Wie ernst ein Kandidat genommen wird, wie viel Respekt und Anerkennung man ihm und seiner Arbeit entgegen bringt, das konnte Stefan Erb bei seiner dritten Amtseinführung am Freitag, 31. Januar 2014 im Gemeinschaftshaus „Zum Neuen Löwen“ schon beim Durchsehen der Rednerliste erahnen.
Alle für die Region maßgebenden Politiker und Politikerinnen angefangen von der Bundespolitik (Dr. Katja Leikert, Dr. Sascha Raabe) über die Landespolitik (Heiko Kasseckert und Aloys Lenz, MdL a.D.) dem Main-Kinzig Kreis (Dr. Andre Kavai i.V. des Landrates), Karl-Christian Schelzke, Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes) und Bgm. Friedhelm Engel als Repräsentant der Bürgermeisterkreisversammlung, Bürgermeister/in aus den Nachbarkommunen aber auch „seine“ Kirchenvertreter, Vereine und Organisationen, inklusive Vertretern der anderen Parteien, u. A. Jörg Mair (SPD), Max Schad (CDU) und Renate Tonecker-Bös (Die Grünen). Der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Uwe Laskowski führte durch das Programm, und Erste Stadträtin Birgit Behr, alle Stadträte, die Vorsitzende des Personalrates, Sigrid Eppl und viele Kolleginnen und Kollegen aus seinem großen Team der Verwaltung komplettierten die lange Gästeliste. Dass der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war, ist ein weiteres Indiz für eine gute Amtsführung.
Diesen Eindruck bestätigte schon Uwe Laskowski in seiner Eröffnungsrede: Er kennt Stefan Erb schon lange, beschreibt sein Verständnis für die Arbeit des Bürgermeisters und lobt seine herausragenden Fähigkeiten: „Überzeugungskraft und Diplomatie“. Sein Erfolg hänge auch natürlich auch von seinen Qualitäten als Teamspieler ab. Ziel sei es, die öffentliche Meinung zu erfühlen und entsprechend zu handeln, wenn angebracht. Zum Wahlergebnis betonte er, dass die erreichten 80% noch höher zu bewerten sind, wenn man die hohe Wahlbeteiligung in Betracht zieht, die bei immerhin 66% lag. „Hochgerechnet hätte Stefan Erb mit den erhaltenen Stimmen auch noch mit 51% die absolute Mehrheit in der Stadt erreicht, wenn alle an der Wahl teilgenommen hätten. Da kann man nur gratulieren zu diesem eindrucksvollen Wahlergebnis!“
Und so sei es völlig passend, dass gerade Stefan Erb als erster Bürgermeister der „Stadt Erlensee“ eingeführt werde. Einige herausragende Meilensteine der Stadtentwicklung in den letzten Jahren wollte Laskowski nicht ungenannt lassen wie den Rückbau der Leipziger Straße, die Ansiedlung eines Nahversorgungszentrums mit neuem Rewe-Markt, die Einrichtung des Römerspielplatzes, die Sanierung des Hallenbades und der Sauna, die Schaffung einer neuen Mitte, die ihren Namen wirklich verdient, die mit der nötigen Weitsicht ausgewiesenen Neubaugebiete, die erfolgreiche Entwicklung des Gewerbeparks sowie auch die Realisierung der Umsiedlung des Toom-Baumarkt trotz heftigen Gegenwindes. Auch der Fliegerhorst wurde als gewerbliche Zukunft für Erlensee gut in Stellung gebracht. „Die hervorragende Zusammenarbeit aller Fraktionen im Magistrat und Parlament zeichnen deine Amtsführung aus, nur so konnte die Erlangung der Stadtrechte für Erlensee gelingen. Die letzten Jahre haben gezeigt, du kannst dich auf alle verlassen. Die Schuldentilgung ist für alle Verantwortlichen auch weiterhin die große Aufgabe.“, schloss der Stadtverordnetenvorsteher seine Begrüßungsrede.
