Wie wird Gelnhausen 2021 fahrradfreundlich?

Gelnhausen
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Die Arbeitsgruppe "Mobilität" von Fridays & People for Future Gelnhausen ist mit der ADFC-Ortsgruppe im September und Oktober viele Radwege, Schulwege und den Radfernweg R3 in Gelnhausen abgefahren. Dabei wurden zunächst circa 80 Stationen in der Örtlichkeit identifiziert, an denen dringender Handlungsbedarf zur Sicherheit oder zur Verbesserung des Komfortgefühls für Radfahrer besteht. Die Maßnahmen wurden zehn Handlungsfeldern zugeordnet und nach Prioritäten, zeitlicher Notwendigkeit (kurz-, mittel- oder langfristig) sowie mit Blick auf den damit verbundenen finanziellen Aufwand gruppiert.

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Höchste Priorität zur Sicherheit der Radfahrerinnen und für ein stressfreies Radfahren in Gelnhausen habe die flächendeckende Ausweisung von 30er-Zonen im gesamten Stadtgebiet und dies auch baulastübergreifend, das heiße, auch auf den Landesstraßen im Stadtgebiet. Der Sprecher der Gruppe, Harald Geib, konstatiert: "Es kann nicht sein, dass zum Beispiel in dem stark frequentierten Uferweg, 30 Meter von der Einmündung des Lohmühlenweges entfernt, die 30er-Zone endet. Hier sind zahlreiche Schülerinnen der Kreisrealschule und des Grimmelshausen Gymnasiums aus der Oststadt, aus Haitz und aus Höchst mit dem Fahrrad auf ihrem Schulweg sowie alle R3-Fahrradtouristen unterwegs."

"In der Altenhaßlauer Straße an der Ausfahrt aus der Bahnunterführung ist zum Schutz der Radfahrer dringend ein Schutzstreifen bis zur Ampelkreuzung und dort wie auch an der Ampelkreuzung Am Ziegelturm/Barbarossastraße ein Radaufstellstreifen vor der Ampel einzurichten", fordert Rainer Gerst, der Leiter der ADFC-Ortsgruppe. Dorothee Schäfer-Bier war bei vielen Befahrungen dabei und stellt fest: "Gelnhausen braucht mehr Fahrradabstellplätze im gesamten Stadtgebiet. Die vorhandenen Fahrradgaragen und E-Bike-Ladestationen, die den ganzen Sommer über von der Stadt durch Baumstämme blockiert waren, sind an zentraler Stelle, entweder an der Einfahrt zur Müllerwiese von der Straße Am Ziegelturm oder in der Altstadt am Untermarkt oder dem Obermarkt, zu platzieren, damit sie von Radtouristen genutzt werden können. Im Altstadtbereich sind die Einbahnstraßen weitestgehend für Radfahrerinnen zur Befahrung entgegen der Einbahnstraßen frei zu geben." Die Gruppe verlangt, dass der mit Fahrradpiktogrammen und farblich getrennt gekennzeichnete Fußweg in der Barbarossastraße zwischen Himmelauer Mühle und Am Solbad stadtauswärts als getrennter Fuß- und Radweg ausgewiesen und stadteinwärts ein Schutzsteifen für Radfahrer angelegt wird.

Dies sind sechs beispielhafte Maßnahmen aus dem von der Arbeitsgruppe erstellten Katalog, die mit geringstem finanziellem Aufwand zeitnah umzusetzen seien. "Außerdem muss für die Ampelkreuzung Freigerichter Straße/Frankfurter Straße, die größte Gefahrenstelle für Schüler, Radtouristen und Alltagsradler, jetzt ein Radweg durch die Kinzigauen als Umgehung (ca. 1,5 km Radweg, siehe Plan) in Angriff genommen werden," appelliert Rainer Gerst. Nach Auffassung der Gruppe ist es zwar lobenswert, dass auch der Main-Kinzig-Kreis die Leistungsfähigkeit und Attraktivität des Radverkehrs mit einem "Strategiepapier Radverkehr" fördern möchte, aber es gibt bereits ein "Radverkehrskonzept Kreisstraßen Main-Kinzig-Kreis" vom Juni 2019 und eine Diplomarbeit "Erstellung eines Radverkehrskonzeptes für die Stadt Gelnhausen" vom Mai 2002.

"Die Diplomarbeit war bei der Stadt Gelnhausen nicht mehr auffindbar und von beiden Verkehrskonzepten wurde bisher keine einzige Maßnahme realisiert! Das nun neue Strategiepapier wurde unter anderem in zwei Workshops vorbereitet, leider ist der ADFC als Akteur nur in einer Fußnote zur Datenbeschaffung dabei berücksichtigt worden. Ohne Beteiligung der aktiven Radfahrerinnen in Gelnhausen ist auch dieses Paper nur ein zahnloser Papiertiger. Wir rufen alle Fahrradfahrer in Gelnhausen nochmals auf, sich bis zum 30. November an dem ADFC Fahrradklima-Test 2020 (fahrradklimatest.adfc.de) zu beteiligen und Ihre Meinung zum Radfahren in Gelnhausen zu dokumentieren. Gemeinsam mit dem ADFC werden wir die Fragebögen auswerten und fordern, dass auch die sich daraus ergebenden Maßnahmen am Grünen Runden Tisch mit der Stadt Gelnhausen besprochen und möglichst kurzfristig auch umgesetzt werden", heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

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