Streit um Kirchenmauer: FDP-Fraktionschef Saß fordert Entschuldigung

Gelnhausen
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„Mit großem Unverständnis habe ich die Äußerungen des evangelischen Kirchenvorstands von Gelnhausen durch seinen Vorsitzenden Hans-Henning Kappel gelesen. Warum ein persönliches Gespräch mit mir nicht gesucht wurde, ist mir unerklärlich und wäre aus meiner Sicht der richtige Weg gewesen, bevor man jemanden in der Öffentlichkeit persönlich angreift,“ drückt Kolja Saß, Fraktionsvorsitzender der FDP in der Stadtverordnetenversammlung, seine Verwunderung aus.

Und weiter: „Offensichtlich habe ich mit einer Randbemerkung in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses unabsichtlich einen Nerv getroffen. So dass sich der Kirchenvorstand ausführlich dazu äußern wollte. Leider wird in dieser Äußerung kein sachliches Argument für seine Position vorgebracht, sondern lediglich versucht die eigene Schuld auf andere zu verlagern“.

Ausgangspunkt der Entgleisung des Kirchenvorstands war eine Äußerung von Saß im Rahmen der Haushaltsdebatte, zu einem Antrag, die städtischen Zuschüsse an die evangelische Kirche für die Sanierung der Kirchenmauer an der Braugasse über den vereinbarten Betrag hinaus zu erhöhen, welchen Saß mit dem Argument ablehnte, dass die Kirche sich frühzeitiger um die Instandhaltung Ihrer Immobilie hätte kümmern müssen und damit zumindest dazu beigetragen hat, dass die Braugasse über ein Jahr gesperrt werden musste. Die Mehrheit der Stadtverordneten hat einer Erhöhung der bereits durch die Stadt Gelnhausen zur Verfügung gestellten Mittel an die Kirche nicht zugestimmt.

„Die christlichen Kirchen gehören zu den größten Immobilienbesitzern Deutschlands. Wie man dann die Verantwortung für seine Immobilien auf die jahrhundertealte bauliche Substanz, den Denkmalschutz und schlussendlich noch die Stadt Gelnhausen schieben will, ist allein deshalb unverständlich, weil auch keine temporären Sicherungsmaßnahmen, die zu einer schnellen Wiederöffnung der Braugasse für den Verkehr geführt hätten, angeboten wurden. Es sollte bei einem so großen Immobilienbesitzer doch genügend Sachverstand vorhanden sein, Sanierungsbedarfe frühzeitig zu erkennen und anzugehen,“ entgegnete Saß, der selbst Eigentümer eines Einzelkulturdenkmals ist.

„Die unwirsche Behauptung des Kirchenvorstands, ich sei unwissend über die Hintergründe, die zur Notwendigkeit der aufwändigen Sanierungsmaßnahme an der Mauer geführt haben, ist ein schlechter Versuch über das eigene verspätetet Handeln hinwegzutäuschen. Schließlich ist die jüngste Verschlechterung des Zustands der Mauer auf dem Grundstück der Kirche entstanden. Denn ein wesentlicher Grund für den Schaden ist das Wurzelwerk eines Baumes auf dem Kirchengelände,“ stellt Saß klar.

Abschließend sieht Saß sich durch die Äußerungen des Kirchenvorstands bestätigt, sieht persönliche Grenzen der Menschlichkeit überschritten und fordert den Kirchenvorstand auf: „Eine Entschuldigung für den unangebrachten Ton, in Richtung der eigenen Kirchengemeinde, wäre angebracht. Dieser entgleisende Ton ist sicher nicht im Sinne der Kirche gewählt worden. Für einen Austausch in der Sache stand und stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung. Meine Kontaktdaten sind der Kirchengemeinde schließlich gut bekannt.“


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