Zahlreiche neue Firmen, die über 1000 neue Arbeitsplätze bescheren, ein neues Sportzentrum, die Aussicht auf einen Freizeitpark und ganz viel neues Grün.
Zahlreiche neue Firmen, die über 1000 neue Arbeitsplätze bescheren, ein neues Sportzentrum, die Aussicht auf einen Freizeitpark und ganz viel neues Grün.
Die Pläne zur Umwandlung des Fliegerhorstes Erlensee von einem Hubschrauberflugplatz der US-Armee in ein von Natur umgebenes Gewerbegebiet erachtet der Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe als äußerst gelungenes Beispiel für die Konversion ehemaliger Militärgelände. „Die Mischung ist vorbildlich. Neben dem wichtigen wirtschaftlichen Aspekt hat hier das Wort Gewerbepark mehr als nur einen grünen Anstrich“, befand der SPD-Politiker nach einem Rundgang mit Bürgermeister Stefan Erb. „Der Fliegerhorst wird am Ende weniger versiegelt sein als zuvor, wovon nicht nur Flora und Fauna profitieren“, sagte Erlensees Stadtoberhaupt, der sogar vom „vielleicht grünsten Gewerbegebiet Deutschlands“ spricht.
Das hat seine Gründe: Zwar hat der Zweckverband Fliegerhorst Langendiebach, den die Städte Bruchköbel und Erlensee gegründet haben, für fünf Millionen Euro die immense Fläche von 100 Hektar Land gekauft. Die restlichen 140 Hektar des Fliegerhorstes werden aber vollständig der Natur zurückgegeben. Zusätzliches Grün entsteht durch die Aufforstung von 40 Hektar Wald, den die Deutsche Bahn AG als so genannte Bannwaldausgleichsfläche für die ICE-Strecke Frankfurt-Darmstadt finanziert.
Auch auf der vom Zweckverband gekauften Gewerbefläche werden Beton und Asphalt reduziert. Im südwestlichen Bereich ist ein 17 Hektar großes Freizeitgebiet geplant. Ob als Wochenendgebiet mit See und Holzhäuschen oder als gewerbliche Attraktion mit Ponyhof und Hochseilgarten ist noch unklar. Sicher ist aber, dass ehemalige Häuser der US-Armee mit 180 Wohnungen weichen werden. „Die Vorgabe für die Umwandlung des Fliegerhorstes in ein Gewerbegebiet ist die Ansiedlung von Logistikunternehmen. Dadurch ist eine Nutzung der erhaltenen Gebäude für Wohnzwecke nicht mehr möglich“, erläuterte Erb.
Trotz allen Grüns liegt das Interesse des Zweckverbandes vorrangig im wirtschaftlichen Bereich. Erlensee und Bruchköbel wollen zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen generieren und ihren Bürgern wohnortnahe Arbeitsplätze anbieten. Der Zweckverband hat über 55 Prozent der Fläche bereits vermarktet und Erlöse von 27 Millionen Euro erwirtschaftet. Die größten Parzellen gingen bislang an vier Firmen. Die Firma Retro-Klassik baut eine Erlebniswelt für Oldtimer. Der Verpackungsspezialist DS Smith verlegt seine Produktionsstätte von Hanau nach Langendiebach. Die Firma Dachser und der Projektentwickler Väth haben sich große Logistikflächen rund um die zum Teil denkmalgeschützten Hangars gesichert. Für die Ansiedlung muss der Zweckverband vorab investieren – in Versorgungsleitungen, Straßen und die Beseitigung von Kampfmitteln, die allein mit fünf Millionen Euro zu Buche schlagen wird.
„Das Beispiel Fliegerhorst demonstriert, ebenso wie die Aktivitäten in Hanau und Gelnhausen, dass der zunächst auch wirtschaftlich schmerzhafte Abzug der US-Armee neue Chancen bietet, wenn man mit klugen Ideen und Beharrlichkeit an die Herkulesaufgabe Konversion herangeht“, resümierte Raabe.
Foto: Vor dem Bauen kommt das Räumen: Bundestagsabgeordneter Dr. Sascha Raabe erfuhr von Erlensees Bürgermeister Stefan Erb, dass allein fünf Millionen Euro für die Beseitigung von Kampfmitteln investiert werden müssen.
Ihnen ist etwas Interessantes aufgefallen im Main-Kinzig-Kreis? Schreiben Sie uns an info@vorsprung-online.de