"Linde" und Coca-Cola-Gelände wieder auf der Tagesordnung

Freigericht
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Zur letzten Sitzung der Freigerichter Gemeindevertretung vor der Sommerpause, die am 5. Juli im Rathaus stattfindet, reicht die Wählergemeinschaft „Die Freigerichter“ die beiden, in jüngster Sitzung zurückgezogenen Anträge erneut ein.

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Zum einen die Entwicklung des Coca-Cola-Geländes unter Beauftragung eines fachkundigen Architekten, um auf Grundlage der Ergebnisse der AG Ortsmitte aus 2013 fachgerecht Ideen hinsichtlich von Nutzungsmöglichkeiten und Finanzierung vorzulegen. Und zum anderen die Auslotung weiterer Entwicklungsmöglichkeiten im Erdgeschoss der „Linde“ in Horbach in Richtung einer Begegnungsstätte für alle Freigerichter analog des „Schützenhofes“ in Oberrodenbach.

„Der Wahlkampf ist vorbei und die Gemüter haben sich hoffentlich wieder beruhigt“, hofft der Fraktionsvorsitzende Martin Pagitsch. Aus diesem Grunde hatte die Wählergemeinschaft beide Anträge vorsorglich zurückgezogen, damit diese nicht – so gut sie auch gemeint seien – "gleich in der Luft zerrissen werden, ohne sich ernsthaft mit der Prüfung für das Gemeinwohl beschäftigen zu wollen. Denn es hatte schon angeklungen, dass horrende Investitionssummen nötig seien, um die Ortsmitte samt Coca Cola-Gelände  weiter zu entwickeln und entsprechende Kurzsichtigkeit oder einseitige Versprechungen vorgeworfen. Das wäre der zweite Schritt vor dem ersten gemacht“, meint auch Fraktionsvize Klaus Brönner, der um Zustimmung dieses Antrags wirbt, da seit dem Ankauf der leerstehenden Industriebrache in 2021 diese immer noch brachliege.

Das Gleiche gelte auch für das ehemalige Hotel „Zur Linde“ in Horbach: "Unter moralischem Hochdruck sollten die Gemeindevertreter dem Ankauf in 2023 für 1,8 Mio. Euro zustimmen – und bis heute sind weder die 50 angekündigten Flüchtlinge noch Obdachlose hierin untergebracht. Das waren und sind sehr viele Steuergelder von allen Freigerichtern, die nur etwas mehr als vier Dutzend Menschen an der äußerst stark befahrenen Straße am Verkehrsknotenpunkt im Herzen Horbachs zugutekommen sollen. Zeit, um unbedingt jetzt die Weichen für die erweiterte Nutzung des Erdgeschosses zu stellen“, meinen „Die Freigerichter“, „denn wir müssen endlich ein für die komplette Bevölkerung akzeptables Endergebnis finden, mit dem alle leben können, da bis heute der Ankauf und die von der Verwaltung geplante ausschließliche Nutzung als Flüchtlingsunterkunft weiterhin in der Bevölkerung hochumstritten ist und beim weiteren Durchziehen für die Zukunft Freigerichts weiteren gewaltigen Sprengstoff birgt. Denn auch die angenommenen Folgekosten im siebenstelligen Bereich für die nächsten Jahre geistern durch Freigerichts kleinstem Ortsteil. Es war 2023 beschlossen worden, dort statt der 86 geplanten doch nur 50 Flüchtlinge aufzunehmen über einen Zeitraum von fünf Jahren. Und dann sollte danach entschieden werden, was mit der 'Linde' passiert. Warum erst in fünf Jahren, denn man könnte ja heute bereits die Weichen stellen, fragen sich „Die Freigerichter“. So könnte doch im Erdgeschoss eine Begegnungsstätte geschaffen werden. Hier ist eine Großküche vorhanden, die von allen für diverse Aktionen genutzt werden kann. Sei es Marmelade kochen wie zu Omas Zeiten oder um über eine gemeinsame Speisenbereitung mit interkulturellen Aspekten leichter in Kontakt mit den Flüchtlingen kommen: somit könnte hier gelebte Integration ganz einfach selbstverständlich werden. Im Erdgeschoss stehen auch zwei Wohnungen zur Verfügung, die man als Büros für die Seniorenberatung und auch für die Flüchtlingsberatung direkt vor Ort nutzen könnte. Im Rathaus ist ja ohnehin kein Platz. Basteln, Schulbetreuung, Babbelabende, gemeinsames offenes Musizieren: das sind nur einige Ideen."

