Obwohl die Stadt Gelnhausen unter dem Schutzschirm des Landes Hessen ihre Entschuldung vorantreibt, eröffnet am 1. Mai wieder das Barbarossafreibad als eines der ersten Freibäder in der Region.

Zum Auftakt der Badesaison präsentiert es sich top in Schuss. „In Zeiten knapper städtischer Finanzen ist es kein Pappenstiel, ein solches Freibad zu erhalten, aber dieses attraktive Freibad gehört zur guten Infrastruktur unserer Barbarossastadt“, sagt Bürgermeister Thorsten Stolz mit Blick auf das in diesem Jahr erwartete Freibad-Defizit von 660000 Euro. Trotzdem haben sich Magistrat und Stadtverordnete parteiübergreifend bewusst dafür entschieden, im Rahmen des steinigen Weges hin zu einem ausgeglichenen Haushalt bis zum Jahr 2018 keine Einrichtungen zu schließen, betont der Rathauschef.
Während Schwimmmeisterin Rachel Moody und ihr Team das Barbarossafreibad seit Anfang März fit für den Auftakt der Badesaison 2013 machen, haben die Verantwortlichen im Rathaus überlegen müssen, wie sie angesichts des städtischen Gesamt-Konsolidierungsbedarfs von 3,9 Millionen Euro wenigstens einen kleinen Teil des Freibaddefizites decken können. Ergebnis: Ab dem 1. Mai wird auf dem 200 Fahrzeuge fassenden Freibadparkplatz eine Parkgebühr erhoben. Sie beträgt 30 Cent pro Stunde. Ein Tagesparkschein kostet 1 Euro, eine Dauerparkkarte für die gesamte Freibadsaison bis Mitte September 20 Euro. Stunden- und Tagesparkscheine können die Freibadbesucher direkt an einem Parkscheinautomaten ziehen, die Dauerparkkarte erhalten sie an der Schwimmbadkasse.
„Die Parkgebühren sind eine Maßnahme, um wenigstens einen kleinen Deckungsbeitrag zu erwirtschaften“, betont Bürgermeister Stolz, der weiß, wie sich das Defizit in Höhe von in diesem Jahr prognostizierten 660000 Euro zusammensetzt: Alleine 400000 Euro entfallen auf die Heizungs- und Technikanlage sowie die Energiekosten, weitere 200000 Euro auf das Personal. Eine Schließung kommt trotzdem nicht in Frage: „Trotz des Schutzschirms wollen wir das Freibad langfristig für die Bürger unserer Stadt, Familien, Schulen und Vereine erhalten“, lässt Thorsten Stolz keine Zweifel aufkommen.
Zweite Neuerung neben dem blauen Parkscheinautomaten auf dem Freibadparkplatz ist der gepflasterte Bürgersteig vom Parkplatz bis zum Schwimmbadeingang: Hier hat die Stadt rund 30000 Euro investiert, um den bislang geschotterten Gehweg sicherer zu machen. „Das erhöht erheblich die Sicherheit, besonders für Kinder“, betont Bürgermeister Stolz. Und auch den Parkplatz an sich hat die Stadt wieder in Schuss gebracht. „Die Parkfläche müssen wir nach jeder Hochwassersaison wieder herrichten“, weiß der Rathauschef. Kosten in diesem Jahr: rund 4000 Euro.
Sie erneuern die Fugen an der großen Rutsche, mähen Rasen, streichen Bänke und sorgen dafür, dass die Freibadanlage zum 1. Mai fast wieder wie neu aussieht: Schwimmmeisterin Rachel Moody und ihr sechsköpfiges Team arbeiten seit Anfang März auf den Start in die Badesaison am 1. Mai hin. Zuerst lassen sie das Wasser ab, das im Herbst und im Winter in den Becken bleibt, damit die keine Beschädigungen erleiden. Sind die Becken leer, reinigen die Schwimmmeisterin und ihre Mitarbeiter die Einlaufkanäle. Ab Mitte April füllen sie das Wasser nach und nach wieder auf. Insgesamt 3300 Kubikmeter fließen in die Becken. Anschließend nimmt Main-Kinzig-Gas die Umwälzanlage und Heizung in Betrieb. „Es dauert je nach Außentemperaturen ungefähr eine Woche, bis das Wasser im Schwimmerbecken die Betriebstemperatur von 25 Grad erreicht hat“, berichtet Rachel Moody. Im Nichtschwimmerbecken geht es schneller, zumal dort auch eine Solaranlage beim Erwärmen des Wassers hilft. Über die Wasserqualität muss sich übrigens kein Freibadbesucher Sorgen machen: Das Gesundheitsamt überprüft die Werte alle zwei Wochen.
Eine Prognose zum Badewetter in 2013 möchte Rachel Moody nicht abgeben: „Man kann als Schwimmmeister nur hoffen, dass das Wetter gut wird“, lacht sie. Auf jeden Fall freut sie sich mit ihrem Team auf den Start in die Saison und verspricht: „Wir werden bis zum 1. Mai alle Vorbereitungen abgeschlossen haben“. Dann steht dem ungetrübten Badevergnügen im Barbarossafreibad nichts mehr im Wege. So wie am 19. August 2012, als bei 35 Grad Außentemperatur rund 5000 Besucher den Weg ins Freibad fanden.
Lobende Worte findet Bürgermeister Stolz für das gesamte Freibadteam: „Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass sich das Bad in einem so hervorragenden Zustand befindet und im Bad eine so gute Atmosphäre herrscht. Hier wird eine tolle Arbeit geleistet.“
Geöffnet ist das Freibad ab 1. Mai täglich von 8 bis 20 Uhr. Montags bis freitags steht bereits ab 7 Uhr das Schwimmerbecken für Frühschwimmer zur Verfügung. Sie nutzen bitte den Seiteneingang. Erfreulich für Berufstätige: Die Feierabendkarten werden in diesem Jahr bereits ab 18.30 Uhr und nicht erst ab 19 Uhr verkauft. Sie kosten 2 Euro für Erwachsene und 1 Euro für Schüler und Studenten.
Der reguläre Eintritt beträgt 3,50 Euro für Erwachsene und 2,50 für Schüler und Studenten. Kinder von 4 bis 16 Jahren zahlen 2,20 Euro. Zehnerkarten kosten für Erwachsene 29 Euro und für Kinder von 4 bis 16 Jahren 18 Euro. Saisonkarten kosten für Erwachsene 75 Euro, für Schüler und Studenten 45 Euro und für Kinder von 4 bis 16 Jahren 40 Euro. Familienkarten kosten: für ein Elternteil mit einem Kind 75 Euro, für ein Elternteil mit mehreren Kindern 100 Euro, für Eltern mit einem Kind 140 Euro und für Eltern mit mehreren Kindern 160 Euro.
Infos zu den mittwochs und samstags angebotenen Aquajogging- und Fitnesskursen finden Interessierte im Internet unter www.gelnhausen.de. Auskünfte erteilen zudem die Stadtverwaltung unter der Telefonnummer 06051/830-185 und das Freibadteam unter 06051/2401.
Foto: Bürgermeister Thorsten Stolz und Katharina Glaser von der Stadtverwaltung mit dem Freibadteam, dem neben Schwimmmeisterin Rachel Moody die Schwimmmeister Matthias Rieger und Alexander Kremer sowie Anneliese Wenzel, Bettina Longerich, Martina Pauls und Dietrich Winkel angehören.
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