Lebensbaum bei der Waldhütte erneuert

Meerholz

Der Lockdown hat zwar einen Großteil der Pflegemaßnahmen der Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer auf Eis gelegt, die Arbeitsgruppe, die sich jeweils am Dienstagnachmittag trifft, ist aber die ganze Zeit über „aktiv“ geblieben und hat sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und abgestimmt auf die Hygiene-Regeln an diversen Einsätzen beteiligt.

Stadt Schlüchtern
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Auf dem Gelände der Waldhütte oberhalb vom Waldfriedhof wurde mehre Wochen lang am Insektenhotel gewerkelt, dass vor bald 15 Jahren durch die vereinseigene Jugendgruppe errichtet worden ist. Damals noch unter der Ägide der Jugendleiterin Irmgard Schäfer. Ihr zu Ehren wurde der Standort im Schatten beibehalten, was eigentlich falsch ist. Insektenhotels und Lebensbäume gehören normalerweise in die Sonne, aber so soll eben auch an frühere Zeiten und damit an die Erfolgsgeschichte der Jugendgruppe erinnert werden. Inzwischen ist das auch als Insektenhotel konzipierte Bauwerk in die Jahre gekommen. Wind und Wetter hatten den Stützbalken arg zugesetzt, sodass die Stabilität des Gerüsts nicht mehr gewährleistet war. Schon vor der Pandemie war darum angedacht worden, das turmähnliche Gebilde zu erneuern, musste dieses Anliegen aus Termingründen oder wegen schlechten Wetters immer wieder verschieben. Dank Corona blieb endlich genug Zeit übrig, sich der Instandhaltung anzunehmen. An mehreren Dienstagen traf sich eine kleine Delegation aus der Dienstagsgruppe, um zuerst das morsch gewordene Holz abzutragen und durch neue Stürzbalken zu ersetzten. Man hat sich bei der Gestaltung des neuen Lebensbaums weitgehend am Aussehen der alten Anlage orientiert, den Aufbau aber so gestaltet, dass das neue Gebilde nicht mehr nur Insekten , Käfern und Ameisen ein Refugium bietet, sondern sich auch andere Kleintiere darin wohlfühlen und nunmehr auch Igeln, Lurche, Mardern, Siebenschläfern oder gefiederten Freunden ein Unterkommen bietet.

Der Boden des rund 3 m hohen Turmes wurde mit Ziegeln ausgelegt, in deren Holräumen sich Rückzugsmöglichkeiten für Nagetiere anbieten. Darüber wurde Totholz eingelagert, das von den Insekten angeknabbert werden kann, die ihre Nester Mithilfe von Zellfäden Speichelfluss bilden, aber auch den Tieren zu gute kommen, die sich von organischen Abfällen ernähren. Auf halber Höhe wurde der Turm mit vorgebohrten Balken umspannt, in denen Wildbienen und andere Insekten wie früher ihre Eier ablegen können. In alten Obstkisten eingelagerte Zapfen sollen Marienkäfern, Florfliegen und Ohrwürmern zu gute kommen. Unter der Spitze des Turmes bieten eingelagerte Äste und Schilfstängel Rückzugsmöglichkeiten für Schmetterlinge und andere Kleintiere.

Mittlerweile ist der neue Lebensturm bezugsfertig. Bleibt zu hoffen, dass das liebevoll gestaltete Bauwerk reichlich von den tierischen Freunden angenommen wird, sich aber auch der Mensch positiv dem Projekt gegenüber verhält. Die darin lebenden Tiere sollen möglichst nicht gestört werden und auch sonst, hofft man in der NVSG zuversichtlich, dass auch dieser Turm für viele Jahre erhalten bleibt und damit ein wichtiger und sinnvoller Beitrag zum Artenerhalt und damit zur Ökologie geleistet werden kann. Derzeit prüft die NVSG die Idee, ob noch an weiteren Standorten ein solcher Lebensturm eingerichtet werden soll.


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