Pfarrer Jost Häfner überbrachte als Geschenk ein Bild, das er vorzeigte und dessen Titel keinen weiteren Vertrauensbeweis von Seiten der Kirchen an Bürgermeister Erb mehr bedurfte: „Nicht auf Sand gebaut!“ Ein kleiner Ritterschlag für das Stadtoberhaupt. Karl-Christian Schelzke, Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, wies auf die „wartenden Häppchen draußen“ hin. Ein sehr kurzes Grußwort wäre gut, aber eine Feststellung, die ebenfalls für sich spricht, wollte er dem neu ins Amt Eingeführten doch mitgeben: „Da es seit Neuestem jetzt keine Altersgrenzen mehr für das Bürgermeisteramt gibt, hoffen wir, dass sie noch sehr lange weitermachen!“
Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe wies auf den langen gemeinsam gegangenen politischen Weg in der Vergangenheit hin, betonte, er erkenne in seiner jetzigen Funktion sehr wohl die großen Herausforderungen, die den Kommunen auch durch Bundes- und Landespolitik aufgeladen werden. Er benannte die Schuldenbremse als riesige Herausforderung, für die Erlensee aber auch mit den jüngsten Erfolgen gut gewappnet sei. Er lud Erb als Geschenk ein, einmal mit zukünftiger Gattin das „Dschungelerlebnis Berlin“ zu genießen: „Wer die ganzen Currywurst-Buden gut übersteht, der kann alles schaffen und dann auch vor Ort in Berlin den Bundespolitikern einmal deutlich die Lage der Kommunen „live“ darstellen. Dafür bist du genau der Richtige!“
Bundestagsabgeordnete Dr. Katja Leikert betont, wie wohl und willkommen sie sich immer hier in Erlensee fühlt. „Ich komme gerne nach Erlensee! Hier sind die Stadtoberen ein Team, es herrscht Einigkeit im Parlament und nur so konnte z.B. das Großprojekt Hallenbad angegangen und so attraktiv fertig gestellt werden.“ Auch sie bestätigt, dass Kommunen finanziell ausreichend ausgestattet sein müssen. Landtagsabgeordneter Heiko Kasseckert überbrachte vom Land Hessen die Glückwünsche, stellte aber fest, dass die Vorredner schon alles Lobenswerte im Detail genannt haben: „Lieber Stefan, alles ist gesagt, herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl! Du warst und bist authentisch, ehrlich und kompetent. So wie du warst, bist du geblieben.“
Als er allerdings dem Stadtoberhaupt zwölf weitere Jahre im Amt anstatt den eigentlichen sechs wünschte und dann auch noch in Langenselbold, konterte Laskowski: „Herr Kasseckert, das wird dann alles einfacher, wenn Sie sagen können, Langenselbold, ein Stadtteil von Erlensee. Im Ernst Herr Kasseckert, wir alle zählen auch weiter auf die Unterstützung auf Landesebene.“ Auch Aloys Lenz, Landtagsabgeordneter a.D., lobt den Gleichklang im politischen Chor Erlensees, obwohl das oft schwierig sein müsse. „Erlensee wird geprägt von deiner überparteipolitischen Souveränität, das beschert letztendlich den großen Erfolg für die Bürgerinnen und Bürger.“
Andre Kavai ließ sein Geschenk, ein Bild, verpackt. „Es bleibt auch verpackt, bitte öffne es erst im Büro.“ Er erklärte seinen Wunsch mit der bei der letzten Amtseinführung geschehenen Missdeutung seines damaligen Geschenkes: „Da habe ich Stefan ein Seil geschenkt als Symbol ´Wir ziehen hier alle an einem Strang´. Diese Geste wurde aber falsch gedeutet und es wurde behauptet, die Kommunalaufsicht kommt mit dem Strick! Deshalb meine Vorsicht.“ Er schloss: „Stefan, manche werden durch ihre lange Amtszeit blind, die können nur noch senden aber nicht mehr empfangen. Dazu gehörst du definitiv nicht. Danke dafür und alles Gute!“
Bürgermeister Friedhelm Engel, Repräsentant der Bürgermeisterkreisversammlung, wünschte im Namen aller Amtskollegen des Main-Kinzig-Kreises Gesundheit und weiterhin eine glückliche Hand, denn ein Bürgermeister müsse auch dazu in der Lage sein, zu erklären, wenn es anders kommt. Aber das Wichtigste: „Sich kümmern ist das Motto. Das machen wir als Bürgermeister.“ Nach einem weiteren Gesangsbeitrag der Chorgemeinschaft Erlensee bestätigte der SPD Fraktionsvorsitzende Jörg Mair die überparteiliche Integrationskraft des mittlerweile über eine Dekade agierenden Stadtoberhauptes: „Ein Traum. Deine Leistungen sind unglaublich! Deine Vorschläge sind oft genial, die Politik stimmt für die Bürgerschaft, von Erlensee will keiner weg, im Gegenteil!“
Max Schadt überbrachte die Glückwünsche der CDU-Fraktion: „Im Namen der CDU möchte ich alles Gute wünschen. Bei den großen Herausforderungen ist es gut, wenn sich jemand auskennt und weiß, was zu tun ist! Danke auch für einen immer sauberen Wahlkampf! Es gibt in Erlensee kein politisches Gezänk: Bürgernähe und Transparenz sind hier nicht nur Schlagwörter. Die CDU bleibt auch weiterhin ein Partner zum Gestalten. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge. Wir brauchen uns vor anderen Kommunen nicht zu verstecken!“
Renate Tonecker-Boes (Die Grünen) wünschte sich vom Stadtoberhaupt Balance zwischen Ökonomie und Ökologie und Vielfalt und Toleranz im alltäglichen Zusammenleben „und dass wir eine der seniorenfreundlichsten und bürgerfreundlichsten Städte bleiben. Unser Geschenk ist ein Lebensbaum, der älteste Baum der Welt. Er steht für Harmonie, er sucht die Nähe der Menschen. Ein Symbol, das unserer Meinung nach sehr gut passt!“
Personalratsvorsitzende Sigrid Eppl weist auf die natürlich nicht immer interessengleiche Entscheidungsprozesse in Personalfragen hin, lobt aber auch den immer fairen und kollegialen Umgang, um die besten Ergebnisse im Sinne aller Beteiligten zu erreichen. „Herr Erb, wir freuen uns auf eine gute weitere Zusammenarbeit mit Ihnen auch in der Zukunft!“, brachte sie es auf einen Nenner.
