Zum letzten Mal in diesem Jahr lädt die Tourist-Info Gelnhausen am Freitag, 5. Oktober, zur öffentlichen Erlebnisführung durch die Barbarossastadt ein.
Zum letzten Mal in diesem Jahr lädt die Tourist-Info Gelnhausen am Freitag, 5. Oktober, zur öffentlichen Erlebnisführung durch die Barbarossastadt ein.
Bei der lebendigen Zeitreise durch die vergangenen Jahrhunderte der einst freien Reichsstadt gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Tuchfühlung mit mittelalterlichen Gebräuchen, mit Menschen der jeweiligen Epochen und natürlich mit der idyllischen Altstadt Gelnhausens. Im Schein von Pechfackeln begleiten sie Stadtmüller Kees auf dem Weg zum Rat der Stadt, um einem Gerücht nachzugehen. Unterwegs treffen sie ein Weib, das Kees behilflich sein will - nicht ohne Eigennutz, wie sich später herausstellt. Wer dem Stadtmüller folgt, erfährt so einiges über Dunst, Grieß, Mühlräder und klappernde Mühlen in Gelnhausen.
Am 5. Oktober ebenfalls mit dabei ist die Kräuterfrau Katharina, die von wundersamen Heilkräutern, von Glücksdaumen und von Schellenknechten erzählt. Wer Katharina begleitet, wird nicht nur über die Gebräuche der Armen im Mittelalter staunen.
Premiere feiert bei der letzten öffentlichen Erlebnisführung in 2012 die neue Führung „Der im Himmel sitzt, lacht“: Wenn sich zwei verwitwete Händlerinnen anfreunden und zu einem Spaziergang verabreden, dann haben sie sich viel zu erzählen. Die Gespräche drehen sich um die Gatten, die Kinder, um Geburten und Hochzeiten. Oder einfach nur ums Geschäft. Aber vieles unterscheidet den Alltag der Protestantin Cylle aus Gelnhausen von dem der Jüdin Glückl. Das Leben einer jeden von ihnen ist eben von ihrer gesellschaftlichen Rolle geprägt. Wenn sie ihre Kinder verheiraten, geht es dann um Liebe oder doch nur ums Geld? Braucht man einen Heiratsvermittler und einen Ehevertrag? Als Glückl ihre erste Tochter Zipporah zur Welt bringt, hätte sie beinahe König Salomon nötig gehabt. Warum nur? Die Gäste erfahren außerdem, warum eine Gans in Gelnhausen Federn lässt und warum Glückl auf ihren Reisen stets einen großen Reisekorb dabei hat. Was da wohl drinnen ist? Wer auf die Antworten gespannt ist, sollte die beiden Händlerinnen am 5. Oktober bei ihrem Rundgang durch Gelnhausen im Jahre des Herrn 1700 begleiten.
Wen die Antworten nicht interessieren, der schließt sich vielleicht lieber einem ganz besonderen Ehepaar an: Mit seinem umwerfenden Charme und seinen strahlenden blauen Augen hat der Bieberer Eberhard der Bärenwirtin Barbara gleich den Kopf verdreht. Und auch ihrem Vater, denn er gab sie dem Habenichts zur Frau. Im Jahre 1595 zeigt das Gastwirtsehepaar Eberhard und Barbara Kohlhepp vom Gasthaus "Zum Bären", wie man den Widrigkeiten der Obrigkeit und des Lebens trotzen und für sich und das Gasthaus dennoch das Beste erreichen kann. Nur sind sich die Beiden nicht immer ganz einig, wie man dies schaffen kann.
Gäste, die einen Streifzug durch die spannende Geschichte Gelnhausens unternehmen wollen, kommen am Freitagabend auf den Obermarkt. Ab 19.30 Uhr verwandelt er sich in das mittelalterliche Herz der Stadt: Köstlichkeiten wie Bratwurst, „Steynbrodt“ mit Schmalz oder frische Brezeln stimmen auf den Streifzug durch die Jahrhunderte ein. Auch ein kühler Trunk fehlt natürlich nicht. Ab 19.45 Uhr können die Gäste Sang, Klang und Narretey der Musikgruppe „Minnesoda“ lauschen, die sie mit ihren Klängen und Späßen schon vor Führungsbeginn in vergangene Zeiten entführt.
Fleißige Krämerinnen mit ihren Bauchläden verkaufen ihre Karten. Erwachsene zahlen 10, Kinder zwischen 7 und 16 Jahren 5 Euro. Um 20.15 Uhr erscheinen dann die Erlebnisgruppen auf dem Obermarkt und stellen sich vor. Die Zuschauer können spontan entscheiden, mit welcher Gruppe und in welche Zeit sie reisen möchten. Weitere Informationen erhalten Interessierte in der Tourist-Information Gelnhausen, Tel. 06051/ 830-300 und -305 sowie unter www.gelnhausen.de. In der Tourist-Info können die Erlebnisführungen für geschlossene Gruppen auch ganzjährig gebucht werden. Denn nur die öffentlichen Erlebnisführungen verabschieden sich am Freitag in die Winterpause.
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