Energiewende ist auch eine klimapolitische Auseinandersetzung

Freigericht
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Mit einer Pressemitteilung antwortet Josef Keller, erster Vorsitzender des Energie-Stammtisch Freigericht e.V., auf die Pressemitteilung der Wählergemeinschaft „Die Freigerichter“ (wir berichteten).

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"Sehr geehrter Herr Brönner, vielen Dank für Ihre Pressemitteilung vom 20.06.22, in der Sie unter anderem den Energie-Stammtisch Freigericht und auch meine Person direkt ansprechen. Mit Ihren Ausführungen haben wir die Gelegenheit uns nochmals zu diesen Themen zu erklären. Sie haben vollkommen Recht, seit über 25 Jahren beschäftige ich mich mit erneuerbaren Energien und daher auch mit der Windkraft zur Stromerzeugung. Ich bin überzeugt, dass wir als Gesellschaft die Energiewende nur bewältigen können, wenn wir Sonnen- und Windenergie nutzen werden. In vielen Vorträgen haben wir dies im Energie-Stammtisch immer wieder vorgetragen. In den Monaten November bis Februar jeden Jahres sind die Sonnenstunden so gering und die Sonne steht außerdem tief, so dass die Energieausbeute mit Photovoltaikanlagen sehr gering ist. In den Monaten von März bis Oktober sieht das ganz anders aus, an diesen Monaten sind so viele Sonnenstunden möglich, so dass der Stromertrag mit Photovoltaik um ein Vielfaches höher ist. Bei der Windkraft ist dies gerade umgekehrt, in den Wintermonaten weht wesentlich mehr Wind wie in den Sommermonaten. Genauso haben wir nachts auch Wind, so dass anders, wie bei der Sonnenenergie auch in den Nachtstunden eine Stromerzeugung möglich ist. Daher wir benötigen beide Energieformen"; so Keller.

Auch deshalb habe sich der Energie-Stammtisch Freigericht e.V. bereits frühzeitig mit den geplanten Windkraftanlagen in Freigericht auseinandergesetzt: "Viele Mitglieder des ESF sind auch Mitglied in der Energie Genossenschaft Main Kinzig e.G., und haben Einblick in die Windausbeute und dem dementsprechenden Ertrag bei Windenergieanlagen. Der ESF Vorstand ist auch seit langem mit dem Vorstand der Genossenschaft im Gespräch und ist daher sehr informiert was den Betrieb von Windkraftanlagen angeht. Ausserdem haben wir viele Exkursionen an bestehende Windenergieanlagen sowie zur Vorrangfläche unternommen, um ein Gesamtbild zu erhalten. Nach diesen gesammelten Informationen hat der Vorstand des Energie-Stammtisch Freigericht e.V. einstimmig beschlossen, die Windenenergieanlagen im Freigerichter Wald zu unterstützen. Der ESF findet, dass der Bau von vier Windrädern im Freigerichter Wald auch vertretbar ist. Als Beispiel hier einige Zahlen zur Holzwirtschaft in Freigericht. Es werden in Freigericht ca. 4655 Festmeter Nutzholz und 1500 Festmeter Brennholz pro Jahr geschlagen und verkauft. Für den Bau der vier Windenergieanlagen müssten 1300 Festmeter Holz einmalig geschlagen werden. Die Holzwirtschaft ist wichtig und für uns OK, nur lassen Sie uns doch in dem Jahr, in dem eventuell die vier Windräder gebaut werden, einfach etwas weniger Holz schlagen und verkaufen, dann haben wir die Abholzung für die Windkraft innerhalb eines Jahres bereits ausgeglichen. Wie bereits mehrfach kommuniziert, hat der ESF nach dem Vorstandsbeschluss eine Arbeitsgruppe 'Windenergie Freigericht' gegründet, um alle Bürger für die Windkraftanlagen zu sensibilisieren und um eine breite Akzeptanz zu erreichen. In der Arbeitsgruppe sind ausschließlich 19 ESF Mitglieder."

Keller abschließend: "Es ist richtig, dass viele der 19 Mitglieder auch politische Ämter in verschiedenen Gemeindegremien haben und auch verschiedene Parteizugehörigkeit (SPD, UWG und GRÜNE) vorweisen. Der ESF hat folgende Grundsätze 'überparteilich, aber nicht unpolitisch', 'praxisnah, aber nicht unwissenschaftlich' und 'beratend allerdings ohne Verkaufsinteresse'. Da die Energiewende auch eine klimapolitische Auseinandersetzung ist, muss der ESF sich auch zu diesen Themen 'politisch' äußern. Auf keinen Fall ist der ESF parteiisch und unterstützt nur die Ziele einer Partei. Wie Sie sicher wissen, hat es in der Gemeindevertretung eine Mehrheit von drei Parteien gegeben, die für die Planungen der Windenenergie Freigericht gestimmt haben. Gerne nehme ich auch Stellung zu Ihrem Vorwurf, der Energie-Stammtisch hätte die Anfrage der IG-Gegenwind zur Teilnahme an den 2 .Energietagen Freigericht einfach abgelehnt. Wie Sie wissen, entspricht das nicht den Tatsachen. Der ESF hat ein Gespräch angeboten und leider ist ein ESF-Terminvorschlag von Seiten der IG Gegenwind nicht möglich gewesen und ein anderer Termin ist nicht zu Stande gekommen. Da jetzt bereits von mehreren Seiten dieses Thema von der IG Gegenwind thematisiert wurde, haben wir den kompletten Mail-Austausch auf der Webseite, für jeden einzusehen, ins Netz gestellt. Vielleicht können auch Sie sich die Mail-Texte nochmals durchlesen, um Ihre Aussagen zu korrigieren. Sehr geehrter Herr Brönner, es ist schade, dass Sie viele Dinge anders darstellen, um die Bürger von Ihrer Meinung zu überzeugen. Es ist auch deshalb schade, da ich Sie als fairen Bürger bisher kennengelernt hatte. Sie und Ihre Frau haben den ESF ja auch bei verschiedenen Anlässen besucht und auch die Fahrradständer- und Holzkohle-Aktion unterstützt. Gerne würde ich Ihnen ein Gespräch anbieten, bei dem wir Argumente und Fakten austauschen können. Während den Energietagen haben dies viele Bürger in Anspruch genommen und konnten sich mit einigen Vertretern von der hessischen LandesEnergieAgentur kurz LEA, bei der Energiegenossenschaft Main Kinzig e.G. und auch bei einem Windenergieanlagenhersteller zu allen Themen informieren. Sie sehen der Dialog ist gewünscht. Nur es müssen auch nachgewiesene Fakten dargelegt werden. In Erwartung eines Terminvorschlages verbleibe ich... Allen Mitbürgern in Freigericht empfehle ich, dass durch das Gemeindeparlament beschlossenen Prüfverfahren für die Windenergie in Freigericht zu belassen, und daher beim Bürgerentscheid mit NEIN abzustimmen."


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