Die Freigerichter Gemeindeverwaltung tut sich nicht zum ersten Mal schwer mit der Umsetzung eines Parlamentsbeschluss.
Die Freigerichter Gemeindeverwaltung tut sich nicht zum ersten Mal schwer mit der Umsetzung eines Parlamentsbeschluss.
Auf Antrag der Grünen hatten die Gemeindevertreter gefordert, „sämtliche sich im Eigentum der Gemeinde Freigericht oder der Eigenbetriebe befindlichen Grundstücke und Liegenschaften auf ihre Betriebsnotwendigkeit hin zu überprüfen“. Das Ergebnis dieser Überprüfung sollte der Gemeindevertretung in tabellarischer Form vorgelegt werden.
Nach über vier Monaten kam jetzt die Nachricht: Die Erstellung einer entsprechenden Auflistung aller 3.149 Grundstücke ist nicht möglich. „Haben sie jetzt vier Monate gebraucht, um dies festzustellen? Das ist ein Frechheit!“, fand Natalie Trageser (Grüne) das nicht amüsant. Ihre Fraktion haben mit der Anfrage nicht die Erfassung jedes kleinen Bachlaufes gefordert, sondern der Liegenschaften, mit deren Verkauf möglicherweise die Schuldenlast der Gemeinde getilgt werden könnte. Trageser: „Bei einer ordnungsgemäßen Buchführung müssten diese Liegenschaften ja auch schon aufgeführt und taxiert sein.“
Bürgermeister Joachim Lucas berief sich unterdessen auf den Antragstext, in dem die Auflistung sämtlicher Liegenschaften gefordert worden sei und ließ ausrechnen, wie lange die Erstellung dieser Liste dauern würde. Ein Mitarbeiter benötige bei einer geschätzten Bruttoarbeitszeit von 15 Minuten pro Grundstück insgesamt 47.235 Minuten. Dies entspreche 787,25 Arbeitsstunden oder 98,4 Arbeitstagen. „Der dargestellte Gesamtaufwand erscheint unverhältnismäßig, zumal kein Mitarbeiter der Verwaltung über rund fünf Monate für die Umsetzung dieses einen Beschlusses von seinen Aufgaben entbunden werden kann“, heißt es daher in der Antwort des Gemeindevorstandes. Wie lange es gedauert hat, den Arbeitsaufwand auszurechnen, ist allerdings nicht bekannt. Die Grünen wollen einen neuen Antrag zu diesem Thema stellen.
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