Als Willi Hitzemann in der Nacht von Freitag auf Samstag wach wurde, glaubte er, seltsame Geräusche wahrgenommen zu haben, „aber da der Hund nicht angeschlagen hat, bin ich dann doch wieder eingeschlafen“.



Die böse Überraschung gab’s dann am Morgen: Unbekannte hatten einen Teller gegen sein renoviertes Fachwerkhaus in der Heylstraße im Gelnhäuser Stadtteil Hailer geschleudert, der auf der Heckscheibe seines Fahrzeuges aufschlug. Und Hitzemann war nicht der Einzige in Hailer, der am Wochenende Vandalismusschäden zu beklagen hatte.
Die Scherben des Tellers liegen immer noch auf der Heylstraße, den Schaden am Auto will der 74-Jährige erst von Fachleuten begutachten lassen. „Ein roter Weihnachtsteller von der Wächtersbacher Keramik“, geht er aufgrund des unsauberen Zustandes davon aus, dass dieser zuletzt nicht mehr benutzt worden war. Woher er stammt, weiß er nicht. Seine Vermutung: „Die wollten den Teller in unser offenes Schlafzimmerfenster reinwerfen.“ Getroffen wurde aber nur die Hauswand, von dort prallte der Teller auf sein Auto und zerschellte schließlich auf dem Kopfsteinpflaster. Bereits um 4 Uhr morgens hatte sein Nachbar Reiner Hollick am Samstag das Haus verlassen und fand den Inhalt von zwei gelben Säcken auf der Heylstraße verstreut vor. Wohl auch das Werk der Vandalen.
Vermutlich die gleichen Täter drangen in dieser Nacht zudem auf das Grundstück von Karsten Bundt in der Straße „Am alten Weiher“ in Hailer ein. Und dort tobten sie sich richtig aus: „Stühle, Bänke, Tisch, Sonnenschirme und sogar das Kinderspielzeug, alles lag bei uns im Pool“, traute er am Morgen seinen Augen nicht. Auch in seiner Nachbarschaft hätten die Vandalen gewütet und unter anderem Solarleuchten mitgehen lassen. Eine Überwachungskamera habe auch Aufnahmen gemacht, drei Jugendliche seien auf den Fotos zu erkennen, eine Identifizierung allerdings nicht möglich. „In den beiden Folgenächten gab es noch ähnliche Vorfälle“, hat Bundt nun seine Bewegungsmelder besser eingestellt und wird zudem nachts seine Hunde „in Bereitschaft“ versetzen.
Über die Vorfälle am Wochenende in Hailer weiß inzwischen auch die Polizei in Gelnhausen Bescheid, dort wird ein Zusammenhang mit einer Party in der Nacht von Freitag auf Samstag in Hailer/Meerholz gesehen. Von dort soll auch der 17-Jährige aus Hain-Gründau gekommen sein, der gegen 1.20 Uhr auf der Kreisstraße in Niedermittlau von einem Auto erfasst, letztlich aber doch nicht so schwer verletzt wurde, wie zunächst befürchtet. Die Polizei geht davon aus, dass auch die Vandalen zuvor auf dieser Party waren und dann auf ihrem Heimweg die Schäden verursachten. Von einer Häufung derartiger Vorfälle in Hailer ist den Ermittlungsbehörden nichts bekannt.
Die Anwohner haben einen anderen Eindruck: In der Heegstraße sollen bereits vor einigen Wochen die Stühle und Bänke samt Müll eines gastronomischen Betriebes am Morgen mitten auf der Straße vorgefunden worden sein. „Wir werden jetzt wachsamer sein“, kündigt nicht nur Karsten Bundt an, zukünftig mehr auf das Geschehen in den Straßen von Hailer zu achten.
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