„Das ist nicht mehr die CDU wie sie früher war“, sagt Norbert Peter und präsentiert bei der Vorstellung des Wahlprogrammes gleich frische Ideen und neue Gesichter.
Daniel Klein, Sebastian Klüh und Jeanette König gehören zur neuen Generation der Freigerichter Christdemokraten, die für ein erfolgreiches Ergebnis bei der Kommunalwahl am 6. März sorgen soll. An der Zielvorgabe lässt der Vorsitzende keine Zweifel aufkommen: „Wir wollen stärkste Kraft in der Gemeindevertretung bleiben.“
Und dafür scheint es keine Denkverbote mehr zu geben: Die Forderung nach kostenfreien Kindergartenplätzen hat inzwischen auch ins CDU-Wahlprogramm Einzug gefunden, „das kann eine wichtige Entscheidungshilfe für Familien sein, die nach Freigericht ziehen wollen“, ist Klein überzeugt. Um die dafür nötigen Millionen aufbringen zu können, schwebt Parteichef Peter ein Finanzierungspaket vor, „es gibt intelligente Lösungsmöglichkeiten“, ist er überzeugt.
Ein Baustein: Die Auflösung des Eigenbetriebes der Gemeinde und die Rückführung der Aufgaben in die Gemeindeverwaltung. „Das ist der größte Posten im Gemeindehaushalt und ausgerechnet auf den haben wir am wenigsten Einfluss“, sei der Eigenbetrieb laut Klüh in den vergangenen Jahren aber auch nie richtig verstanden worden. Während man beim Hallenbadumbau noch zufrieden gewesen sei, hätten die Mehrkosten bei der Kita Schatzkiste in Somborn dann für ein Umdenken gesorgt. „Der Steuervorteil wird vom Verwaltungsaufwand aufgebracht“, erwartet die stellvertretende Parteivorsitzende Jeanette König bei einer Rückführung der Aufgaben ins Rathaus viele Synergieeffekte und dadurch Einsparungen.
Als Bestätigung ihrer kontinuierlichen Arbeit sieht die CDU die jetzt in Planung befindliche Neugestaltung des Areals „Lederfabrik Bernbach“ und schmunzelt über die neuerliche Offensive der SPD: Es sei ein „Oberwitz“, dass von dort jetzt der Ruf nach Bürgerbeteiligung komme, während im Parlament der CDU-Antrag zur Einberufung nach einer Bürgerversammlung noch abgelehnt worden sei. „Warum fragen sie jetzt die Bürger? Wir wollten von Beginn an über Abriss und den Sachstand informieren“, könnte sich Klein dort neben einer reinen Wohnbebauung auch eine Einrichtung für Betreutes Wohnen vorstellen. Inzwischen hat die CDU eigenständig für kommenden Sonntag zu einem „Informations-Frühschoppen“ über die Zukunft der ehemaligen Lederfabrik in die Bernbacher Gaststätte „Zur Hoffnung“ (Beginn: 10.30 Uhr) eingeladen.
Auch bei der Erweiterung des Gewerbegebietes Birkenhain schaut die CDU etwas ungläubig in Richtung Genossen: „Das ist schon seit einem Jahr im Gange, inklusive Begehung“, wundert sich Klüh, Parteichef Peter hat gar einen roten Faden bei der SPD ausgemacht: „Erst ein Thema blockieren und dann nach einiger Zeit als eigene Idee entdecken“, sei es allerdings alles andere als zupackend, wenn Entscheidung aus Angst vor den Wählern nicht herbeigeführt würden. Seine Erkenntnis: „Die SPD hat ihre Rolle in Freigericht noch nicht gefunden.“
Weiterhin auf der Agenda der CDU bleibt die „Rückführung des Gemeindewaldes in Eigenregie“, wie Diplom-Forstingenieur Peter den Ausstieg aus der Waldbewirtschaftung durch Hessen Forst gerne bezeichnet. Auch dadurch erhofft er sich einen neuen Geldregen für die Gemeindekasse. „ Vergleichbare Privatwaldbetriebe fahren deutlich bessere Ergebnisse ein“, könnte dieser Überschuss dann wieder für andere Projekte generiert werden.
Und anderem auch für die Integration von Flüchtlingen: Hier verweist die CDU auf das von ihr initiierte „Fest der Nation“, dass in diesem Sommer erneut stattfinden soll. „Migration ordnen, klare Regeln und deren Einhaltung“, steht allerdings auch im Wahlprogramm, „wir müssen die Gemeinschaft innerhalb Freigerichts stärken“, baut Klein dabei vor allem auch auf die Unterstützung der Vereine. Die sollen in Zukunft wieder mehr gefördert werden, wie hoch der Zuschuss ausfallen wird, soll je nach Kassenlage entschieden werden.
Zwei heiß diskutierte Themen aus den vergangenen Jahren stehen bei Peter und Co. inzwischen deutlich weiter unten auf der Prioritätenliste: Die Auswirkungen durch die Nicht-Zustimmung der anderen Fraktionen zur Umgehungsstraße werde die Gemeinde in den kommenden Jahren laut Klüh zwar noch bei vielen Themen beschäftigen, „aber das Thema ist durch“, glaubt Peter nicht an eine Neuauflage. Und auch die einstigen Bauvorhaben auf Hof Trages scheint die CDU wesentlich entspannter zu sehen: Ein Hotel sei „wünschenswert und zweckmäßig“ (Klein), die Erweiterung des Golfplatzes hingegen hält Klüh nicht mehr für umsetzbar: „So lange die Bürger das nicht wollen, ist das Thema gegessen.“
Parteichef Peter, der auf Platz eins der CDU-Liste steht und somit neu ins Parlament einziehen würde, will sich daher in Zukunft lieber anderen Projekten widmen: „Wir haben viele frische Ideen, die wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern in den nächsten Jahren in Freigericht umsetzen wollen.“
Foto: Stellten das Wahlprogramm der CDU Freigericht vor: Parteichef Norbert Peter, die Gemeindevertreter Daniel Klein und Sebastian Klüh sowie die stellvertretende Parteivorsitzende Jeanette König.
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