„Tuesdays for Future“ beim Natur- und Vogelschutzverein

Meerholz
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Ein Jahr ist wieder einmal zu Ende und wir alle stellen fest, dass sich die Bedingungen in der Natur immer schneller nachteilig zu Lasten der Tiere und Landschaften verändern.

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In Meerholz/Hailer stellt sich diesen Entwicklungen eine ganz besondere Gruppe entgegen: die Dienstagsgruppe des NVSG. Doch nicht die Tatsache, dass man Tieren, Bäumen und Pflanzen bestmöglich helfen möchte ist hier das Besondere. Jeden Dienstag treffen sich am Vereinsheim derzeit um 13: 30 Uhr 15 + Naturschützer(innen), die sich in den dann folgenden 2 ½ Stunden intensiv der Pflege- und dem Schutz der die Ortschaften Meerholz und Hailer umgrenzenden Landschaftsbereiche zuwenden. Das Ungewöhnliche an dieser Gruppe ist dennoch nicht die permanent hohe Anzahl ihrer Mitstreiter, sondern ihre außergewöhnliche Altersstruktur. Während die letzten Neuzugänge im Lebensalter „um die 60“ den Schnitt zwar schon erheblich senken konnten, schafften sie es dennoch nicht, ihn unter die magische Zahl von „70“ zu bewegen, was nichts anderes heißt, als dass sich das Gros der Gruppe in einem Alter 70 + bis 80 + bewegt. Was man in diesem Alter noch alles und in hoher Qualität bewegen kann, soll nachstehend der abschließende vierte Teil der Jahreschronik schildern.
Ende Oktober standen die Bereiche um die alte Tongrube in Meerholz auf dem Plan, wo man den über das Jahr wild zugewucherten Flächen wieder eine ansehnliche Optik verlieh; auch, damit im Folgejahr kleinere Pflanzen, mitunter sogar vom Aussterben bedrohte Seltenheiten (Orchideen etc.) die Chance haben, ans lebensnotwendige Licht zu kommen. Eine intensive Pflege weiterer großer Flächen schloss sich an den Folgedienstagen an; zum Beispiel in der Hailerer Gemarkung „Am Sonnenberg“.

Auch hier galt es, dem Wildwuchs mit vereinten Kräften Paroli zu bieten; denn die Zeit für weitere, bis zum Jahresende notwendige Maßnahmen, unter ihnen der „Winterschnitt“ vieler alter Obstbäume, rückte unaufhaltsam näher… Die Themen änderten sich fortwährend; die Mannschaft hingegen nicht. Und wer nicht zur Außendienst-Truppe gehörte, kümmerte sich in diesen Wochen vor dem Vereinsheim um die Herstellung einer Bodenplatte, auf der zu einem späteren Zeitpunkt die Garage Platz finden sollte. Auch und gerade bei diesen Arbeiten war neben dem Anspruch, den großflächigen Untergrund so genau als möglich vorzubereiten, vor allen Dingen Muskelkraft gefragt. Am „Feiertags“-Termin des Buß- und Bettages traf man sich - mit vielen anderen Vereinsmitgliedern - zum traditionellen Großreinemachen und, was weit wichtiger war, zur Vogelfutter-Herstellung.

Während die einen sich mit unterschiedlichen Reinigungsmaßnahmen beschäftigten; kümmerten sich andere derweil um das Brennholz des übernächsten Winters; aber auch für eine kleine Pause fand sich zwischendurch immer ein Moment an Zeit. Hinter der Hütte stieg derweil bereits weißer Rauch auf... Mit dem unter ständigem Rühren flüssig geschmolzenen Flomen vom Schwein und einer altbewährten Körnermischung wurden zahlreiche Gefäße gefüllt, die den Vögeln durch den Winter helfen sollen.

Bevor sich mit der Lieferung der neuen Garage die Aktivitäten des Teams rund um das Vereinsheim bündeln sollten, musste man sich dringend noch dem Pflegeschnitt der alten Obstbäume, hier auf der „Schafhurt“ zuwenden. Während die einen wussten, welcher Ast ausgedünnt werden durfte, kamen andere auf der hohen Leiter zum Glück noch an die entsprechende Stelle. Das „Jeder für Jeden, weil alle für die Natur…“ zeigte sich nicht nur hier, sondern während aller Einsätze des gesamten Jahres. Die Älteren waren bereit, ihr Wissen weiter zu geben; die neu hinzu gekommenen Mitglieder saugten es auf… und wenn sie mal einen Fruchtast zuviel abschnitten, wurde es ihnen schnell verziehen...

