Wenn Wandern zur Passion wird

Gelnhausen
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Cornelia Scimone und Hans Scheffka sind die guten Wanderseelen der Ortsgruppe Gelnhausen des Spessartbundes. Selten paart sich Engagement und Wanderlust in solch intensiver Form und Vielfalt. Die Beiden schöpfen aus ihrer Liebe zum Wandern Lebenslust für sich selbst und sind gleichzeitig Ideengeber und Organisatoren für die Veranstaltungen der Gruppe. Sie leisten einen nicht zu unterschätzenden gesellschaftlichen Beitrag für das Ökosystem Wald und seine Bedeutung für die Gesundheit der Menschen sowie für die Begegnung von Menschen in der Natur.

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Von Peter Völker

Cornelia Scimone,1953 in Bochum geboren, hat zwei leibliche Kinder, drei Enkelkinder und viele „Beutekinder“, sagt sie. Sie ist Mitglied im erweiterten Vorstand und im Beirat der Spessartbund-Ortsgruppe. Beruflich war sie als Bankangestellte, kaufmännische Angestellte und Buchhalterin tätig. Hans Scheffka kam 1943 in Lodz (Polen) zur Welt. Er hat zwei Töchter aus erster Ehe und zwei Söhne - davon einer adoptiert - sowie eine Enkelin. Sein Beruf: Dipl. Ing. Maschinenbau. Im Spessartbund Gelnhausen wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Seit 2017 leben die Lebenspartner gemeinsam in Gelnhausen.

„Ich engagiere mich seit vielen Jahren ehrenamtlich in mehreren gemeinnützigen Vereinen, so bei den „Herbstzeitlosen“, einer Wohngemeinschaft für ältere Menschen in Bad Orb, der Gelnhäuser „Herzsportgruppe“ und dem Spessartbund“, berichtet Cornelia Scimone. Das Wandern sei ihr nicht in die Wiege gelegt worden. Ihre Eltern, die ein Handwerksgeschäft betrieben, hatten hierfür wenig Zeit. Für den Aufenthalt in der Natur konnte sie sich jedoch schon als Kind begeistern. Ganz anders der Lebenslauf von Hans Scheffka. Die Kindheitsjahre verbrachte er in einem kleinen Ort im Spessart, wo sie als Flüchtlinge nach dem Krieg eine Bleibe in einem verfallenen Häuschen fanden. Die Sorgen der Eltern um das leibliche Wohl der Familie in dieser Nachkriegszeit ließen keinen Raum für derlei Zeitvertreib, wie das Wandern. Das Leben auf dem Land habe ihn geprägt: „Ob bei der Kartoffelernte oder beim Einholen und Dreschen des Getreides oder bei der Heidelbeerlese und der Suche nach schmackhaften Pilzen, immer zog es mich raus in die Natur. Im Wald, auf dem Feld oder bei den Tieren im Stall war ich zuhause“, erzählt Hans Scheffka.

Für beide dem Wandern „zugewandten“ Lebenspartnern ist die ehemalige „Moselstube in der Röthergasse der unvergessene Geburts-, Kristallisationspunkt und Wallfahrtsort“ des geselligen Wanderns. „Die alten und liebenswerten Wirtsleute ließen uns walten, gestatteten uns allerlei Schabernack“, berichten Cornelia und Hans mit leuchtenden Augen. Nach dieser Ära – der Gastbetrieb wurde nach schwerer Erkrankung des Wirtes eingestellt – traten beide mit weiteren Wanderfreudigen dem Spessartbund bei.

Auf die Frage ob das Ökosystem Wald durch Umweltverschmutzung und Klimawandel in Gefahr sei antwortet Cornelia Scimone: „Leider erlebe ich bei meinen Wanderungen wie sich das Sterben einiger Baumarten, insbesondere von Fichten und Kiefern fortsetzt. Die Trockenheit der letzten Sommer und die damit stärkere Population der Borkenkäfer werden von den Bäumen nicht verkraftet. Mein Bestreben ist es, auch bei Kindern und Jugendlichen das Bewusstsein für die Natur zu wecken und mehr Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen. Dies kann auch in den Schulen nicht stark genug vermittelt werden“.

Seinen Zugang zum Wandern beschreibt Hans Scheffka mit literarisch anmutenden Worten: „Wandern ist für uns geistige Erholung und körperliche Ertüchtigung zugleich. In frischer Luft und guter Gesellschaft geht das Herz auf, die Seele tankt neue Kraft. Die Natur entfaltet ihre heilsame Wirkung. Und wenn es einen Gott gibt, so bietet die Natur den Zugang zu ihm. Ein Wandertag ist wie ein kleiner Urlaub. Mit jedem Wanderschritt erschließt sich neu dein Umfeld, mit jedem weiteren Schritt ein neues Land. Deine Sinne werden geschärft. Du nimmst den Wandel der Natur in den vier Jahreszeiten bewusster wahr. Regen und Wind schmeicheln deiner Haut, die Sonne erhellt dein Gemüt und lässt Farben fröhlicher erscheinen. Du fühlst dich als Teil der Natur und vertraust Dich ihr an. Und wenn du abends schwer in deine Federn fällst, spürst du wie wohltuend nach den Anstrengungen des Tages sich deine Glieder entspannen. Du nimmst deinen Körper wahr und nimmst dir vor, fürsorglicher mit ihm umzugehen“, fährt er fort.

Und weiter: „In der Gemeinschaft findest du Zugang zu interessanten Menschen und du lernst auch dich selbst kennen. Dir wird bestätigt, wie einzigartig du bist, aber in deinem Denken und Fühlen bist du nicht allein. Gute Gespräche lindern mitunter dein Leid, mindern die Sorgen, weil sich plötzlich neue Perspektiven auftun. Gemeinsames wird dankbar erschlossen, Andersartiges in Toleranz erduldet, Demokratie wird im kleinen Rahmen gelebt und erfahren. Beim Wandern stellen wir fest, wie schön und wertvoll doch unsere Welt ist und dass wir behutsamer mit ihr umgehen müssen. Mit Entsetzen schauen wir aber inzwischen in die kahlen Wipfel verdorrter Bäume ganzer Landstriche. Trockenheit und Borkenkäfer haben ganze Arbeit geleistet. Der Wald klagt uns an. Wenn wir so weitermachen, berauben wir uns unserer eigenen Lebensgrundlage. Wir müssen umdenken, wo möglich auch auf Gewohntes verzichten, um diese Welt unseren Kindern zu bewahren. Wir neigen uns in Demut vor der Natur“.

„Das Wandern hat mich in meinen Bedürfnissen bescheidener gemacht“, merkt Cornelia Scimone an. „Wie köstlich ist doch ein Apfel von einem Baum unterwegs, wie schön ein gefundener Pilz, ob essbar oder giftig, wie fantastisch der Ausblick in die umgebende Landschaft. Zwischenmenschliche Begegnungen, ungeplante Ereignisse, freudige Überraschungen sind sehr wertvoll. Dies geschieht, wenn man fußläufig unterwegs ist. Das Erlebnis einer Wanderung in der Rhön hoch oben auf dem Kreuzberg bei den drei Kreuzen hat sich in meinem Gedächtnis verankert. Ein klarer Himmel, unter uns die Wolken, die den Blick in die Täler vereitelten und nur die umliegenden Gipfel, wie den Himmeldunkberg, die Dammersfeldkuppe und den Heidelstein herausragen ließen, das gab mir ein Gefühl den alltäglichen Sorgen entrückt, dem Himmel ein Stück näher zu sein“.

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