Umso absurder werde dieses Gebaren vor dem Hintergrund, dass die gesammelten Unterschriftenlisten längst im Rathaus eingereicht und von der AfD außer leeren Worthülsen und polemischen Sprüchen nichts zum Erfolg des Bürgerbegehrens beigetragen worden sei. „Auf Unterstützung aus dem rechten Spektrum können wir ohnehin gerne verzichten“, bestärken die Fraktionsvorsitzenden Florian Altmann (CDU) und Waldemar Gogel (GfF) einmütig, mit dieser Gruppierung nicht das Geringste gemein zu haben.
„Es ist schon ein ungeheuerlicher Vorgang, wenn eine in der Gemeindevertretung Freigericht nicht vertretene Partei aus dem rechten Spektrum versucht, ein von Bürgerinnen und Bürgern initiiertes und durchgeführtes Bürgerbegehren für ihre Zwecke zu missbrauchen“, so die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Celine Brückner ergänzend. Hinzu komme, dass die AfD in ihrem Flyer auch Unwahrheiten verbreite. „Die Behauptung, es müssten 85 ha Wald gefällt werden, entbehrt jeglicher Grundlage und belegt, dass hier lediglich die Angst der Freigerichter Bürgerinnen und Bürger geschürt werden soll“, so der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Klein. „Hier wird vorsätzlich die ausgewiesene Vorrangfläche mit der Rodungsfläche gleichgesetzt, wodurch den berechtigten Einwänden gegen den geplanten Standort für Windkraftanlagen in der Sache erheblicher Schaden zugefügt wird.“
„Wir werden uns dadurch nicht beirren lassen und auch weiterhin sachlich und faktenbasiert argumentieren“, zeigen sich CDU und GfF entschlossen. „Falsche Tatsachenbehauptungen und Polemik sind hier völlig fehl am Platz. Es gibt zahlreiche gute Argumente gegen den geplanten Standort im Neuseser Gemeindewald.“ Vor allem distanzieren sich CDU und GfF ausdrücklich von der generell ablehnenden Haltung der AfD zu Windkraftanlagen. Windkraft gehöre zum Ausbau erneuerbarer Energien ebenso dazu, wie beispielsweise Solar und Biomasse. „Wir wehren uns lediglich gegen den konkreten Standort auf gesunden Waldflächen mitten im Freigerichter Naherholungsgebiet.“
Dessen ungeachtet kritisieren CDU und GfF auch das Verhalten von Bürgermeister Dr. Albrecht Eitz (SPD). Dieser hatte vergangenen Freitag am Rande der Einreichung der Unterschriftenlisten von Gogel erfahren, dass die AfD besagten Flyer verteile. Gogel habe Eitz dabei ausdrücklich erklärt, dass CDU und GfF mit diesem Gebaren nichts zu tun haben. Gleichwohl sah sich Eitz veranlasst, CDU und GfF in der Presse belehrend aufzurufen, sich hiervon zu distanzieren. „Das ist eine Verdrehung der Tatsachen“, zeigen sich Altmann und Gogel sichtlich verärgert. Bürgermeister Dr. Eitz habe jüngst dazu aufgerufen, trotz unterschiedlicher Meinungen zum Thema Windpark sachlich und fair miteinander umzugehen. Dies gelte jedoch gleichermaßen auch für den Bürgermeister, der diesen Pfad mit seinem Verhalten verlassen habe.
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