Die Freigerichter Gemeindeverwaltung hat einen erneuten Versuch gestartet, einen Teil des ehemaligen Munitionsdepots in Bernbach von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zu kaufen oder zu pachten.
Die Freigerichter Gemeindeverwaltung hat einen erneuten Versuch gestartet, einen Teil des ehemaligen Munitionsdepots in Bernbach von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zu kaufen oder zu pachten.
Nach dem sich abzeichnet, dass der Vorschlag des Gemeindevorstandes, der Trageser GmbH weiterhin die Nutzung des ehemaligen Kalksteinbruchs in Altenmittlau zu ermöglichen, keine Zustimmung in der Gemeindevertretung findet, seien nun die heimischen Bundes- und Landtagsabgeordneten eingebunden worden, um doch noch einen Teil des Geländes in Bernbach nutzen zu können, erklärte der Erste Beigeordnete Günther Thyriot. Die Bundesregierung hatte dies im November vergangenen Jahres bereits abgelehnt, weil das ehemalige Munitionsdepot als Ausgleichsfläche für die sich in Planung befindliche Nordmainische S-Bahn genutzt werden soll. Nun soll versucht werden, einen Tausch mit einem rekultivierten Kalksteinbruch zu realisieren, der dann als Ausgleichfläche ausgewiesen werden könnte. Wie Thyriot gestern Abend auf der Sitzung des Planungs- und Strukturausschusses außerdem erklärte, wurde auch im Gewerbepark Birkenhain eine Fläche von zirka 10.700 Quadratmetern ermittelt, das für die Trageser GmbH in Frage kommen könnte. Es handele sich dabei um einen Bereich auf der linken Seite hinter dem Gelände der Firma CID.
Mitglieder der "Bürgerinteressengruppe Rekultivierung Kalksteinbruch Altenmittlau" und Mike Trageser, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma, hatten auf der gut besuchten Ausschusssitzung im Feuerwehrhaus Altenmittlau die Gelegenheit, ihre Standpunkte zu verdeutlichen. Die Bürgerinitiative hat sich inzwischen mit einem anwaltlichen Schreiben an das Regierungspräsidium gewandt. "Wir meinen das sehr ernst", machten diese Altenmittlauer deutlich, dass sie eine weitere Nutzung des Kalksteinbruchs aus den bekannten Gründen wie Lärm-, Staub- und Verkehrsbelästigung nicht akzeptieren werden. "Wenn Politik glaubwürdig bleiben soll, sollte sie so handeln, wie sie es versprochen hat", wurde ein Gewerbeentwicklungsplan gefordert, um entsprechende Flächen zu finden und der Firma Trageser einen Verbleib in Freigericht zu ermöglichen.
Deren Geschäftsführer Mike Trageser betonte, dass der Gemeindevorstand den ehemaligen Steinbruch als neuen Standort für sein Unternehmen vorgeschlagen habe. "Wir hätten uns das gar nicht getraut. Aber inzwischen haben wir festgestellt: Das ist für uns der beste Standort", sei mehr Qualität für die Anwohner der Hauptstraße in Altenmittlau nur durch den Bau einer Umgehungsstraße zu schaffen gewesen. Bei der Ablehnung dieses Straßenbauprojektes sei allerdings niemand von den jetzt protestierenden Bürgern aktiv geworden. "Ob wir in Freigericht noch einen passenden Standort finden können, weiß ich nicht", sei er geschockt, wie massiv inzwischen der Widerstand gegen seine Pläne sei.
Doch genau auf diese Suche nach neuen Standorten drängt vor allem die SPD. Geprüft werden soll nun das Gelände hinter dem Sportplatz in Altenmittlau in Richtung Hof Birkelbach und der Bereich links und rechts entlang der Straße nach Somborn. Und auch das Gewerbegebiet "Wehrweide" in Somborn ist wieder im Spiel: Klaus Brönner (CDU) forderte vom nicht anwesenden Bürgermeister Joachim Lucas, auf eine Umlegung der dortigen Gasleitung hinzuarbeiten. Dann könnten zusätzliche 30 Hektar als Gewerbegebiet ausgewiesen werden. "Die Umgehungsstraße Hasselroth wird gebaut werden, wenn auch drei, vier Jahr später; und diese wird dann genau dort rauskommen", griff Brönner möglichen neuen Straßenbauprojekten bereits vorweg.
In Sachen Rekultivierung gab der Ausschuss ein deutliches Signal ab: Eine klare Mehrheit sprach sich für eine unverzügliche Rekultivierung des Kalksteinbruchs in Altenmittlau aus. Lediglich Prof. Dr. Bernhard Fleckenstein erhielt sich der Stimme. Seine LFB/FDP-Fraktion würde gerne einen Bereich für Hobbygeologen offen halten, um dort die Suche nach seltenen Steinen zu ermöglichen. Die Grünen lehnen die bisher vorgeschlagenen Standorte für die Trageser GmbH ab, da dort keine vernünftigen Verkehrsanbindungen vorhanden seien und favorisieren das Munitionsdepot in Bernbach. Die UWG hatte sich im Vorfeld, anders als CDU, SPD und Grüne, noch nicht öffentlich zum Kalksteinbruch geäußert, sprach sich im Ausschuss aber auch für die komplette Rekultivierung aus.
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