Schöpfungstag am Sonntag im Meerholzer Schlosspark

Meerholz
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„Wissenschaftler:innen berichten seit Jahrzehnten über die menschengemachte Klimakrise, es hat fast keinen Effekt gehabt“, zieht Dirk Wehrig, Gründer und Sprecher der Psychologists & Psychotherapists for Future im Main-Kinzig-Kreis, eine ernüchternde Bilanz.

„Junge Menschen gehen in großen Scharen auf die Straße, Aktivist:innen der ‚Last Generation‘ kleben sich mit ihren Händen auf Autobahnen fest, Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Fakultäten entschließen sich zu auffallenden Maßnahmen des zivilen Ungehorsams - und jetzt das Klima persönlich: heißester Sommer in Hessen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881, Trockenheit in Mitteleuropa, austrocknende Flüsse und Schifffahrtswege, unbeherrschbare Waldbrände mit riesigen zerstörten Flächen - ist das Klima selbst der effektivste Aktivist? Reichen diese klaren ‚Botschaften des Klimas‘, um wenigstens die Auswirkungen ‚nur‘ des 2-Gradziels ertragen zu müssen?“

„Weshalb verhallen Botschaften? Wie machen wir Menschen das, sie zu überhören und unseren Lebensstil nur minimal zu verändern?“ wirft Dirk Wehrsig wichtige Fragen auf. „Weil die kommunizierten Erscheinungen der Klimakrise jahrzehntelang nicht spürbar waren, es sich ‚nur‘ um Wissen handelte. Und die prognostizierten Folgen unseres klimabelastenden Verhaltens erst in einer fernen Zukunft kommen sollten.“ Wissen alleine reiche nicht, damit wir Menschen ins Handeln kommen, erst Gefühle motivierten uns, um unser Verhalten zu verändern. Besonders, wenn wir alte, lieb gewonnene Gewohnheiten verändern wollten! Und es gäbe noch zahlreiche weitere psychologische Gründe: beispielsweise fühlten wir uns mit alten, bekannten Verhalten sicherer.

Während die Psychologists for Future ihr Augenmerk darauf richten, WIE Menschen, Organisationen und Politik diese Widerstände überwinden und ins effektive Handeln kommen können, arbeitet die Initiative People for Future Gelnhausen seit einigen Jahren daran, WAS wir tun können; z.B. mit ihren Schwerpunktgruppen Sonnenstrom und Mobilität. Hierzu hat sie bereits zahlreiche Vorschläge erarbeitet, beispielsweise die Teilnahme am „Wattbewerb“ (siehe Schaufenster im ehemaligen Joh-Gebäude) und konkrete Vorschläge zur Verbesserung klimafreundlicher Mobilität. Beide Initiativen arbeiten miteinander effektiv zusammen und präsentieren ihre Vorschläge in einem gemeinsamen Zelt beim Schöpfungstag.

Dessen Motto lautet: „Die Welt retten – alles beginnt vor meiner Haustür“. „Das ist absolut richtig.“ findet Andreas Hlasseck, Sprecher der People for Future Gelnhausen. „Gäbe es nicht einzelne Menschen, die sich auf den Weg der Veränderung machen, wie sollte Veränderung im Großen dann möglich sein?“ Jeder einzelne Mensch könne seinen ‚CO2-Fußabdruck‘ durch Maßnahmen wie weniger Fleisch und mehr pflanzliche Ernährung, Car-Sharing, Fahrradfahren und Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel reduzieren; damit gleichzeitig etwas Gutes für die eigene Gesundheit und die anderer tun. „Was jedoch noch viel wichtiger ist, ist der sogenannte ‚CO2-Handabdruck‘. Denn: gemeinschaftlich lassen sich größere Wirkungen erreichen als alleine. Dringend notwendige Umstellungen der Energiegewinnung, Produktion von Lebensmitteln, der Mobilität und viele weitere können nur gemeinsam erreicht werden. Jede und Jeder kennt Strukturen und Entscheidungsprozesse, an denen Veränderungen bewirkt werden können, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Kirchengemeinde, in der Stadt / Gemeinde oder auf Landes-, Bundes- oder EU-Ebene. Menschen reichen einander die Hände und packen gemeinsam an. So geht Veränderung!“

Am Stand der People for Future Gelnhausen wird neben Infomaterial rund um die Klimaerhitzung und Balkonsolaranlagen auch ein Film über die Verkehrswende Hessen in Gelnhausen präsentiert. An Minisolar- und Miniwindkraftanlagen können Smartphones aufgeladen werden. Auch ein Elektrolastenrad wird dort ausgestellt sein. „Es gibt noch so viel mehr Lösungen da draußen“ freut sich Andreas Hlasseck auf den Austausch mit anderen Menschen und Initiativen am Schöpfungstag.

Die Psychologists for Future-MKK informieren an ihrem Stand über Umgang mit den krisenbedingten emotionalen Belastungen, psychologische Voraussetzungen für klimagerechteres Verhalten von Menschen Organisationen, Kommunikation mit anderen Menschen und vor allem auch Kindern, die in ihrem Leben noch viel stärker betroffen sein werden. Aus einem aktuellen Buch zu diesen Themen werden kurze Lesungen mit Vorschlägen stattfinden. Außerdem stehen Psycholog:innen der Gruppe für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

Ein interessantes, spielerisches Quiz zu den Themen rundet das Programm insgesamt ab.

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