In Freigericht würden so viele Menschen alleine in ihren Wohnungen leben, die sich nicht trauen, sich wegen irgendwelcher Verpflichtungen Gruppen oder Vereinen anzuschließen oder weil sie es nicht mehr können und deshalb völlig vereinsamen: "Ein Treffpunkt ohne Zwang für alle: das wäre ein erster Ansatz. Und wenn in fünf Jahren die Wohnungen für die Flüchtlinge nicht mehr gebraucht werden sollten, könnte man mit günstigen Mikro-Appartements der Wohnungsnot unter sozialen Aspekten gerade bei den Älteren oder sozialschwachen Bürgern Abhilfe schaffen, wo schon lange viel darüber geredet wurde, aber noch viel weniger passiert ist. Da die Immobilie nun im Gemeindeeigentum ist, sollten alle Bürger da auch ein Wörtchen mitreden. Der Oberrodenbacher Schützenhof ist da Vorbild. Viele Freigerichter gehen gerne dorthin und nehmen die Angebote wahr. Wir wissen: Schnell war 2006 in Oberrodenbach klar, dass das zukünftige Leben als dörfliche Begegnungsstätte und Treffpunkt für Jung und Alt darin nur ehrenamtlich geschultert werden kann, das heißt, ein eigener Trägerverein wurde gegründet. Die Gemeinnützigkeit für alle, für die dörfliche Gemeinschaft stand dabei im Vordergrund. Der Trägerverein Schützenhof hat für das Raumangebot dann das Nutzungskonzept entwickelt. Die Umbaumaßnahmen wurden von der Gemeinde Rodenbach finanziert und vom Land Hessen aus dem Programm 'Zur ländlichen Entwicklung und Dorferneuerung in Hessen' gefördert. Warum geht das nicht auch in Horbach? Mit einer starken Gemeinde im Hintergrund kann diese dem Gemeinwesen orientierte Projektarbeit und gelebte Basisdemokratie funktionieren. Demokratie von ganz unten heraus, wo jeder mitgenommen werden kann – und so weit, wie er will."

Abschließend heißt es in der Pressemitteilung: "Unsere kleine Idee, die schon auf fruchtbaren Boden gefallen ist, da diese bereits mit vielen 'führenden Köpfen' Horbachs vorgestellt und diskutiert wurde, soll bald in größerer Runde diskutiert werden. Denn demnächst soll zu einer Bürgerversammlung eingeladen werden, um das abseits von allen Parteibrillen öffentlich zu diskutieren und auch auf eine breitere Basis zu stellen. Als Referent wird der heimische Architekten Klaus Heim anwesend sein, der den Schützenhof in Oberrodenbach entwickelt und so viele weitere Projekte in den Dorferneuerungsmaßnahmen in der Region begleitet hatte, der unverbindlich und ohne Verpflichtungen teilnehmen wird. Es ist ja jetzt unser aller Immobilie, wo auch der Werterhalt gilt. Hier muss wirklich nichts neu erfunden werden! Chancen suchen, Meinungen abwägen, Menschen zusammenführen und transparent einbinden, für alle das Beste machen, Fördertöpfe klären – das kann auch in Freigericht gelingen!“, werben „Die Freigerichter“ für ihre Idee.


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