Bürgerversammlung in neuem Format

Freigericht
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Parlamentschef Heribert Huth (UWG) und Bürgermeister Dr. Albrecht Eitz (SPD) freuten sich über das Interesse von schätzungsweise 45 Gästen an der neu gestalteten jährlichen Informationsveranstaltung der Gemeinde.

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Gemeinsam mit seinen vier Amtsleitern stellte sich Dr. Eitz rund zwei Stunden in einer gelungenen Premiere den Fragen der Bürger. Im Vordergrund standen Verkehrsprobleme in der Kommune. Die Klagen über die zunehmende Verkehrsbelastung und der Wunsch nach einer Verbesserung des ÖPNV-Angebotes bestimmten dabei die offene Diskussion.

Was positiv begrüßt wurde: bei der Bürgerversammlung stand kein seitenlanger Jahresbericht im Mittelpunkt, sondern eine kurze Präsentation aktueller Themenschwerpunkte der Gemeinde, wie auch der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, der im Anschluss an die Fragerunde an so genannten „Thementischen“ vertieft werden konnte, an denen der Bürgermeister und die vier Amtsleiter weitere Detailfragen beantworteten, was sehr gut angenommen wurde. Zuvor war Bürgermeister Dr. Eitz in Anwesenheit des vollständigen Gemeindevorstandes auf diverse Straßenbaumaßnahmen eingegangen. Die Untersuchungen und Planungen für drei grundhaft zu sanierende Straßen sind zwar in Angriff genommen, doch es stehen wegen der komplizierten Rechtslage noch landes- und in erster Linie kommunalpolitische Entscheidungen zur künftigen Beitragserhebung bei derartigen Straßenerneuerungen aus. Ein entsprechender Beschluss soll im ersten Quartal 2020 gefasst werden. Die Umsetzungen sind daher derzeit bis frühestens 2021 zurückgestellt. Danach wird es eine Bürgerversammlung zu diesem speziellen Thema geben.

Eines der Großprojekte der Gemeinde Freigericht ist der Bau des neuen Feuerwehrstützpunkts für Altenmittlau und Bernbach. Die Einsatzkräfte firmieren künftig auf eigenen Wunsch unter der Bezeichnung „Freigericht-Nord“. „Durch die Zusammenlegung reduzieren sich Investitionen für zukünftige Fahrzeug- und Gerätebeschaffung“, verdeutlichte Eitz. Langfristig sei der Betrieb nur eines Feuerwehrhauses ebenfalls wirtschaftlicher. Aufgrund der weiterhin steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren und der Planung von weiteren Baugebieten in Freigericht, sei die Schaffung weiterer Betreuungsplätze zwingend erforderlich, erklärte Bürgermeister Eitz. Die Kapazitäten in den vorhandenen Einrichtungen seien erschöpft, etwaige Erweiterungen bestehender Gebäude nicht zielführend. Die Gemeinde plant daher eine neue fünfgruppige Kita in der Nähe des vorgesehenen Feuerwehrstützpunktes am Ortsrand von Altenmittlau.

Auch der Hochwasserschutz war ein Thema, da in den vergangenen Monaten Freigericht bei Starkregen- und Hochwasserereignissen mit einem blauen Auge davongekommen sei. Danach ergaben sich in der offenen Diskussion wiederholt Anmerkungen bezüglich zu schnell fahrender Fahrzeuge in Somborn und Neuses, wobei der Bürgermeister ankündigte, dass demnächst auf einem Teilbereich einer Landesstraße im Somborner Zentrum wegen der Lärmbelastung Tempo 30 von 22 bis 6 Uhr gelten werde. Jedoch auch Neuses hat dieses Problem, speziell am Ortseingang aus Richtung Horbach. Die Fachbehörden hatten jedoch den Wunsch der Bürger nach Tempo 30 mit der Begründung abgelehnt, die örtlichen Gegebenheiten mit breiter Fahrbahn, beidseitigem Gehweg und vorhandener Verkehrsinsel ließen dies aus rechtlicher Sicht nicht zu. Zudem werden regelmäßig an dieser Stelle Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen, betonte der Bürgermeister. Für die kommenden Jahre ist die Anschaffung weiterer Geschwindigkeits-Displays vorgesehen. Eine regelmäßige Aufstellung am Ortseingang aus Richtung Horbach könnte die Situation entschärfen.

Mehrere Besucher regten in der Fragerunde einen Ausbau des ÖPNV in Freigericht, insbesondere eine bessere Anbindung an Gelnhausen und Langenselbold, an. Allerdings finanziere die Gemeinde Freigericht die Linie AB-31 mit 18 000 Euro im Jahr bereits mit, damit Horbach ans Netz angebunden sei. Vor vielen Jahren habe sich ein Freigericht-Bus nicht bewährt. Ein solcher City-Bus sei auf eigene Kosten zu betreiben. Mit den Freigerichter Autohäusern sei er derweil in Gesprächen für ein lokales Car-Sharing-Angebot. Diese Initiative sei aber erfreulicherweise aus der Wirtschaft gekommen. „Wir haben heute einen Mobilitäts-Mix“, verdeutlichte der Bürgermeister. Daher seien auch Konzepte wie „Bürger fahren Bürger“ zu verfolgen. Die Präsentation zur Bürgerversammlung ist auf der Homepage der Gemeinde Freigericht unter www.freigericht.de einzusehen.

Foto-Credits: Michael Staudenmeier

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