Jagdpacht: SPD verwundert über Äußerungen von CDU-Chef Litzinger

Gelnhausen
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„Wir sind, gelinde gesagt, verwundert über die jüngsten Äußerungen der CDU Gelnhausen“, melden sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Rudi Michl und die Ortsvereinsvorsitzende Susanne Turlach nach der jüngsten Äußerung von Christian Litzinger (wir berichteten) zu Wort.

So versuche die CDU den Eindruck zu erwecken, dass die Probleme durch die Überpopulation der Wildschweine erst im vergangenen Jahr aufgetreten seien, inzwischen vom Magistrat und den bisherigen Jagdpächtern gelöst worden wären und es keine weiteren Probleme gebe. Das ist aber nicht so, denn die Probleme haben sich über mehrere Jahre durch einen unzureichenden Abschuss aufgebaut, so dass die Organisation der Jagdausübung auf den städtischen Flächen grundsätzlich überprüft werden muss. Zudem werde der Eindruck erweckt, dass sich der politische Streit allein an der Frage entzündet habe, ob die Jagd in Gelnhausen weiterhin im Rahmen einer Jagdgenossenschaft organisiert werden oder die Stadt als größter Flächeneigentümer mit ihrer Fläche künftig eine Eigenjagd betreiben soll. Das ist eine unzulässige Verkürzung, denn es geht um die grundsätzliche Entscheidung, wie die Wildpopulation und die zunehmenden Verbissschäden im städtischen Wald sinnvoll eingedämmt werden können. Dies ist eine grundsätzliche Entscheidung, die nur von den politischen Gremien der Stadt Gelnhausen getroffen werden kann. Alles das müsste Christian Litzinger in seiner Funktion als Vorsitzender des im April 2022 gebildeten Akteneinsichtsausschusses ‚Jagd im Gelnhäuser Stadtwald‘ bekannt sein, wundern sich die Sozialdemokraten. Verwunderlich sei außerdem, dass man sich anfangs im Akteneinsichtsausschuss einig gewesen sei, noch vor den Sommerferien zum Abschluss kommen zu wollen, nun aber die Arbeit ins Stocken geraten ist und weitere Termin vom Vorsitzenden Christian Litzinger nicht angesetzt werden.

Als besonders bemerkenswert bezeichnen die Sozialdemokraten die Bemerkung Christian Litzingers, dass es ‚anderen‘ darum ginge, die Jagd einzig und allein einem Interessenten zu verpachten, der bisher nicht die Pacht innehatte. Wer diese ‚anderen‘ sein sollen, lässt er jedoch offen. Dass die CDU nun öffentlich erklärt hat, dass bei der Neuvergabe der Jagdpacht bestimmte Personen nicht bevorzugen werden sollen, ist hingegen zu begrüßen. „Weder die Eigenschaft, dass jemand bisher die Jagd ausgeübt hat, noch die Eigenschaft, die Jagd bisher nicht in Gelnhausen betrieben zu haben, darf ausschlaggebend sein“, stellen die Sozialdemokraten fest. Von allen Bewerberinnen und Bewerbern sei zu verlangen, dass sie nachvollziehbar darlegen, wie sie die Jagd auszuüben beabsichtigen und mit welchen Maßnahmen sie weitere Schäden im Stadtgebiet und im Wald verhindern wollen. Dabei müssen sich die bisherigen Jagdpächter jedoch auch die Frage gefallen lassen, wie es zu der Überpopulation bei den Wildschweinen und den Schäden im Wald kommen konnte und warum sie nicht frühzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen haben.

Allerdings sei es naiv, sich eine Entscheidung durch die Jagdgenossenschaft ohne politische Einflussnahme zu wünschen. „Nicht nach diesem Durcheinander der letzten Zeit und nicht nach diesen inzwischen offen zutage getretenen Problemen“, stellen die Sozialdemokraten dazu fest. „Es ist unsere Aufgabe als Stadtverordnete, als Mitglieder des Magistrats und als Mitglieder des Ortsbeirats, die Interessen der Bevölkerung insgesamt zu vertreten und genau deshalb gehört die Entscheidung darüber, wie es mit der Jagd in Gelnhausen und ganz besonders mit den städtischen Flächen weitergeht, in die Beratungs- und Entscheidungszuständigkeit der städtischen Gremien.“

Ob es im Interesse aller Parteien und der von ihnen vertretenen Bürgerinnen und Bürger sei, die Entscheidung in die Hände der Jagdgenossen zu legen, müsse in den städtischen Gremien entschieden werden. Die Sozialdemokraten wollen dabei nicht ausschließen, dass die städtischen Interessen sich von den Interessen der Privateigentümer unterscheiden. Bei einem Verbleib des städtischen Waldes in der Jagdgenossenschaft, was derzeit nach Ansicht der Sozialdemokraten keinesfalls entschieden ist, sei es deshalb nicht ohne Bedeutung, in welchen Strukturen künftig gearbeitet werden soll und wer die Funktion des Jagdvorstehers bzw. der Jagdvorsteherin ausüben wolle. An den Jagdvorsteher oder die Jagdvorsteherin hat die SPD die klare Erwartung, dass die aufgetretenen Probleme dauerhaft im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger gelöst werden und Transparenz über die Abläufe in und Entscheidungen der Jagdgenossenschaft dauerhaft hergestellt wird.

„Wir widersprechen ausdrücklich der von Christian Litzinger im Namen der CDU Gelnhausen vertretenen Ansicht, dass die Jagd nicht in die Zuständigkeit der städtischen Gremien fällt, denn die städtischen Flächen gehören allen Bürgerinnen und Bürgern, deren gewählte Vertreterinnen und Vertreter die Stadtverordneten sind“, stellen Rudi Michl und Susanne Turlach abschließend klar.


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