Kaufhaus Joh: Ziel ist die Übernahme durch Investor

Gelnhausen

Die Suche nach einem Investor für das Kaufhaus JOH läuft auf Hochtouren. Vier Wochen nach der Insolvenzanmeldung am 8. Mai hat sich laut Pietro Nuvoloni, Sprecher der vorläufigen Insolvenzverwalterin Julia Kappel-Gnirs, der Geschäftsbetrieb stabilisiert, so dass jetzt in Ruhe an einem Rettungsplan gearbeitet kann.

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Wie dieser aussehen könnte, ist allerdings weiterhin ungewiss. „Das Ziel ist die Übernahme durch einen Investor“, erklärt Nuvoloni und macht damit schon einmal klar, dass trotz angekündigter Sparmaßnahmen „frisches Geld“ von außen notwendig ist, damit das Kaufhaus JOH mit seinem fünf Standorten in Gelnhausen, Friedberg, Zwickau, Saalfeld und Gotha weiter bestehen kann. Auf die Investorensuche spezialisierte Unternehmen mit guten Kontakten in verschiedene Branchen wurden jetzt damit beauftragt, mögliche Interessenten anzusprechen und ihnen den Einstieg schmackhaft zu machen.

Gebildet wurde unterdessen ein vorläufiger Gläubigerausschuss, dem Vertreter des Gesamtbetriebsrates, des Einkaufsverbundes, der Kreditinstitute, der Kreditversicherungen und der Kleinlieferanten angehören. Ob auch die Kommunen, wie unter anderem vom Gelnhäuser Bürgermeister Thorsten Stolz gefordert, einen Platz in diesem Ausschuss bekommen, wird laut Nuvoloni derzeit geprüft.

Was bereits jetzt deutlich zu spüren sei: Die Kunden halten dem Kaufhaus JOH weiterhin die Treue. „Es gibt keine Umsatz-Einbußen seit der Insolvenzanmeldung“, sei dies allerdings auch dringend notwendig, um das Unternehmen zu retten. „Nur wenn die Kunden mitziehen, kann uns das gelingen“, ist es laut Nuvoloni allerdings noch zu früh, über die anstehenden Sparmaßnahmen zu reden. Diskutiert wird über Einsparungen beim Personal, eine Umstrukturierung beim Warenangebot und natürlich auch die Wirtschaftlichkeit jedes einzelnen Standortes.

Genauso wichtig wie der Zuspruch der Kunden sei daher auch der fortwährende Einsatz der Mitarbeiter. „Es liegt keine einzige durch die Insolvenz begründete Krankmeldung vor“, ist dies laut Nuvoloni, der zahlreiche Insolvenzverwalter in Deutschland bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, ebenfalls ein sehr gutes Zeichen. Die Loyalität der 302 Beschäftigten spiegele sich auch in der Stimmung im Unternehmen wieder.

Dazu beigetragen habe allerdings auch die Tatsache, dass durch die Zahlung des vorläufigen Insolvenzgeldes die Gehälter bis einschließlich Juni gesichert seien. Für das Unternehmen sei dies auch eine Art Verschnaufpause, da die Löhne nicht aus der eigenen Kasse getragen werden müssten. Ab dem 1. Juli wird das aber wieder anders sein – und dann werden auch die Sanierungsmaßnahmen umgesetzt werden müssen. „Wir wollen nicht, dass das Unternehmen in sechs oder neun Monaten erneut Insolvenz anmelden muss“, lässt Nuvoloni durchblicken, dass erhebliche Einschnitte zu erwarten sind. Über die Schließung von Standorten will er jedoch nicht spekulieren. „Davon würde ich nicht ausgehen“, beantwortet er die Frage, ob damit zu rechnen sei, dass eines der Kaufhäuser am 1. Juli seine Türen nicht mehr öffnen wird.


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