Am 10. Dezember war es dann soweit; die neue Garage wurde geliefert. Alle folgten interessiert dem Aufbau der neuen Unterbringungsmöglichkeit für den Vereinstraktor und all die vielen anderen Geräte, ohne die ein sinnvolles Arbeiten im Gelände nicht möglich wäre. Und der Vorsitzende des Vereins, Günter Pöllen, durfte stolz darauf sein, was er mit den ältesten Aktiven des Vereins in den letzten Monaten erneut für das Gemeinwohl „erarbeiten“ konnte.

Eine Woche später gab er im Namen des Vereines diese Freude gerne zurück und lud die fleißigen Helfer zu einem Einweihungs-Festessen in Form einer riesigen, sehr lecker zubereiteten „Grillhaxe“ aus einer ortsansässigen Metzgerei ein. Vorher jedoch war es dem Team noch eine dringende Herzensangelegenheit, den bei den Vorbereitungen angefallenen Bauschutt mit dem schweren Hammer zu zerkleinern und auf der Deponie zu entsorgen, auch weil der Platz um das Vereinsheim wieder zur Visiten-Karte des Vereins werden soll. Die eine oder andere im Einklang mit der Natur einhergehende Verschönerungsmaßnahme hat man hierzu für das kommende Jahr schon im Auge...

Den Jahresausklang beging man mit der traditionellen Wanderung zwischen den Jahren.  Und wem der Weg an diesem Tag zu weit war, der kam direkt zum Ort der Einkehr, wo man gemeinsam ein Mittagessen einnahm und sich das eine oder andere, was man im Verlauf des Jahres miteinander erlebt hatte, noch einmal vergegenwärtigte. Erneut hatte man viel ge- und erarbeitet; aber auch viel und gerne zusammen gelacht… und zu besonderen Ereignissen, den 80. Geburtstagen einzelner Teammitglieder, sogar miteinander gesungen! Das wichtigste war jedoch der zu jeder Zeit freundliche und verständnisvolle Umgang miteinander. Hier haben sich Menschen zueinander gesellt, die gemeinsam ehrenamtlich und mit gegenseitigem Respekt am gleichen Strang ziehen… jeder so gut, wie er es altersgerecht oder unter Umständen mit seinen kleinen Zipperleins noch kann. Horst Zimmermann, die gute Seele im Vereinsheim...

Sie als Leser haben uns jetzt ein ganzes Jahr bei unseren vielseitigen Außenaktivitäten begleiten dürfen; waren Zeuge, was ein kleines Häuflein Menschen jenseits der Berufsjahre noch alles bewegen kann, wenn zum Enthusiasmus für die Sache ein gutes Miteinander und ein bisschen Spaß hin- zukommen.

Aber das Team im „Außen“ würde bei weitem nicht so gut funktionieren, wenn es im „Innen“(-dienst) nicht den geben würde, der sich verlässlich und in hoher Kompetenz um alles, was Technik und damit einhergehende statistische Arbeiten, Schriftwechsel usw. kümmert, während wir anderen ständig „an der frischen Luft“ sein dürfen. So möchten wir an dieser Stelle unseren Horst Zimmermann als Teammitglied auch namentlich erwähnen und „ins Licht rücken“, welches er bei seinen überwiegenden Einsätzen innerhalb der Vereinsheim-Räumlichkeiten hin- und wieder sicher vermisste.

Sollten Sie jetzt für einen Moment das Gefühl in sich verspürt haben, ihre Dienstagnachmittage zukünftig außer Haus und vielleicht noch sinnvoller verbringen zu wollen als derzeit, schnuppern sie einfach mal bei uns herein. Sie sind nicht der Erste und vor allen Dingen immer herzlich willkommen.

Nächster Termin: Dienstag, der 07. Januar 2019 - 13:30 Uhr – Vereinsheim am Wingerthäuschen

Text: Reiner Pospischil; für die Dienstagsgruppe des NVSG;
Fotos: Günther Appich, Reiner Pospischil

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