Kreis immer weiter zu und scheint sich nicht mehr aufhalten zu lassen. Die Natur wird zurückgedrängt, die Biodiversität zerstört – und das leider für immer.“

Die Samen einiger Pflanzen, darunter der Sonnenblume, verschiedener Distelarten und Doldenblütler sind gerade in den kälteren Monaten für die daheimgebliebene Vogelwelt eine wichtige Nahrungsquelle. Außerdem stehen die vertrockneten Stängel über den gesamten Winter auf der Fläche und bieten wertvolle Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten und deren Larven. Zudem sind Blühstreifen Rückzugsorte für Nager und Niederwild.

Die GNA-Stiftung Mensch und Natur wurde 2013 als eine gemeinnützige Treuhandstiftung der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung (GNA e.V.) gegründet und verfolgt in erster Linie Natur- und Artenschutzziele. Die Förderung von Kindern und Jugendlichen durch weitreichende Umweltbildungsangebote ist ebenfalls ein wichtiger Schwerpunkt der Stiftungsarbeit. Mehr Informationen unter https://www.gna-aue.de/stiftung-mensch-natur/. Das Spendenkonto der GNA-Stiftung Mensch und Natur lautet: Raiffeisenbank Rodenbach | IBAN:DE06 5066 3699 0001 0734 00 | BIC: GENODEF1RDB. Zustiftungen und Spenden sind steuerlich abzugsfähig. Die GNA-Stiftung Mensch und Natur ist berechtigt, entsprechende Spendenbescheinigungen auszustellen.

Fotos: Anke Eyrich

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