„The chocolate war“ - Der Schokoladenkrieg, so der Titel des Films, den der Weltladen Hailer kürzlich in den Räumen der EFG Meerholz vorführte.
„The chocolate war“ - Der Schokoladenkrieg, so der Titel des Films, den der Weltladen Hailer kürzlich in den Räumen der EFG Meerholz vorführte.
Der Film berichtet über Jugendliche, die gezwungen wurden, auf Kakaoplantagen in Elfenbeinküste arbeiten. Unter falschen Versprechungen waren sie gelockt und entführt wurden. Sechs Betroffene sind bereit, vor Gericht auszusagen. Die Konzerne Nestlé und Cargill wehren sich mit hohem Aufwand gegen die Klagen. Dürfen sie in den USA angeklagt werden, wenn das Unrecht andernorts passiert?
Erzwungene, ausbeuterische Arbeit ist ungesetzlich. Kinderarbeit verstößt gegen internationales Recht. Kinder sollen die Schule besuchen und aufs Leben vorbereitet werden. Aktuell arbeiten allein in Ghana und der Elfenbeinküste 1,5 Millionen Kinder. Die großen Schokoladenkonzerne geben sich unschuldig. Sie haben 2001 das Harkin-Engel-Protokoll gegen Kinderarbeit und Sklaverei unterschrieben. Sie geben vor, gegen Kinderarbeit zu sein und verweisen auf Programme für Kinder.
Begleitet von zwei Studentinnen hat ein Anwalt der Jugendlichen ein Zentrum besucht, das nach eigenen Angaben Opfer von Kinderhandel unterstützt. 31 Kinder sollten dort betreut werden. Die Besucher haben keine Kinder gesehen. Die Räume wirkten unbenutzt. Die Bücher lagen in sehr gutem Zustand in den Schränken. Mit 17 Zielen ihrer Agenda 2030 treten die Vereinten Nationen für eine bessere Welt ein. Überall und für alle soll es eine lebenswerte Zukunft geben. Die Vertreter aller Staaten haben sich im Jahr 2015 darauf verständigt und dazu verpflichtet.
Die Agenda 2030 des Bundeskanzlers ist ebenso wie der Koalitionsvertrag auf Wachstum gerichtet. Papst Franziskus urteilte in seiner Enzyklika Laudato Si, dass diese (fossile) Wirtschaft tötet. Klimafolgen beeinträchtigen Ernten und verursachen Schaden. Menschen am Anfang der Lieferketten geht es schlecht. Lobbyisten diffamieren Menschenrechte und Umweltschutz als Bürokratie und wollen sie abschaffen. Jeder der Jugendlichen im Film ist ein Grund, warum das nicht geschehen darf.
"Mit wiederholten Kampagnen wenden sich Organisationen wie INKOTA und Weltläden gegen das, was Kindern angetan wird. Seit Jahren sammelt auch der Weltladen Hailer Unterschriften an die Geschäftsführer der großen Konzerne. Sie werden manchmal beantwortet – doch es ändert sich nichts. Es gibt viel zu tun. Viele Menschen sind engagiert. Vernetzen wir uns noch weiter und setzen uns für mehr Gerechtigkeit ein. Weltläden stehen für Faire Arbeitsbedingungen und Preise. Kakao, Kaffee, Tee und auch Geschenke können Fair sein", heißt es abschließend in der Pressemitteilung.
Der Weltladen Hailer, Heylstr. 10, hat montags bis freitags von 15.30 bis 18.00 Uhr geöffnet, samstags von 10.00 bis 12.30 Uhr. Am 5.12. ist wieder Zukunftsrunde. Der Weihnachtsmarkt öffnet am 6.12. um 15 Uhr.


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