Auch in den Wahlprogrammen der Parteien wurde die Unterstützung des KiJuPa immer wieder groß geschrieben. Allerdings fragen sich die Mitglieder des aktuellen 6. Freigerichter Kinder- und Jugendparlaments, wann diese Aussagen und Versprechen auch endlich in die Tat umgesetzt werden. Jüngstes Beispiel ist die Anfrage des KiJuPa nach der Umsetzung der Ergebnisse der Jugendumfrage aus dem Winter 2011. Diese Anfrage wurde im September 2012 an die Gemeindevertetung gestellt, nachdem nach der Vorstellung der Umfrage im Januar 2012 wieder ein dreiviertel Jahr verstrichen war, ohne dass die Ergebnisse auch nur ansatzweise diskutiert wurden.
Eben genau diese Jugendumfrage hatte bereits eine lange Vorgeschichte: Im Juni 2010 beschloss das inzwischen abgetretene, 5. Freigerichter Kinder- und Jugendparlament die Schließung der vorhandenen Jugendräume in den Ortsteilen und die Einrichtung eines zentralen Jugendzentrums im alten Kino in Somborn. Das dazu vorliegende Konzept wurde einige Monate später der Gemeindevertretung, beziehungsweise den entsprechenden Ausschüssen vorgelegt. Leider kam der bereits gefasste Beschluss des KiJuPa bei der Diskussion in den Ausschüssen noch nicht einmal zu Sprache. Stattdessen wurde darüber diskutiert, ob denn die Freigerichter Kinder und Jugendlichen überhaupt ein Jugendzentrum wollten. Aufgrund dieser Diskussion wurde, ohne das KiJuPa nochmals zu seinem Beschluss zu befragen oder Rücksprache zu halten, die Durchführung einer Umfrage unter allen Freigerichtern im Alter von 12 bis 20 Jahren beschlossen. Aber siehe da, auch die Umfrage bestätigte letztendlich den Beschluss des KiJuPa - die Freigerichter Jugendlichen wollten tatsächlich ein entsprechendes Angebot. Allerdings brauchte es dann fast noch ein volles Jahr und dazu noch die Anfrage des inzwischen 6. KiJuPa, bis man sich endlich zu einem Beschluss durchgerungen hatte: der Ausschuss für Soziales beschloss die Einrichtung eines Jugendzentrums auf Dauer. Zwischenzeitlich hatte sich allerdings die Arbeitsgruppe „Begegnungsstätte“ gegründet und die KiJuPa - Mitglieder hegen nun die Befürchtung, dass mit der möglichen Einrichtung einer solchen Begegnungsstätte die Forderung der Jugendlichen nach einer eigenen Einrichtung erneut unter den Tisch fallen wird.
Die Mitglieder des 6. Freigerichter Kinder- und Jugendparlaments richten daher einen dringenden Appell an die Politiker der Gemeinde Freigericht: „Versprecht nicht immer nur, sondern unterstützt uns tatkräftig, damit Ideen und Beschlüsse schnellstmöglich umgesetzt werden. Denn Jugendliche können viel Engagement, Zeit und Arbeit in Projekte stecken, die ihnen am Herzen liegen. Allerdings können die meisten nicht nachvollziehen, wieso eine mögliche Umsetzung ihrer Ideen so enorm viel Zeit in Anspruch nehmen. Liebe Politiker, denkt bitte daran, dass die Jugendlichen, die heute unbedingt ihr Engagement einbringen wollen, morgen bereits erwachsen und somit aus ihren heutigen Vorstellungen „heraus gewachsen“ sind. Daher fordern wir, die Mitglieder des 6. Freigerichter Kinder- und Jugendparlaments, euch, die „erwachsenen Politiker“ in Freigericht, auf: Versprecht nicht immer nur, macht was! Denn ihr habt die Möglichkeit, direkt hier vor Ort etwas für die Bürger jeden Alters in Freigericht zu bewegen.“
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