1.000 Reden von Seelsorger Dr. Oskar Schäfer übergeben

Gelnhausen
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Unzählige Sonntagspredigten, Reden zu Trauungen, Ehejubiläen, lokalen Ereignissen und Beerdigungen:  Désirée Altvater-Endler übergab kürzlich 1.000 Reden von Dr. Oskar Schäfer, der vor über 100 Jahren im geistlichen Rang eines Metropolitans als Seelsorger in Gelnhausen tätig war, an Bürgermeister Daniel Christian Glöckner (FDP). Das Vermächtnis von großer stadthistorischer Bedeutung schlummerte ein Jahrhundert lang in einem Schrank des ehemaligen Hotels „Zum Hirschen“ in der Berliner Straße und sieht jetzt dank Desiree Altvater-Endler seiner Aufarbeitung und Dokumentation entgegen.

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„Diese Reden spiegeln die Zeit der vorletzten Jahrhundertwende wider. Der damalige Metropolitan an der Marienkirche, Dr. Oskar Schäfer, hielt sie über mehrere Jahrzehnte hinweg zu verschiedenen Anlässen. Sie dokumentieren die Zeit- und Stadtgeschichte auf einzigartige Weise“, freut sich Bürgermeister Daniel Chr. Glöckner über das Vermächtnis von „unserem Metro Schäfer“, wie er von den Gelnhäusern liebevoll genannt wurde.

Désirée Altvater-Endler ist selbst eine geborene Gelnhäuserin. Sie erbte die Dokumente vom 2015 verstorbenen Dr. Norbert Manns. Dr. Manns Tante, Susanna Manns, war die Gattin des Metropolitans Schäfer. Der Metropolitan war meist Pfarrer in einer Stadt und unterstand damals in der evangelischen Landeskirche dem Superintendenten. Er hatte in einem kleineren Bereich die Aufsicht über die Pfarrer. Die Weitergabe des Konvoluts lag Altvater-Endler am Herzen. „Mir ist es wichtig, dass die Bürger:innen unserer Stadt genau nachlesen können, wie diese Zeit damals verstanden wurde. Dieser Mensch, der Metro, zu dem ich eigentlich keine direkte Beziehung habe, hat Gelnhausen über mehrere Jahrzehnte begleitet und das Leben der Bürger:innen auf besondere Weise dokumentiert. Er hat es verdient, dass es eine wissenschaftliche Aufarbeitung seiner Reden gibt." So hielt Metro Schäfer beispielsweise auch die Rede zum Kaiser-Besuch 1906. Kaiser Wilhelm II. kam damals nach Gelnhausen, da in Meerholz eine nahe Verwandte den damaligen Grafen von Ysenburg-Meerholz heiratete, und besuchte auch die Marienkirche.

Schäfers Predigten wurden in der Sütterlin-Schrift verfasst, die heute nur noch wenige Menschen fließend lesen können. Désirée Altvater-Endler übergab nun die Reden Bürgermeister Daniel Chr. Glöckner. „Solche historischen Schwergewichte gehören in die Hände der Stadt Gelnhausen und des Stadtarchivs. Hier können sie professionell aufgearbeitet und für nachfolgende Generationen bewahrt werden“, bedankte er sich bei der Spenderin. Der Rathauschef warf sogleich einen Blick in die Dokumente und bilanzierte: „Die Reden von Metro Schäfer zeigen die Höhen und Tiefen des Lebens der damaligen Zeit in Gelnhausen auf. Von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik bis in die Zeit des Nationalsozialismus. Ich bin beeindruckt von der Wortwahl und den Inhalten der Reden!“

Dèsirée Altvater-Endler und Bürgermeister Glöckner hoffen, dass die Aufarbeitung dieser zeitgenössischen Dokumentation in naher Zukunft in Angriff genommen werden kann, „denn die Inhalte der Reden verbinden interdisziplinar Geschichte, Religion und Sozialwissenschaft“, so der Rathauschef.

Foto: Blick in die Zeitgeschichte: Bürgermeister Daniel Chr. Glöckner und Désirée Altvater-Endler, die der Stadt Gelnhausen etwa 1000 Reden des Metropolitans Dr. Oskar Schäfer überließ.


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