Während ganz Gelnhausen über die Zukunft des Kaufhauses JOH diskutiert wird, arbeiten die Verantwortlichen hinter den Kulissen an einem möglichen Rettungsplan.
Während ganz Gelnhausen über die Zukunft des Kaufhauses JOH diskutiert wird, arbeiten die Verantwortlichen hinter den Kulissen an einem möglichen Rettungsplan.
Nachdem am Mittwoch wegen drohender Zahlungsunfähigkeit die vorläufige Insolvenz beim Amtsgericht Hanau beantragt wurde, glühten gestern bei Geschäftsführer Peter K. Sudholt die Telefondrähte. „Dass Wichtigste ist jetzt, dass der Geschäftsbetrieb weiter läuft“, sei es das oberste Ziel, dass sich am Verkaufsangebot in den Standorten Gelnhausen, Friedberg, Zwickau, Saalfeld und Gotha nichts ändert.
Seinen möglicherweise schwersten Gang hatte er gestern Vormittag vor sich: Auf einer Betriebsversammlung informierte er die Mitarbeiter über die aktuelle Situation. Die Entscheidung über die Zukunft der fünf Warenhäuser liegt allerdings jetzt nicht mehr in seiner Hand. Rechtsanwältin Julia Kappel-Gnirs, vom Amtsgericht Hanau als Insolvenzverwalterin bestellt, hatte bereits bei der Sanierung der Warenhauskette „Woolworth“ mitgewirkt. Das Ergebnis: Woolworth wurde verkauft und so zumindest die Hälfte der Filialen erhalten. Sie wird zunächst heraus finden müssen, warum das Kaufhaus JOH in Schieflage geraten ist. Spekulationen über mögliche Schließungen von einzelnen Standorte sind daher jetzt noch viel zu früh.
Julia Kappel-Gnirs wird jetzt ein Insolvenzgutachten über das Unternehmen erstellen, erst danach entscheidet das Gericht, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird. Beim Arbeitsamt Hanau wurde unterdessen schon ein Antrag auf Insolvenzgeldvorfinanzierung gestellt. Die rückständigen und laufenden Lohn- und Gehaltsansprüche der Beschäftigten vom Kaufhaus JOH wären bei einem positiven Bescheid somit zumindest für einen Zeitraum von maximal drei Monaten über das Insolvenzgeld abgesichert. Das Arbeitsamt darf dem aber nur zustimmen, wenn es begründete Aussichten auf eine dauerhafte Fortführung des Unternehmens gibt.
Nach den Mitarbeitern waren gestern die Lieferanten die nächsten Ansprechpartner für JOH-Geschäftsführer Sudholt. Nur wenn diese mitziehen und trotz der Finanzprobleme weiterhin ihre Waren liefern, kann auch der Geschätfsbetrieb aufrecht erhalten werden. Sudholt informierte nach eigenen Angaben gestern zudem auch den Betriebsrat über die den aktuellen Zustand des Unternehmens an. Bei der Verdi-Zentrale in Frankfurt sind allerdings zumindest gestern noch keine Hilferufe aus Gelnhausen eingetroffen. Am Montag will sich der zuständige Gewerkschaftssekretär über die Situation informieren und Mitarbeiter vor Ort kontaktieren.
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