Man muss offenbar kein Computerexperte sein, um die Software eines Zigarettenautomaten zum Absturz zu bringen und somit den kostenlosen Auswurf einer Schachtel zu erreichen.
Ein 28-Jähriger aus Erlensee jedenfalls hatte den Trick schnell raus und machte damit fette Beute. 300 Schachteln fand die Polizei bei einer Wohnungsdurchsuchung bei ihm, vom Amtsgericht Hanau bekam er dafür eine Strafe von 160 Tagessätzen á 20 Euro aufgebrummt, in der Berufungsverhandlung vor der 6. Kleinen Strafkammer am Landgericht Hanau wurde diese allerdings jetzt deutlich reduziert.
Ausgenutzt hat der Student eine, inzwischen behobene, Sicherheitslücke an einer Automatenserie. Die Software stürzte ab und spuckte den eingeschobenen Geldschein plus eine Schachtel Zigaretten aus. Insgesamt zehn Taten zwischen dem 23. April 2012 und dem 15. Mai 2012 gestand er jetzt vor Gericht, jeweils holt er zirka 30 Packungen aus Automaten in Hanau, Bruchköbel und Erlensee. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden 300 Päckchen gut sortiert in einem Karton hinter einer Dachschräge gefunden, dazu eine Liste, welche Sorten „vorrätig“ sind.
Leugnen hätte also nichts gebracht, der 23-Jährige gab schon beim Amtsgericht alles zu. Dass die Polizei auch noch 1,3 Gramm Marihuana bei ihm fand, wurde angesichts der anderen Vorwürfe in der Berufungsverhandlung nicht weiter verfolgt. Das Ziel des Erlenseers: Eine deutliche Verringerung der Strafe, denn mit 160 Tagessätzen wäre er vorbestraft gewesen und die Jobsuche nach seinem Studium damit wohl deutlich schwieriger geworden.
Das bleibt ihm jetzt erspart: Zwar musste er sich zuvor schon vier Mal vor Gericht verantworten, allerdings jeweils wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Wegen Computerbetrugs saß er zum ersten Mal auf der Anklagebank und wurde von der Strafkammer zu 90 Tagessätzen á 20 Euro verurteilt. Vorbestraft ist der damit nicht, das Urteil ist rechtskräftig.
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