Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen für die Mitglieder der Bürgerinitiative „Rekultivierung Kalksteinbruch Altenmittlau“: Seit 2012 haben sie dafür gekämpft, dass ein Versprechen, das bereits vor fast 20 Jahren gegeben wurde, eingehalten wird. Jetzt stehen sie mit Genugtuung vor dem großen Eingangstor, das in Kürze auch noch verschwinden soll.




Der ehemalige Steinbruch ist nicht wieder zu erkennen, durch die forcierte Verfüllung in der zweiten Jahreshälfte 2014 sind dort nun große Erd- und Sandflächen, wo zuletzt noch ein Gewerbebetrieb war, der den Anwohnern so viele Sorgen gemacht hat. Große Flächen sind bereits bepflanzt und gegen Wildverbiss eingezäunt, der spezielle Magerrasen wird von Schafen gepflegt.
Im September 2012 war das noch ganz anders: Minütlich fuhren schwer beladene Lkw in den Steinbruch, brachten unter anderem Bauschutt hinein, fuhren aber meist genau so viel wieder heraus. Von Verfüllung keine Spur. „Es gibt einige, die mit dem Gedanken spielen, ihr Haus zu verkaufen“, sagte Thorsten Stroh damals, einer der Mitbegründer der Bürgerinitiative. Zu der Verkehrsbelästigung legte sich zudem oft eine dicke Staubwolke über den Freigerichter Ortsteil, „manchmal wie in der Sahara“, erinnert sich Manfred Seikel heute. Und aus Thomas Müller entspringt spontan ein „Halleluja“ bei einem letzten gemeinsame Rundgang der Bürgerinitiative um das Gelände zwischen Altenmittlau und Horbach.
Der Einsatz für die Rekultivierung und gegen die mehrfach geplante weitere gewerbliche Nutzung des Steinbruchs hat nicht nur Zeit und Geld gekostet, sondern vor allem auch viele Nerven. Die Sprecher der Bürgerinitiative stimmten sogar ihre Urlaube miteinander ab, damit bei neuen Entwicklung immer jemand vor Ort ist. Videos von Lkw wurden gedreht, die viel zu schnell und über die Bordsteine durch die enge Ortsdurchfahrt fuhren, zahlreiche Gespräche mit politischen Vertreten und Behörden geführt. „Die Führung aus dem Rathaus war äußerst schwach“, bleiben sie bei dieser Kritik am Bürgermeister, bedanken sich aber zugleich bei den Gemeindevertretern, die zweimal einstimmig gegen eine weitere Nutzung und damit für ihre Interessen gestimmt haben. So konnte unter anderem die Ansiedlung eines Biomassehofes verhindert werden.
Viele Anwohner hätten sich inzwischen auch bei ihnen bedankt, dass die Ortsdurchfahrt nach dem jahrelangen Schwerlastverkehr dringend eine Erneuerung braucht, geben sie den politischen Vertretern jetzt noch mit auf den Weg. „Der Druck war notwendig“, vergessen sie nicht, dass einige Parteien von Beginn an ihrer Seite standen, bei manchen aber viel Überzeugungsarbeit notwendig war. Und: Erst als sie einen Anwalt eingeschalteten hatten, kam so richtig Bewegung in die Sache, bezahlt wurde dieser durch eingesammelte Spenden. Davon sind jetzt noch zirka 1.000 Euro übrig, die die Mitglieder der Bürgerinitiative nun der Allgemeinheit zukommen lassen wollen. Einen Vorschlag gibt es schon: Eine Sitzbank ganz oben auf dem Steinbruch. Rechts lockt dann bei gutem Wetter zwar der Blick bis zur Ronneburg, öfters werden sie aber wohl nach links zum ehemaligen Kalksteinbruch auf das Ergebnis der erfolgreichen Arbeit ihrer Bürgerinitiative schauen.
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