Der Tagesausflug der ehrenamtlichen Helfer, überwiegend Rasenmäher, der Kirchengemeinde Pfarrei St. Peter und Paul, Ortsgruppe Freigericht-Horbach, führte die ca. 40-köpfige Gruppe im September zur Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Sinn bei Wetzlar.
Wie gewohnt startete man mit einem Reisebus ab Haltestelle Horbach. Die Fahrt zum ersten Stop in Sinn bei Wetzlar dauerte ca. 1,1/2 Stunden. Dort angekommen wurden die Gruppe sehr freundlich begrüßt und ein junger Mann des Unternehmens Rincker hat die Aufgabe übernommen, durch das Werk zu führen. Die Firma Rincker existieren als Glockengießerei seit mindestens 1590 und sind damit die ältesten in diesem Handwerk in Europa, da immer in Familienbesitz geblieben. Seit mittlerweile mindestens vierzehn Generationen wurde das Wissen um die Konstruktion der Glockenrippe immer direkt in der Familie weitergegeben.
Meister Hans Rincker steht am Anfang der bisher bekannten 14 Generationen. Er lebte in Aßlar, aber auch in Edingen, nahe der Burg Greifenstein, wo er neben Glocken, was dokumentiert ist, wahrscheinlich auch Geschütze goss. Die Burganlage benötigte Mitte des 16.und Anfang des 17. Jahrhunderts gute, erfahrene Geschützgießer. Seine Söhne ließen sich in Aßlar und Altenstädten nieder. Von hier aus reisten sie zum Guss von Glocken vor Ort im heutigen Hessen, Westfalen, Niedersachsen und der Pfalz. Die größeren Glocken wurden aus Gründen des problematischen und teuren Transportes, bis zum Aufkommen der Eisenbahn im 19. Jahrhundert, dort gegossen wo sie gebraucht wurden. Heutzutage sind nicht mehr die Neu-Güsse der Glockengießerei und Kunstgießerei wirtschaftlich alleine entscheidend, der Bereich des Service in und am Kirchturm ist zu einem wichtigen Standbein geworden. Während der sehr informativen Führung durch das Unternehmen wurde der Gruppe auch die Fertigungsschritte einer Glocke anhand von Beispielen geschildert.
Danach ging der Tagesausflug weiter nach Limburg. Um die Mittagszeit dort angekommen, konnten alle die Stadt zuerst auf eigene Faust erkunden. Ab 14:00 Uhr gab es die Möglichkeit an einer geführten Stadtführung teilzunehmen. Da es von den meisten angenommen wurde, mussten zwei Gruppen gebildet werden. Erstmals schriftlich erwähnt wurde die heutige Limburger Kernstadt im Jahr 910, als König Ludwig das Kind dem Gaugrafen Konrad Kurzbold einen Hof in Oberbrechen schenkte, damit der das neu gegründete Limburger Kanonikerstift ausstatten konnte.
Vom Aussterben der Konradiner 966 bis ins 12. Jahrhundert sind die Machtverhältnisse in der Stadt unklar. Mit der Übernahme der Herrschaft durch die Grafen von Peilstein Anfang des 12.Jahrhunderts und dann der Leininger nahm die Stadt einen wirtschaftlichen und technischen Aufschwung. Um 1160 wurde die erste hölzerne Lahnbrücke errichtet, die im 14. Jahrhundert durch einen steinernen Neubau ersetzt wurde. Um 1232 entstand in Limburg eine der ersten Franziskanerklöster in Deutschland. Zu dieser Zeit wurde auch die erste Stadtmauer errichtet. Der Siedlungsplatz hatte damit alle Merkmale einer Stadt: Markt, Siegel und Mauer. 1235 wurde die neu errichtete Stiftskirche geweiht, die seit 1827 als Limburger Dom bekannt ist. Die Stadtführung war sehr interessant und führte die Teilnehmer durch die Altstadt bis zum Limburger Dom.
Nach Rückfahrt in Freigericht angekommen, bildete den Abschluss des Ausflugs das gemeinsame Abendessen in der Gaststätte Restaurant am Herrenhaus Hof Trages, bevor es mit dem Reisebus wieder zurück nach Horbach ging.



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