Falls die Abstimmungsvorlage für eine weitere Nutzung des Kalksteinbruchs durch die Trageser GmbH nicht zurückgenommen wird, ruft die Interessengruppe die betroffenen Bürger dazu auf, zahlreich bei der Parlamentssitzung zu erscheinen.
Inzwischen haben die Altenmittlauer eine Bild- und Videodokumentation mit angeblichen Verstößen gegen Rekultivierungsauflagen zusammengestellt, „umso den Gemeindevertretern eine neue, reale Sicht auf die Gefahren und die zugesicherte angebliche Verminderung beispielsweise des LKW-Verkehrs zu verschaffen“. Die Mitglieder der UWG seien davon beeindruckt gewesen, die Fraktion habe angekündigt, eine Entscheidung über die Zukunft des Kalksteinbruchs bis spätestens Oktober treffen zu wollen, um eine weitere Verzögerung bei der Verfüllung zu verhindern. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Achim Kreis, habe unterdessen erklärt, dass eine weitere Belastung vor allem durch Lkw-Verkehr nicht hinnehmbar sei und seine Fraktion die Rekultivierung unterstütze.
An Bürgermeister Joachim Lucas und dem Gemeindevorstand bleibt die Forderung bestehen, die Beschlussvorlage für eine weitere gewerbliche Nutzung des Kalksteinbruchs zurückzuziehen. „Dies könnte der Bürgermeister beziehungsweise der Gemeindevorstand so entscheiden, ohne die Vorlage an die Gemeindevertretung zur Entscheidung weiterzureichen“, erklärt Johannes Weigand, selbst jahrelang Parlamentarier, eine mögliche Verfahrensweise. Die Gemeindevertreter werden an den Beschluss von 1999 erinnert, wonach am Jahresende 2013 die Rekultivierung des Kalksteinbruchs abgeschlossen sein soll und keine weitere Nutzung mehr vorgesehen ist. „Die Anwohner und Bürger haben das alles viel zu lange ohne Murren ertragen und hingenommen“, möchte Thomas Müller nun als unmittelbarer Anwohner seine Interessen und die seiner Mitstreiter gewahrt wissen. „Auf meinen Dachfenstern liegt ständig eine Staubschicht und der Lärm dröhnt schon am frühen Morgen vom Steinbruch rüber“, gehört dazu auch Manfred Seikel, Anwohner in der Straße „Am Trieb“.
In einer Pressemitteilung richten sich die Altenmittlauer erneut direkt an den Bürgermeister: „Geglaubt und vertraut hatte die Bürgerinteressengruppe den Zusagen des Rathauschefs Joachim Lucas, dass das Rekultivierungsende eingehalten wird. Außerdem wollte er sich mit uns bei Änderung des Sachstandes in Verbindung setzen und für mehr Transparenz bei allen Bürgern sorgen. Das war so vor der Wahl. Der Bürgermeister hat nicht Wort gehalten und die Bürger sehen sich getäuscht.“
Der Firma Trageser GmbH wird zudem unterstellt, das Gelände deutlich intensiver als bisher bekannt nutzen zu wollen. „Es soll als Standort für Brecher- und Siebanlagen, zur Bauschuttaufbereitung, als Containerumschlagplatz, LKW-Dienste und so zur Firmenerweiterung dienen. Wir sehen keine Handlungsmöglichkeiten, dem Betreiber Einschränkungen in Bezug auf LKW-Verkehr oder Maschinenlaufzeiten setzen zu können.“ Mittlerweile hat die Interessengruppe auch einen Anwalt eingeschaltet, der beim Regierungspräsidium in Darmstadt massive Verstöße gegen die Rekultivierungsauflagen angezeigt hat.
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