Der Faszination der Lüge ist Michel, der Protagonist in Florians Zellers umjubeltem Stück „Die Wahrheit“, ganz und gar erlegen. Der versierte, notorische Lügner glaubt sein Doppelleben perfekt im Griff zu haben.

Umso erschreckender ist es für ihn, als er erfahren muss, dass nicht nur er, sondern auch die Menschen in seinem nächsten Umfeld, seine Frau, seine Geliebte und sein bester Freund, es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen und ihn ganz raffiniert hinters Licht führen. Was ist eigentlich wahr? Was ist nicht wahr? Wer hat wann und warum gelogen? Diese und ähnliche Fragen stellen sich in dem temporeichen, verführerisch doppeldeutigen Beziehungsstück nicht nur Michel und seine Gegenspieler, sondern auch die Zuschauer. Die blendende Zeitgeistkomödie, die am Dienstag, 5. März, 20 Uhr, in der Stadthalle Gelnhausen zur Aufführung gelangt, verspricht einen vergnüglichen Theaterabend voller abgründiger Überraschungen.
Helmut Zierl, einer der populärsten deutschen Schauspieler, wurde in Meldorf in Schleswig-Holstein geboren. Seine 1974 begonnene Schauspielausbildung am Hildburg Frese Schauspielstudio in Hamburg schloss er 1977 ab. Seine ersten Theatererfahrungen sammelte er an der Landesbühne Hannover, bevor Boy Gobert, damals Intendant des Hamburger Thalia Theaters, ihn 1983 an sein Haus engagierte. Klaus Emmerich inszenierte Wedekinds „Frühlings Erwachen“, das Stück mit dem Zierl am Thalia Theater debütierte. Auch bekannte Fernsehregisseure wie Peter Beauvais und Dieter Wedel, die ihn später immer wieder für ihre TV-Produktionen holten, lernte Zierl während seines siebenjährigen Engagements am Thalia Theater kennen. Dieter Wedel besetzte ihn 2011 bei dem von ihm neu gegründeten Zwinger Festspielen in Dresden als Graf Hoym in „Die Mätresse des Königs“ als Partner von Theresa Weißbach und Götz Schubert. Schon 2005 hatte er den Schauspieler für seine Hasenclever-Inszenierung „Ein besserer Herr“ an den Hamburger Kammerspielen engagiert. Mit überwältigendem Publikumserfolg spielte er dort die Titelrolle in der hinreißenden Komödie über einen Heiratsschwindler. Wedel besetzte ihn auch immer wieder in seinen mehrteiligen Fernsehproduktionen wie zum Beispiel „Schwarz-Rot-Gold“ und „St. Pauli Landungsbrücken“.
Während Helmut Zierl in den meisten seiner Fernsehspiele und Serien als Frauenliebling besetzt wurde, erhält er seit einigen Jahren auch Charakterrollen wie den todkranken Millionär in der 100. Rosamunde Pilcher Verfilmung „Der gestohlene Sommer“. Und auch Rollen als Bösewicht, wie den skrupellosen Firmenchef Bartels in „Alles Chefsache“ (2012) werden ihm angeboten.
Karin Boyd feierte ihren internationalen Durchbruch 1981 in der Rolle der Tänzerin Juliette Martens in István Szabós Oscar-prämierten Film „Mephisto“ an der Seite von Klaus Maria Brandauer. Durch ihr Zusammenspiel mit prominenten Kollegen wuchs ihr Talent, nuancenreiche Charaktere darzustellen. Beweisen konnte sie dies sowohl in klassischen als auch in modernen Stücken. So spielte sie unter anderem die Olivia in Shakespeares „Was ihr wollt“ und die Buhlschaft im „Jedermann“ in Schwäbisch Hall. Am Schauspiel Franfurt war sie in „Dekadenz“ von Steven Berkoff zu sehen.
Karten für diese Aufführung im Rahmen des Gelnhäuser Theater-Abos erhalten Interessierte an der Infothek im Rathaus am Obermarkt, Tel. 06051/830-0, im Internet unter www.ticketservice.gelnhausen.de und an der Abendkasse.
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