Jetzt ergriff Stefan Erb selbst das Wort, würdigte die ermutigenden und für ihn sehr wohl klingenden Worte seiner Vorredner. Allerdings ergriff er auch die Gelegenheit, seine Lebensphilosophie und seine Prioritäten ehrlich darzustellen. Seine Familie, besonders seine Lebensgefährtin und zukünftige Frau Vanessa gebe ihm den entscheidenden Rückhalt. Ebensolchen Halt gäben ihm auch seine Mutter, seine Schwester und Schwager, seine Nichte und sein Neffe. Er dankte für eine tolle Familie und die für ihn von dieser Familie aufgebrachte Geduld. „Danke, dass ihr für mich da seid!“ Mit einem verbalen Liebesbeweis an seine im Saal anwesende Verlobte schloss er diesen Teil seiner Rede mit sehr privaten Worten ab.
Im Weiteren galt sein Dank „ausnahmslos allen Gästen“. Seine Worte seien bewusst gewählt, wenn er von seinem Team in der Verwaltung, von seinen Kolleginnen und Kollegen spricht. Sein besonderer Dankesgruß ging an die vielen helfenden Händen, die sowohl für das leibliche Wohl als auch für die tolle Dekoration an diesem Abend sorgten sowie an die Chorgemeinschaft Erlensee und den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Uwe Laskowski, der eingeladen und den Abend gestaltet hat.
Im Folgenden beschrieb er die täglichen, aber doch so verschiedenen Anforderungen seines Amtes sehr anschaulich: „Mal ist die fachliche Frage ein pädagogisches Konzept, mal ein technisches Details einer neuen Methode zur Kanalverlegung, mal gratuliert man zu einem freudigen Hochzeitsjubiläum und begleitet eine Stunde später einen lieben Menschen auf seinem letzten Weg, mal ist man Motor, mal die Bremse. Die Rollen reichen vom moderaten Vermittler bis zum Kläger vor Gericht, vom Freund oder fast schon Seelsorger bis hin zum harten Verhandlungspartner oder Personalchef. Mal soll man seriös repräsentieren, mal der Mensch zum Anfassen sein, mal wird Ernsthaftigkeit angemahnt, mal soll man Bombenstimmung verbreiten - Letzteres gelingt seit kurzem ja besser.“, beschließt Stefan Erb mit einem Augenzwinkern die Teilbeschreibung seines Arbeitsplatzes.
Wichtig bei aller Aktivität und Erfolgen und den vielfachen Herausforderungen sei immer und gerade der Spaßfaktor. Und der sei, so versicherte er, bei ihm auch nach zwölf Jahren Amtszeit, sehr hoch. Hier bedankte er sich bei allen oben genannten für immer faire und kollegiale Zusammenarbeit und deren Unterstützung. Als besonderen Tag in den letzten Jahren empfand er den Tag der Erhebung der Gemeinde Erlensee zur Stadt. „Ein Ereignis, auf das – und das ist das Wunderbare und Besondere – nicht nur ich alleine stolz bin, sondern auch viele, viele Erlenseer. Ist doch die spürbare Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimat der beste Motivator für einen Bürgermeister“.
Er dankte allen Vertretern der Vereine und Organisationen, den Kirchen, den Politikern und allen, die sicherlich noch vergessen worden sind.