Fast alle Lieferanten haben sich bereit erklärt, dass Kaufhaus JOH trotz des Insolvenzantrages weiterhin zu beliefern.
Fast alle Lieferanten haben sich bereit erklärt, dass Kaufhaus JOH trotz des Insolvenzantrages weiterhin zu beliefern.
„Ein ganz wichtiges Signal, um den laufenden Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu können“, erklärte Pietro Nuvoloni, Sprecher der Insolvenzverwalterin Julia Kappel-Gnirs. Zusammen mit der Geschäftsführung habe die Rechtsanwältin in den vergangenen Tagen mit den zirka 50 Lieferanten gesprochen und sich dabei nur eine Absage eingehandelt, die allerdings verschmerzt werden könne.
Bezahlt werden die Lieferanten aus den laufenden Einnahmen, die weiterhin für das operative Geschäft verwendet werden dürfen. „Das sorgt erst einmal für Ruhe und Beständigkeit im Unternehmen“, werde sich laut Nuvoloni jetzt auf die Analyse der aktuellen Kostenstrukturen konzentriert. Und die werde für jeden einzelnen Standort einzelnen gemacht. „Es gibt in Gelnhausen und Friedberg, aber auch in Gotha, Saalfeld und Zwickau jeweils andere regionale Strukturen, die berücksichtigt werden müssen“, sei allerdings weiterhin nicht absehbar, welche Maßnahmen zur Sanierung des Unternehmens notwendig seien.
Mit Erleichterung haben laut Nuvoloni die 302 Mitarbeiter darauf reagiert, dass das noch ausstehende April-Gehalt in Kürze ausbezahlt wird. Vermutlich am Dienstag nach Pfingsten wird das Geld überwiesen. Die Agentur für Arbeit aus Hanau hatte dafür in dieser Woche ihre Zustimmung erteilt. „Wir gehen davon aus, dass auch die Monate Mai und Juni durch das vorläufige Insolvenzgeld abgesichert werden“, müsse dies allerdings jeweils neu beantragt werden. In Abstimmung mit dem Betriebsrat sei zu dem eine Vereinbarung getroffen worden, nach dem Mitarbeiter, die durch das ausbleibende April-Gehalt in finanzielle Probleme gekommen sind, eine Bescheinigung erhalten, mit der sie ihrer Hausbank die bevorstehende Auszahlung ihres Arbeitseinkommens nachweisen können.
Nuvoloni bestätigte auch, dass sich die Bürgermeister der fünf betroffenen Städte inzwischen in das Insolvenzverfahren eingeschaltet haben. „Noch in dieser Woche soll ein Gespräch zwischen Geschäftsführung, Insolvenzverwalterin und Vertretern der Kommunen stattfinden“, wollte er über mögliche Resultate einer derartigen Gesprächsrunde allerdings nicht spekulieren. Klar ist: Bis Ende Juni muss feststehen, wie es mit dem Unternehmen Kaufhaus JOH weitergeht. „Ab dem 1. Juli müssen die Gehälter wieder vom Unternehmen getragen werden können“, wollte Nuvoloni einen gewissen Zeitdruck daher nicht abstreiten.
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