Wildschwein-Plage in Gelnhausen: "Brisante Informationen"

Gelnhausen
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"Nach den letzten ausführlichen Berichten über die Wildschweinplage und Jagd in Gelnhausen sind erneut brisante Informationen ans Tageslicht getreten", positioniert sich die Fraktion "Gelnhausen nachhaltig" (GG), bestehend aus Victoria Schmidt und Uwe Leinhaas, entsprechend. Der Fraktion liegt demnach das Protokoll der Jagdgenossenschaftsversammlung von 2010 vor, in der damals die Jagd an die bisher letzten Pächter erstmals vergeben wurde. Dabei fehle ein transparentes Auswahlverfahren vollkommen, da nachweislich nicht öffentlich ausgeschrieben worden sei.

"In der Stadtverordnetensitzung am 15.09.2021 äußerte sich der Stadtverordnetenvorsteher Dr. Peter Tauber (CDU), er befinde sich bereits in Gesprächen mit dem Bürgermeister. Wie es in der Berichterstattung damals hieß: 'Aus seiner Sicht wäre es wichtig, die Jagdpacht künftig nicht mehr monatlich zu verlängern, sondern die Verantwortlichen mit Planungssicherheit auszustatten.' In der Magistratssitzung am 28.09.2021 war der Leiter der Unteren Jagdbehörde, Mario Rützel, anwesend und hat dort, wie aus den Protokollen ersichtlich, einseitig beraten. Aussagen aus der Sitzung mussten nachträglich im Protokoll markiert werden, da nach Überprüfungen juristische Unstimmigkeiten aufgetaucht sind. Herr Rützel wusste, dass es mehrere Bewerber gab, hat jedoch dem Magistrat nur die ehemaligen Jagdpächter als 'zentrale Ansprechpartner' empfohlen. Der GG-Fraktion wurde die Information zugetragen, dass zu internen CDU-Treffen von Magistratsmitgliedern Christian Letmathe, damals noch kein Stadtrat, von Dr. Peter Tauber entsendet wurde, um gezielte Falschinformationen gegen neue Bewerber zu verbreiten. Der Magistrat hat zum wiederholten Male, vermutlich rechtswidrig, eine Abtretung des Gelnhäuser Stadtwaldes vorab an die noch zu konstituierende Jagdgenossenschaft beschlossen. Somit wird unentgeltlich etwa 70 Prozent des Gelnhäuser Waldes an eine noch nicht existente Einrichtung abgetreten, wobei jegliches Mitspracherecht für die kommenden zehn Jahre verloren geht. Für den Zeitraum können Kosten von circa über 200.000 Euro für die Stadt entstehen, welche für Wildschäden aufkommen muss. Das Werk von verwüsteten Wegen der Überpopulation muss vom Bauhof beseitigt werden, wofür alle Gelnhäuser Steuerzahler aufkommen", so Schmidt und Leinhaas in einer Pressemitteilung.

Hinzukommend habe die Kirche im Stadtwald erhebliche Flächen und die Abtretung zum jetzigen Zeitpunkt könnte für die Kirche einen erheblichen finanziellen Schaden darstellen, welchen sie selbst als betroffene tragen müsse, dagegen habe die GG-Fraktion bereits eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Kommunalaufsicht eingereicht. Von der GG-Fraktion wird eine „Eigenjagd“ favorisiert, indem die Jagderlaubnis für kürzere Zeitspannen vergeben werden kann und die Stadt für die betroffenen Bürger ein Mitspracherecht bei der Jägerauswahl hat.

"Aus einem Rechtsgutachten, welches dem Magistrat vorliegt, geht die 'Eigenjagd' als Empfehlung hervor. In den vergangenen Jahren wurden zwei städtische Mitarbeiter weitergebildet und haben einen Jagdschein erhalten. Dies wurde von städtischer Seite angeschoben, da es für die Bekämpfung des jahrelang auftretenden Wildschweinproblems sinnvoll erscheint, um den Klagen der Bewohner nachzugehen. Bald jährt sich die Übergabe der Unterschriftenliste, welche über 100 Bürger unterzeichnetet haben. Der Appell war klar - sie wollen neue Jäger und eine Lösung des Problems. Doch kurz vorher wurde bereits eine weitere Unterschriftenliste, welche von 17 Familien unterzeichnet wurde, eingereicht. Was mit dieser 'ersten' Liste geschehen ist, konnte lange nicht nachvollzogen werden und Bürger kontaktierten die GG-Fraktion. Diese Liste wurde am 8. August 2021 an den Bürgermeister eingereicht, am 12. August 2021 erhielten die Unterzeichnenden eine Antwort von Dr. Peter Tauber. Die Liste sowie Beschwerden sind dem Magistrat nicht weitergeleitet worden, sodass die Mitglieder nicht in der Lage sind, eine objektive Beurteilung zu fällen. Im Schreiben werden von Dr. Peter Tauber Lösungsansätze präsentiert, wie 'Entscheidungen zugunsten des bisherigen Jagdpächters, der das Revier gut kennt und es mit viel Herzblut ordentlich bejagt hat. Anderes lautende Behauptungen entsprechen nicht der Wahrheit.' Dr. Peter Tauber hat seinen Nachbarn, den ehemaligen Jagdpächter Stephan Reis, mehrfach lobend erwähnt und verteidigt", sei der erste Antrag von Uwe Leinhaas, damals Grüne-Fraktion, über die afrikanische Schweinepest in der Stadtverordnetenversammlung vom 07.07.2021 der politische Startschuss für die Thematisierung der Wildschweinplage und Neuvergabe des Jagdrechts gewesen.

Die Empfehlungen von Dr. Peter Tauber hätten sich nicht bewährt, da die Wildschweine nach wie vor auftreten würden: "Bei einer groß angelegten Drückjagd, welche als Maßnahme favorisiert wurde, sind drei Wildschweine erlegt worden. Derart kurzfristig Lösungsansätze sind offensichtlich erfolglos und hier nicht angebracht. Wir als GG-Fraktion hoffen abschließend, dass der ehemalige Fraktionsvorsitzende der CDU und jetzige erste Stadtrat Volker Rode, das neue plötzliche Auftreten der Wildschweine nicht wieder wie im Dezember 2005 als 'Asylanten' betitelt."


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