Oft liegt es nur an der Beseitigung kleinerer Mängel, damit sich Bürgerinnen und Bürger in ihrer Stadt wohler und sicherer fühlen und Besucher einen guten ersten Eindruck mitnehmen.
Aus diesem Grund ist der Präventionsrat gegründet worden, der aber auch ein Baustein war, damit die Stadt in das Programm KOMPASS des Landes Hessen aufgenommen worden ist, stellte Marc Schilling, Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit und Bürgerservice, fest.
Mit dem Programm KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) des Hessischen Innenministeriums soll die Sicherheitsarchitektur in den Kommunen individuell weiterentwickelt werden und es sollen passgenaue Lösungen für Probleme vor Ort entwickelt werden. "Um das Sicherheitssiegel zu bekommen, war es Pflicht, auch einen Präventionsrat zu installieren, der jetzt aus dem Sicherheitsberater für Senioren, Vertretern des Teams Kinder- und Jugendarbeit Erlensee /TKJE), Mitgliedern des Sozialen Bürgervereins, der Sozialarbeiter im Quartier Römerspielplatz, Mitarbeitern des Fachbereichs Familie und Soziales, des Fachbereichs Bauwesen und Stadtservice, des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Bürgerservice, Vertretern der Landespolizei und dem Bürgermeister Stefan Erb (SPD) besteht", betonte Schilling.
Nach der konstituierenden Sitzung Ende März, wo die ersten Themenbereiche abgesteckt wurden, mit denen sich das Gremium befassen will, wurden bereits einige Projekte angestoßen und in der ersten Arbeitssitzung Mitte August weitere Schwerpunkte definiert. Umgesetzt wurde von Mitarbeitern des TKJE in den Ferien eine Verschönerung von bislang wild besprühten Wänden zum Beispiel am Hallenbad und an der Skateranlage im Limespark mit Kunstwerken aus der Spraydose. Auch Privatpersonen wollen sich an der Maßnahme beteiligen und unschöne Wände künstlerisch gestalten lassen, wobei auch ein Mitarbeiter des Bauhofs an anderer Stelle, wie z. B. dem Friedhof in Langendiebach aktiv malerisch tätig war.
Um weiterhin den direkten Draht zu den Bürgern halten zu können soll die "Schutzfrau vor Ort" Julia Koch einmal pro Woche eine Sprechstunde abhalten. Um das Sicherheitsgefühl zu verbessern, sind Gespräche mit dem Energiedienstleister EAM geführt worden, um ungenügend ausgeleuchtete Schulwege in der Stadt ins rechte Licht zu rücken. "Seitdem eine Sicherheitsfirma die umzäunte Schulsportanlage am Limespark in den Abendstunden kontrolliert, haben sich die lärmbezogenen Beschwerden von Anliegern deutlich verringert", freut sich der Fachbereichsleiter.
Im Bereich des Römerspielplatz berichten die Quartiermanager über Probleme mit schnellen E-Scootern. "Das Schild über die Verhaltensregeln am Römerspielplatz liest doch niemand, da brauchen wir uns nichts vormachen", ist Marc Schilling Realist. Deshalb hat die Mitarbeiterin des Ordnungsamts Liana Schneider ein Schild entworfen, auf dem durch Piktogramme dargestellt ist, was auf dem Gelände verboten ist. Dieses Schild soll in den nächsten Tagen aufgestellt werden, "dann können die Quartiermanager im Falle der Nichtbeachtung der Regeln die Jugendlichen gezielter ins Gebet nehmen", kündigte der Fachbereichsleiter an.
Bei einem weiteren Projekt sollen zwei Smartphone-Apps, die "eigentlich auf den Geräten aller Einwohner installiert sein sollten" durch den Präventionsrat bekannter gemacht werden, denn sie seien nicht nur nützlich, sondern könnten in einem Fall eine wichtige Funktion bei Gefahr für Leib und Leben erfüllen, betonte Schilling. Gemeint ist hiermit die App "HessenWarn", die um das Modul "erlenseeINFO" in Kooperation mit dem Polizeipräsidium Südosthessen erweitert worden ist. Mit diesem kostenfreien Modul können gezielt sicherheitsrelevante Informationen nur für das Stadtgebiet Erlensee empfangen werden", erläuterte der Fachbereichsleiter, damit könnten noch schneller Informationen verbreitet werden.
Die zweite App, die der Präventionsrat bekannter machen will, ist "Integreat", die in verschiedenen Sprachen einen Überblick über eine Vielzahl von Dienstleistungen und Angeboten der Stadt beinhaltet. "Diese App", so Liana Schneider, "ist nicht nur für BürgerInnen mit Migrationshintergrund Interessent, sondern auch für Bürger, die sich einen ersten Überblick über gewisse Dienstleistungen und Angebote der Stadt verschaffen wollen. Auch langjährige Erlenseer finden dort noch wichtige Hinweise oder Tipps". Die Mitglieder des Gremiums wollen nun durch verschiedene Medien, aber auch durch persönliche Ansprache, Werbung für die beiden Smartphone-Apps machen, hat der Präventionsrat beschlossen. Er trifft sich im Herbst/Winter zur nächsten Sitzung wieder, um weitere Projekte der Agenda in Angriff zu nehmen. Die Mitglieder sind aber auch für jede Anregung und jeden Hinweis dankbar, die über die E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an das Gremium oder im persönlichen Gespräch herangetragen werden können.
Liana Schneider und Fachbereichsleiter Marc Schilling präsentieren einen Entwurf zum neuen Hinweisschild für den Römerspielplatz in Rückingen.