Berufliche Schulen: „Wairify“-Prototyp reinigt Raumluft

Gelnhausen
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Seit einigen Tagen steht in einem Unterrichtsraum des Fachbereichs Kälte- und Klimatechnik der Beruflichen Schulen Gelnhausen „Wairify“, ein unauffälliger dunkelgrauer Kasten, etwa so groß wie eine kleine Spülmaschine.

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Wie eine Spülmaschine dient auch „Wairify“ der Reinigung. Das Gerät spült jedoch kein schmutziges Geschirr oder Besteck, sondern holt auf der Basis von Plasmatechnologie Viren und andere Krankheitserreger aus der Raumluft und zerstört sie. Das weltweit agierende Familienunternehmen Woco mit Hauptsitz in Bad Soden-Salmünster hat „Wairify“ entwickelt. Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Winfried Ottmann informierte sich nun vor Ort über die Erfahrungen mit dem Prototyp. „Wir freuen uns, dass die Luftreinigungstechnologie derzeit in Kooperation mit dem Main-Kinzig-Kreis in der Berufsschule einem Praxistest unterzogen wird, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Der Fachbereich Kälte- und Klimatechnik ist dafür gut geeignet“, sagte Schuldezernent Winfried Ottmann (CDU).

Schulleiter Hartmut Bieber und Abteilungsleiter Rainer Flach berichteten vom Einsatz im Schulalltag und gaben Dr. Anton Wolf, Leiter R&D (Forschung und Entwicklung) der Woco-Unternehmensgruppe, ein erstes Feedback zum Betrieb des Luftreinigers. Rainer Flach zog ein Fazit der ersten Testwoche: „Nur wenige Fenster im Unterrichtsraum, in dem Wairify eingesetzt ist, können geöffnet werden. Wir sind deshalb grundsätzlich, aber vor allem wegen der Pandemie, auf der Suche nach Möglichkeiten, in solchen Räumen für bessere Luftqualität zu sorgen. Wir brauchen ein Gerät, das die Luft in einem Raum reinigt, in dem sich etwa 30 Personen aufhalten. Es müssen große Luftmengen bei niedriger Lautstärke gefiltert werden.“ Der Prototyp werde von den Schülerinnen und Schülern akzeptiert, sei aber – vor allem auf der höchsten Stufe – für den Einsatz während des Unterrichts noch zu laut. Positiv sei, dass im Raum selbst auf der höchsten Stufe kein Luftzug zu spüren sei.

Schulleiter Hartmut Bieber begrüßte den Einsatz der Technologie in den Beruflichen Schulen ausdrücklich: „Wir sind Fachklassenstandort Kälte- und Klimatechnik und bilden in diesem Bereich zurzeit 500 Mechatroniker aus. Die Schülerinnen und Schüler, die hier auf das Gerät treffen und mit ihm Erfahrungen sammeln, werden die Kenntnisse, die sie gewonnen haben, später in der Kundenberatung weitergeben können.“ Dr. Anton Wolf sicherte zu, die angesprochenen Punkte bei der Weiterentwicklung zu berücksichtigen: „Wir befinden uns in der Testphase eines Prototyps und sind für die Hinweise dankbar. Schließlich möchten wir ein gutes und sicheres Gerät auf den Markt bringen.“

Der Automobilzulieferer Woco hat im Bereich Luftfilterung bereits ähnliche Produkte für den Motorenbereich von Fahrzeugen entwickelt. Der Prototyp „Wairify“ wurde im Woco-Labor in Bad Soden-Salmünster zur Luftreinigung in Räumen oder Fahrzeugen entwickelt. Wie Dr. Anton Wolf ausführte, arbeitet der Woco-Luftreiniger nicht mit sogenannten Hepa-Filtern auf Aktivkohle-Basis, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Stattdessen arbeitet „Wairify“ mit einem Niedrigenergie-Plasmaabscheider. Viren und andere Partikel werden elektrisch negativ aufgeladen, durch die geerdete Gegenelektrode angezogen und agglomerieren. Das heißt, sie häufen sich an. Die Partikel werden in Leitungswasser gebunden und in einen Auffangbehälter transportiert. „Das Plasmafeld zerstört die Zellstruktur der Viren und vernichtet diese zu hundert Prozent. Das Wasser ist nach dem Abscheideprozess nachweislich virenfrei. Wenn Sie wollen, können Sie es zum Blumengießen verwenden“, sagte Dr. Anton Wolf. Die Technologie kommt ohne Filterwechseln aus und benötigt nur wenig Energie. Die Anlagen seien nicht nur in Klassenräumen sinnvoll: „Im medizinischen Bereich, etwa in Wartezimmern von Ärzten, kann Wairify ebenfalls eingesetzt werden. Der Luftreiniger zerstört schließlich alle Krankheitserreger“, erläuterte Dr. Anton Wolf. Freilich entstehe beim Einsatz von Plasma automatisch bodennahes Ozon. Dieses werde mit der Hilfe eines Katalysators im Inneren des Prototyps zu Sauerstoff umgewandelt. Dadurch könne das Gerät auch zur Geruchsbeseitigung verwendet werden.

Schuldezernent Winfried Ottmann zeigte sich erfreut von dem konstruktiven Austausch: „Luftreinigungsanlagen sind in Räumen, die schlecht zu lüften sind, ein wichtiger Baustein. Grundsätzlich können sie aber nur einer von vielen sein, wenn es darum geht, die Viruslast innerhalb von Unterrichtsräumen zu minimieren. Abstandsregeln und Hygienebestimmungen bleiben weiterhin ganz wesentlich bei der Bekämpfung der Pandemie sowie für die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler. Ich bin gespannt, welche Erkenntnisse sich ergeben, wenn demnächst die im Gerät gesammelten Daten ausgelesen und analysiert werden.“

Foto: Zum konstruktiven Austausch nach den ersten Tagen mit „Wairify“ in den Beruflichen Schulen Gelnhausen trafen sich (von links) Winfried Ottmann, Dr. Anton Wolf, Hartmut Bieber und Rainer Flach im Unterrichtsraum der Kälte- und Klimatechniker.



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