Auch in Kenia steigen die Preise

Gelnhausen
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Drei Jahre Dürre, zwei Jahre Pandemie und nun auch noch globale Versorgungsengpässe wegen des Kriegs in der Ukraine: Ein dreifaches Unglück sucht die Menschen im Projektgebiet des Gelnhäuser Vereins „Wir helfen in Afrika“ derzeit heim.

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Der Verein reagiert darauf aktuell wieder mit akuter Nothilfe: Viele Hundert Lebensmittelpakete sind in den vergangenen Tagen an die Familien der Patenkinder, aber auch an viele weitere bedürftige Familien verteilt worden. Damit rettet „Wir helfen in Afrika“ buchstäblich Menschenleben.

Wie zu Beginn der Corona-Pandemie kauft der Verein unter Federführung von Peter Musomba in Kenia direkt Grundnahrungsmittel und schnürt damit kleine und große Lebensmittelpakete. „So wie bei uns im Supermarkt sind auch in Kenia die Preise extrem angestiegen“, sagt Vorstandsmitglied Roland Rützel. Das bedeutet nicht nur teureren Einkauf für den Verein. Das bedeutet vor allem für die Menschen vor Ort eine weitere Verschärfung der ohnehin extrem angespannten Situation. Seit drei Jahren herrscht in Ostafrika nun schon eine jede Ernte vernichtende Dürre. Das Saatgut geht nicht auf, die Menschen haben nichts zu essen. Denn die allermeisten Menschen in der stark ländlich geprägten Region um Mamba Village bauen ihr Essen selbst an. Erspartes hat kaum eine Familie, das wenige Geld reicht nun wegen der extremen Teuerung nicht einmal mehr für das Nötigste. „Gerade sind außerdem Schulferien. Darum bekommen die Schüler nicht einmal mehr die obligatorische warme Mittagsmahlzeit in der Schule“, so Rützel. Vor allem bei kleinen Kindern droht Unterernährung mit allen damit einhergehenden Problemen wie etwa lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten. „Wir haben mit Beginn der Ferien wieder auf Notfallmodus geschaltet, den wir leider seit Beginn der Pandemie nur zu gut kennen“, berichtet der Höchster Roland Rützel.

Gleichzeitig laufen die weiteren Projekte des Vereins ohne Unterbrechung weiter, erklärt Vorstandsmitglied Uwe Filippi. Die Schule der Schwestern des Heiligen Josefs an der vom Verein unterstützten Krankenstation in Lunga Lunga wächst weiter. Inzwischen stehen vier Klassenräume, die Sanitäranlagen sind auch bald fertig. Die Schulen in Mamba Village und Ukunda erhalten weiter ihre Unterstützung, das Patenprojekt läuft und auch die Tiefbrunnen werden fortwährend gewartet und unterhalten, so Filippi.

„Die Gesundheits-Behandlungen, mit denen wir zusammen mit dem Neat Feet Health Trust den gefährlichen Parasiten ‚Jiggers‘ großflächig bekämpft, laufen weiter“, sagt Kornelia Schaad, die ebenfalls im Vorstandsteam mitarbeitet. Hunderten Menschen hilft der Verein während eines Aktionstags, seit Beginn des Projekts sind es schon Zehntausende. Darunter auch der kleine Ali (wir berichteten). Der Elfjährige war am ganzen Körper vom Parasiten befallen, hatte zudem noch nie eine Schule besucht. Nun geht er durch die Hilfe aus Gelnhausen in die erste Klasse. Duncan Nyambari, der in Zusammenarbeit mit Kornelia Schaad die Mammutaufgabe „Jiggers“ stemmt, besuchte den Jungen vor wenigen Tagen. „Er ist nun viel fitter als zu Beginn der Behandlung. Er kann seinem Vater im Alltag helfen und ist gut in der Schule“, berichtet Nyambari. Doch auch auf dem Feld der beiden stehen nur ausgedörrte Reste der Maispflanzen, die Alis Vater gepflanzt hatte. In der gesamten Region, ja in fast ganz Ostafrika sieht es so aus. Nahrungsmittelspenden etwa der Welthungerhilfe kommen kaum noch ins Land. Vor allem Speiseöl ist knapp – ähnlich wie in deutschen Supermärkten. Die riesigen Felder der Ukraine und Russlands sind auch für die Nahrungsmittelversorgung in Afrika wichtig. „So hat der Krieg direkten Einfluss selbst auf die Menschen in und um Mamba Village“, sagt Roland Rützel.

Die Schulferien dauern noch einige Wochen. Der Vereinsvorstand ist daher in ständigem Kontakt mit Peter Musomba und seinem Team in Kenia, um nötigenfalls weitere Lebensmittelpakete zu verteilen. Mitte März erreichten so neben den Lebensmittelpaketen für die Patenkinder rund 700 Notfallpäckchen weitere Familien. Ein großes Paket kostet etwa 40 Euro. Damit kann eine ganze Familie etliche Tage lang überleben. „Diese außerplanmäßige Nothilfe belastet unser Vereinskonto“, sagt der gesamte Vorstand. Er ist überzeugt, dass diese Hilfe aber nötig ist. „Darum werden wir weiter mit Lebensmittelpaketen helfen, wo es geboten ist.“

Wenn auch Sie einer Familie in Kenia in diesen schwierigen Zeiten helfen möchten, können Sie dies mit einer Spende auf das Vereinskonto mit der Iban DE59 5066 1639 0007 3300 73. Ein kleines Lebensmittelpaket kostet etwa 15 Euro und beinhaltet 13 Kilogramm Lebensmittel. Das große Paket zu etwa 40 Euro ist gut 30 Kilogramm schwer. Erstspender werden gebeten, ihre Anschrift oder eine E-Mail-Adresse für die Spendenbescheinigung anzugeben.


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