Nur wenn von dort ein positives Signal kommt, wären die Gehälter der 300 Mitarbeiter zumindest für drei Monate gesichert.
Mit den fehlenden finanziellen Mittel für die Bezahlung der Angestellten dürfte damit jetzt auch der Hauptgrund bekannt sein, warum das Unternehmen am vergangenen Mittwoch den Insolvenzantrag beim Amtsgericht Hanau gestellt hat. Gestern und heute finden an den fünf JOH-Standorten Gelnhausen, Friedberg, Saalfeld, Gotha und Zwickau weitere Informationsgespräche mit den Mitarbeitern statt, um sie über die aktuelle Situation aufzuklären. Klarheit wird es bis spätestens Ende Juni geben: Bis dahin sollen erste Sanierungsvorschläge für das Unternehmen auf dem Tisch liegen.
„Die Beschäftigten wollen natürlich wissen, was mit ihrem Geld ist“, hofft Nuvoloni, dass eine baldige Gehaltszahlung zumindest vorläufig für Ruhe in der Belegschaft sorgt. Eine Fortführung der Geschäfte an den fünf Standorten sei für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens unabdingbar. Dennoch bleibt nicht viel Zeit, um nach Lösungskonzepten zu suchen: Zwar wäre bei einer Zustimmung durch die Arbeitsagentur das Kaufhaus JOH zumindest bis einschließlich Juni von den Gehaltszahlungen entlastet, allerdings muss bis dahin auch klar sein, welche Kostenfaktoren für eine Fortführung des Unternehmens reduziert werden können und müssen. „Es ist der falsche Zeitpunkt, über Personaleinsparungen zu spekulieren“, werden laut Nuvoloni jetzt besonders intensiv die Bereiche überprüft, in denen die Ausgaben die Einnahmen überschritten haben.
Wichtig sei daher auch die Fortführung der Zusammenarbeit mit den Lieferanten. Dass es auch da Zahlungsrückstände gibt, wollte Nuvoloni nicht bestätigen, allerdings hätten auch die Lieferanten grundsätzlich ein Interesse am Weiterbestand ihrer Aufkäufer und seien daher erfahrungsgemäß kompromissbereit. Geklärt werden müsse zudem, ob und welche Standorte zur Schieflage des Unternehmens beigetragen hätten. „Teilweise hat der Umsatz stagniert oder war rückläufig“, könne allerdings erst in ein paar Wochen gesagt werden, was die genauen Gründe für die fehlenden Einnahmen seien.
Die vorläufige Insolvenzverwalterin Julia Kappel-Gnirs war auch gestern wieder den ganzen Tag am Stammsitz in Gelnhausen und hat unter anderem an Mitarbeitergesprächen teilgenommen. Zudem ist sie jetzt auch in die Geschäftsvorgänge der Warenhäuser involviert, zur Zeit allerdings noch gleichberechtigt mit der Geschäftsführung. Beide Seiten müssen zustimmen, falls beispielsweise neue Ware bestellt werden soll. Wird sie nach drei Monaten zur endgültigen Insolvenzverwalterin, übernimmt sie in alleiniger Verantwortung alle Geschäftsvorgänge des Kaufhauses JOH.
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