In der jüngsten Sitzung der Freigerichter Gemeindevertretung am 15. Juni 2012 wurde bei nur zwei Enthaltungen in fraktionsübergreifender Einmütigkeit ein weitreichender, nachhaltiger Beschluss gefasst, der die Familienfreundlichkeit der Gemeinde Freigericht unterstreicht und für Eltern planbare Perspektiven für die Zukunft öffnet.
Denn durch die Einrichtung eines Tagespflegebüros wird eine lokale Anlaufstelle für Eltern ins Leben gerufen, die eine flexible Betreuungsmöglichkeit für Kinder im Alter von etwa drei Monaten bis 14 Jahren suchen, wie auch für die Tagesmütter, um diesen mit Rat und Tat beiseite zu stehen.
Mit Beschluss der Gemeindevertretung vom 02.09.2011 wurde der Gemeindevorstand mit der Einrichtung beauftragt. Die Koordinatorin ist Sandra Hein vom Ordnungsamt, Sachbearbeiterin im Kindergartenbereich, und ist erreichbar unter Telefon 06055/916-146 oder direkt im Rathaus, Zimmer 11 während der Öffnungszeiten. Die Diplom-Pädagogin hatte in der Vergangenheit ein Konzept für das Tagespflegebüro erarbeitet, übernimmt nun auch die damit verbundenen Aufgaben. So kann das Tagespflegebüro beispielsweise betreuungssuchenden Eltern Lösungen anbieten, die vielleicht an zu starren Öffnungszeiten der Freigerichter Kindergärten gescheitert wären. Dies betrifft häufig in Schichtarbeit Tätige. Oder auch bei Notfällen außerhalb der regulären Kindergartenöffnungszeiten.
Sinnvolle Alternativen zu ausgelasteten Kapazitäten bestehender Einrichtungen können dadurch aufgezeigt werden. Auch Anlaufstelle für Erstgespräche mit weiteren an Tagespflege interessierten Personen will das Tagespflegebüro sein, die im besten Fall dann aquiriert werden könnten. Betreibung von Öffentlichkeitsarbeit, pädagogische Beratung der vorhandenen Kräfte, generelle Vermittlung und Suche von Plätzen bei passenden Tagesmüttern, Teilnahme an Multiplikatoren- und Vernetzungstreffen sind weitere Aufgaben des neuen Büros. Bisher war es so, dass sich suchende Eltern direkt beim Kreis als Aufgabenträger erkundigt haben, ob eine Unterbringungsmöglichkeit vor Ort gegeben sei. Dieser Weg ist weiterhin möglich, doch kann dieser Weg ab sofort durch das Freigerichter Tagespflegebüro erheblich abgekürzt werden.
Zurzeit werden auf der Grundlage der Satzung des Main-Kinzig-Kreises Richtlinien erarbeitet, über die die Gemeindevertretung noch befinden muss, denn der Abschluss einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Gemeinde Freigericht und dem Main-Kinzig-Kreis über die Zuständigkeiten des örtlichen Tagespflegebüros wird als sinnvoll erachtet, dabei kann die Inanspruchnahme der Förderung ebenfalls mit einer Kooperationsvereinbarung zwischen den Tagespflegepersonen und dem Tagespflegebüro der Gemeinde verbunden werden. Über die finanzielle Abwicklung soll halbjährlich im Haupt- und Finanzausschuss berichtet werden; über den jeweils aktuellen Sachstand soll der Ausschuss für Soziales informiert werden, ebenfalls halbjährlich.
Insgesamt drei aktive Tagesmütter gibt es in Freigericht, die circa 150 Betreuungsstunden leisten: Inge Sommer, Beate Weber und Vanessa Pochop. Inge Sommer (63) ist seit zwölf Jahren für die Allerkleinsten ab drei Monaten da, betreut in Altenmittlau vor allem U3-Kinder. Beate Weber (54) hat sich in Altenmittlau auf die Betreuung von Grundschulkindern spezialisiert und betreut diese seit zehn Jahren, Mittagessen, Spielen, Hausaufgabenhilfe inklusive. Seit November 2011 ist Vanessa Pochop (30) in Somborn vormittags für die Kleineren, nachmittags für die Schulkinder da. Die Tagesmütter sind alle qualifiziert, haben entsprechende Pflegeerlaubnisse von Seiten des Main-Kinzig-Kreises und bilden sich mittels Schulungen und Belegung von verbindlichen Seminaren ständig weiter. Bis zu fünf Kinder - je nach Pflegeerlaubnis - können aufgenommen und individuell betreut werden. Im Notfall helfen alle Drei auch samstags und sonntags aus, wie auch schon einmal über Nacht.
Für jede geleistete Betreuungsstunde erhalten die Tagesmütter zukünftig einen Zuschuss von 1 Euro. Die Freigerichter Gemeindevertretung hat dafür im Haushalt Gelder zur Förderung der Tagesmütter wie auch für die notwendigen Sachmittel eingestellt.
Alle drei Tagesmütter begrüßen die Einrichtung des Tagespflegebüros, das in engem Kontakt mit dem Main-Kinzig-Kreis steht. Bei einem gemeinsamen Kennenlernabend im Rathaus, zu dem Bürgermeister Joachim Lucas kürzlich eingeladen hatte, hoben die Drei ihre Motivation heraus wie auch den hohen Gesprächsbedarf mit der Verwaltung nach dem Motto „Verlässlichkeit und Planbarkeit“ und erwarten von der Schnittstelle entsprechende Unterstützung.
In regelmäßigen Abständen wollen sich somit alle Beteiligten zum regen Informationsaustausch treffen, in dem Fragen beantwortet, Informationen weitergegeben, eventuelle Konfliktlösungen und Hilfestellung bei der täglichen Betreuungsarbeit wie auch bei der Überwindung bürokratischer Hürden gegeben werden kann. Man will sich besser vernetzen und den angebotenen Informationsfluss als sinnvollen Multiplikator nutzen. Dies bestätigte Ordnungsamtsleiter Peter Betz, der Unterstützung bei speziellen Problemen zusicherte.
Foto: Bürgermeister Joachim Lucas (Mitte) freut sich über die Einrichtung eines Tagespflegebüros, das unter der Leitung von Diplom-Pädagogin Sandra Hein (rechts) steht. Über das Projekt informierte auch Ordnungsamtsleiter Peter Betz (2.v.l.) die drei bisher in Freigericht tätigen Tagespflegepersonen Inge Sommer (links), Beate Weber (3.v.l.) und Vanessa Pochop (2.v.r.).
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