Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion besuchten gemeinsam mit Landrat Thorsten Stolz (SPD) und Vertreterinnen und Vertretern der SPD-Erlensee die Georg-Büchner-Schule (GBS) in Erlensee, um sich mit der Schulleitung über die im Main-Kinzig-Kreis einmalige konzeptionelle Ausrichtung der Schule auszutauschen.
Schulleiterin Bärbel Nocke-Olliger und ihre Leitungskolleginnen und -kollegen Frederick Schmitt (stellvertretender Schulleiter), André Bürkle (Stufenleiter Jg. 8-10), Dr. Christian Roth (Stufenleiter Jg. 5-7) sowie die pädagogische Koordinatorin Belinda Gattuso-Franz gaben den Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten einen Einblick. „Unsere Schule ist die einzige integrierte Gesamtschule in Trägerschaft des Kreises mit Binnendifferenzierung von Jahrgang 5 bis Jahrgang 10. Das bedeutet, vom ersten bis zum letzten Schultag werden unsere Schülerinnen und Schüler in allen Fächern im Klassenverband unterrichtet und erleben täglich, was in den einzelnen Niveaustufen der drei Bildungsgänge verlangt wird. Das Konzept, nach dem wir heute arbeiten, ist das Ergebnis eines über Jahre fortentwickelten Prozesses. Unsere Schülerinnen und Schüler erwerben auf diese Weise hohe soziale Kompetenzen, die fachliche Leistung überhaupt erst ermöglichen, erfahren ihre persönlichen Stärken und profitieren voneinander durch gegenseitige Unterstützung – eine Teambildung, die stark macht und unsere Gesellschaft braucht. Auch die Lehrkräfte begleiten die Lernenden im Team von Beginn an bis zum Schulabschluss“, erläutert Schulleiterin Nocke-Olliger, die im Sommer in den Ruhestand eintreten wird und weist darauf hin, dass die Anmeldezahlen seit Jahren stabil seien und pro Jahrgang in fünf Klassen unterrichtet würde. Sowohl Lern- als auch Sozialverhalten verlaufe niemals gradlinig, sondern stets in Wellenbewegungen. Im gemeinsamen Lernen aller Stufen von Haupt- über Real- bis hin zum Gymnasialniveau sei eine Durchlässigkeit an der Georg-Büchner-Schule stets gegeben. „Dies ermöglicht, dass die überwiegende Mehrheit unserer Schülerinnen und Schüler einen höheren Abschluss erreicht, als von der Grundschule beim Übergang von Klasse 4 nach 5 empfohlen“, berichtet die pädagogische Koordinatorin, Belinda Gattuso-Franz.
Große Sorge bereitet dem Schulleitungsteam und ebenso den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern der Elternschaft die seitens der Hessischen Landesregierung avisierte Kürzung der Lehrerstunden an integrierten Gesamtschulen. „Für unsere Schule sind das ab dem neuen Schuljahr fast zwei Stellen weniger, die wir kompensieren müssen, was uns Lehrkräfte aber auch unsere Schülerinnen und Schüler vor große Herausforderung stellt. In erster Linie wird dies unsere Förderangebote beeinflussen“, macht Stufenleiter André Bürkle deutlich. Die SPD-Kreistagsabgeordnete Julia Czech weiß: „Hessische Landräte haben sich bereits über Parteigrenzen hinweg sehr kritisch zur geplanten Stundenkürzung geäußert. Seit den 1990er Jahren besteht in Hessen Schulfrieden, also ein gleichwertiges Miteinander aller Schulformen inklusive der Integrierten Gesamtschulen“.
Kürzungen gerade im sensiblen Bereich der integrierten Gesamtschulen, wo das Augenmerk besonders darauf gerichtet ist, durch längeres gemeinsames Lernen die Gesellschaft zu stärken, soziale Ungleichheit aufzufangen und die jungen Menschen mit großem Engagement des Lehrerteams zu einem erfolgreichen Schulabschluss zu bringen, sehen die Politikerinnen und Politiker von SPD-Kreistagsfraktion und SPD Erlensee unisono kritisch. „Gelder, die hier vermeintlich eingespart werden sollen, müssen in wesentlich höherem Maße später im Bereich Jugendhilfe oder anderen staatlichen Leistungen ausgegeben werden. Wir werden uns weiter dafür stark machen, dass unsere hervorragend arbeiteten und stark nachgefragten integrierten Gesamtschulen nicht durch Sparmaßnahmen geschwächt werden“, so Julia Czech.
Landrat Thorsten Stolz (SPD) bedankt sich abschließend für den Austausch mit der Schulgemeinde und sagt eine Stärkung des Schulstandortes Erlensee durch den Schulträger zu. Hier müsse eine Maßnahmenkatalog entwickelt und in den nächsten Jahren umgesetzt werden.

Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de















