Die Freigerichter CDU-Fraktion hat sich während eines Ortstermins mit Bürgermeister Waldemar Gogel (CDU) über die derzeitigen Verkaufsbemühungen des Hotels „Zur Linde“ in Horbach informiert.
Dieses im Jahr 2023 von der Gemeinde erworbene Hotel sollte Flüchtlinge unterbringen, steht allerdings bis heute leer. "Und das wird auch so bleiben: Denn die aktuellen Zuweisungszahlen seitens des Kreises für die 'Linde' liegen bei null. Sämtliche bisher zugewiesene Personen seien in Freigericht dezentral untergebracht worden", sagt Bürgermeister Gogel. „Wir sehen uns bestätigt“, sagt CDU-Fraktionsgeschäftsführer Patrice Leon Göbel: „Wir waren von Anfang an skeptisch, ob es notwendig ist, die Immobilie anzuschaffen. Und in den Ausschüssen haben wir mehrfach gefordert, einen Sachverständigen einzuschalten, der den Bauzustand prüfen soll. Dies wurde leider abgelehnt.“
Alle Hinweise auf die mit dem Kauf verbundenen Risiken wurden von den Verantwortlichen ignoriert, so das Horbacher Fraktionsmitglied Daniel Klein: „Bei uns im Ort war der Zustand des Gebäudes allgemein bekannt. Und auch das zwischenzeitlich eingeholte Verkehrswertgutachten, das den Wert auf etwa ein Drittel des tatsächlichen Kaufpreises taxiert, hat dies bestätigt.“
Umso wichtiger sei nun der zeitnahe Verkauf des Hotels, sagt die CDU-Vorsitzende Celine Marquart: „Der Verlust darf nicht noch weiter in die Höhe getrieben werden. Jeder Euro, der von der Gemeinde in das Gebäude gesteckt wird, ist einer zu viel.“ Fraktionschef Florian Altmann stellt außerdem klar, dass die CDU-Fraktion geschlossen gegen den Kauf der Linde gestimmt habe. Er verweist dabei auf die seinerzeit durchgeführte namentliche Abstimmung. „Zurzeit wird von politischen Mitbewerbern kolportiert, dass wir alle dem Kauf zugestimmt hätten. Diese Behauptung ist nachweislich falsch“, so Altmann weiter.
In der Sitzung der Gemeindevertretung am 14. Juli 2023 sei dem Kauf mehrheitlich mit 15 zu 14 Stimmen bei drei Enthaltungen zugestimmt worden. Aus der von der CDU beantragten namentlichen Abstimmung sei klar ersichtlich, dass die Vertreter der CDU und der GfF mit „Nein“ gestimmt hätten, dies könne anhand der Anlagen des Protokolls der Sitzung nachvollzogen werden. Der von Patrice Leon Göbel geleitete Akteneinsichtsausschuss zum Erwerb des Hotels Linde habe der Verwaltung Handlungsempfehlungen gegeben, die zukünftig solche Millionengräber verhindern sollen.
Auch weist die CDU-Freigericht darauf hin, dass sie es für nicht zielführend hält, ein solches Gebäude dauerhaft in Eigenregie zu betreiben. Beispiele wie der „Schützenhof“ in Rodenbach zeigten, dass dies auf den ersten Blick zwar attraktiv wirken könne, den Bürgerinnen und Bürgern aber auch ehrlich die finanziellen Konsequenzen aufgezeigt werden müssten.
Allein der notwendige Umbau der „Linde“ in Horbach würde Kosten von über einer Million Euro verursachen. Hinzu kämen jährliche Personal- und Nebenkosten im sechsstelligen Bereich. Eine daraus resultierende dauerhafte Mehrbelastung aller Freigerichter Bürgerinnen und Bürger lehnt die CDU-Freigericht ab. „Verantwortungsvolle Politik bedeutet, Chancen realistisch abzuwägen und auch unbequeme Wahrheiten klar zu benennen. Ein Eigenbetrieb mag verlockend klingen, würde aber langfristig erhebliche Kosten für die Allgemeinheit nach sich ziehen. Das halten wir den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber nicht für vertretbar“, betont der Horbacher Rafael Harth, CDU-Bewerber bei der Kommunalwahl, abschließend.

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