Chronologisch spielte sich die zweite Blindgänger-Alarmierung in etwa so ab wie die erste: Gegen 14 Uhr alarmierte heute die auf dem Fliegerhorst Erlensee räumende Spezialfirma den für das operative Fliegerhorst-Geschehen Verantwortlichen, den Geschäftsführer des Zweckverbandes Peter Oberst, über einen erneuten Bombenfund.
Es handelte sich wieder um eine fünfzig Kilo Bombe amerikanischer Herkunft. Jetzt setzte sich der gewohnte „Krisenreaktionsmechanismus“ in Gang. Bürgermeister, Polizei und Feuerwehren wurden alarmiert; Gerhard Gossen, der Leiter des Kampfmittelräumdienstes vom Regierungspräsidium Darmstadt, wurde per Handy benachrichtigt.
Dreißig Minuten später waren etliche Polizeikräfte vor Ort, an der Spitze Einsatzgruppenleiter Wenzel. Sie konnten alle weiteren Maßnahmen mit dem Fachdienstleiter „Öffentliche Sicherheit“ der Stadt Erlensee, Peter Cord sowie Markus Boussani, Kreisbrandinspektor und dem Stadtbrandinspektor Werner Beier koordinieren. Dieser hatte wieder die Erlenseer Feuerwehr beauftragt, für das nötige Beleuchtungsequipment samt Generator zwecks Ausleuchtung der abendlichen Bergungsaktion zu sorgen während auch Gerhard Gossen sein Spezialisten-Team alarmierte. Auch ein Shuttle-Bus für wurde für die von der Evakuierung betroffenen Bürgerinnen und Bürger geordert und schnellstens von der Firma Rack zur Verfügung gestellt.
Nachdem Herr Gossens vom Regierungspräsidium Darmstadt den Fund in Augenschein genommen hatte, wurden in einem kurzen Koordinationsgespräch die weiteren Abläufe genau skizziert und die Aufgaben der zu beteiligenden Einsatzkräfte definiert. Ein Evakuierungsradius von 500 Metern wurde angesetzt; hier spielten geringe Tiefe des Fundes und die Flachheit des Geländes eine entscheidende Rolle. Die größte Herausforderung stellte eine schnelle und umfassende Evakuierung der Bevölkerung der diesmal im Radius liegenden Markwaldsiedlung und der Straßen „Zum Fliegerhorst“ und „An der Sandwiese“.
Auch die Landesstraße L 3193 wurde in der Zeit der Entschärfung, ab 18 Uhr von der Einfahrt zum Bärensee bis zum Verkehrskreisel am Toom-Baumarkt, dem Beune-Kreisel, gesperrt. Eine signifikante Abweichung zum ersten Procedere gab es allerdings: Das Krisenreaktionskommando und die Presseinformation wurden wegen der Nähe des Fliegerhorst-Einganges zum Fundort diesmal in die Erlenhalle, bzw. den benachbarten Festplatz gelegt. Um 18 Uhr war dann wieder die gleiche definierte Startzeit zu dem eigentlichen Beginn der Entschärfungsmaßnahmen; das angelieferte Gerät erzeugte im Gegensatz zum vorher verwendeten Wasserschneidegerät diesmal jetzt selber eine kleine, kontrollierte Detonation, um den Zünder des Sprengkörpers zu lockern.
Diese Evakuierung war um 18.00 Uhr abgeschlossen sein. Alle warteten auf die Meldung des Einsatzleiters der Polizeikräfte vor Ort, Polizeioberkommissar Wenzel: „Die Evakuierung ist abgeschlossen“. Die kam um 18.20 Uhr. Jetzt begann die eigentliche Arbeit am Objekt, der sprengfähige Zünder wurde eben durch die vorher erwähnte kleine Sprengung gelöst und konnte so vom Bombenkörper getrennt werden.
Um 18.35 Uhr konnte so bereits Entwarnung gegeben werden. Alle Evakuierungsmaßnahmen konnten aufgehoben werden. Auch der zweite Fund dieser Art auf dem Fliegerhorst-Gelände war professionell und erfolgreich geborgen und ist ab jetzt ebenfalls ein Teil der Geschichte des Fliegerhorstes. Bürgermeister Stefan Erb fand dann auch nur anerkennende Worte des Dankes; für die Professionalität der Agierenden und das Verständnis und die Ruhe der betroffenen Familien, der Bürgerinnen und Bürger.
„Ich konnte mir selbst ein Bild machen über die Professionalität und optimale Zusammenarbeit der Einsatzkräfte. So ist mir definitiv nicht mehr bange vor einem eventuell auftretenden nächsten Fund. Auch die Erlenhalle – wie eingeplant – schnell zur Verfügung stellen zu können, hat die Situation für alle Beteiligten erleichtert. Danke auch diesmal an alle beteiligten Einsatzkräfte und das städtische Personal.“