Auf Grund der Wetterlage Ende Mai/Anfang Juni kam es zu großflächigen Überschwemmungen im Süden und Südosten der Bundesrepublik Deutschland.

Der Weitverkehrstrupp des Ortsverbandes Gelnhausen wurde zur Unterstützung der lokalen Bedarfsträger bei der Bewältigung der Hochwasserlage nach Dresden-Heidenau alarmiert.
Der Weitverkehrstrupp gehört zur THW Fachgruppe Führung und Kommunikation, ist aber im gesamten Bundesgebiet nur fünf Mal vorhanden. Neben Gelnhausen gibt es noch die Standorte Balingen, Hamburg-Harburg, Lehrte und Potsdam. Das primäre Einsatzfahrzeug des Trupps ist ein LKW, der die Funktion eines mobilen Antennenträges erfüllt, der so genannte Mastkraftwagen. Aufgelastet ist ein hydraulischer Mast, der mit beliebiger Funktechnik bestückt und auf 40 Meter Höhe ausgefahren werden kann. Weiterhin hat der Weitverkehrstrupp die Möglichkeit, Telekommunikationsanschlüsse über mehrere Kilometer Entfernung per Richtfunk zu verlängern und den Einsatzkräften vor Ort über eine DECT-Anbindung Telefonie und Internet zur Verfügung zu stellen, was im Schadensfall für die Führung sehr wichtig ist.
Die Alarmierung erfolgte am 05.06.2013. Der Trupp bestand aus insgesamt sechs Einsatzkräften, davon ein Truppführer, ein Fachberater sowie zwei Maschinisten und setzte sich umgehend in Richtung Dresden in Bewegung. Dort angekommen war aber nicht, wie vermutet, die erste Aufgabe sofort den Mastkraftwagen inklusive Antennentechnik in den Einsatz zu bringen, sondern vielmehr unterstützte der Weitverkehrstrupp zu Beginn die Kammeraden aus dem Ortsverband Riesa in Führungsaufgaben. Diese mussten ihrer Unterkunft wegen des Hochwassers aufgeben und in eine Behelfsunterkunft in der Gemeinde Nünchritz umziehen. Weitere Unterstützung erhielten wir dabei von den Kameraden aus dem Ortsverband Apolda.
Um die Schadenslage vor Ort bewältigen zu können, wurden weitere THW Kräfte (Fachgruppen Wassergefahren, Wasserschaden/Pumpen, Beleuchtung, Räumen, Elektroversorgung, etc.) angefordert. Da die Behelfsunterkunft in Nünchritz diese Lage nicht mehr bewältigt hätte, wurde ein Bereitstellungsraum erkundet. Der geeignete Ort dafür wurde im Sportgelände des SV Röderau-Bobersen e.V. in der Gemeinde Zeithain gefunden. Die Kommune stellte das dortige Gelände und die angegliederte Mehrzweckhalle den Einsatzkräften zur Verfügung.
Der Umzug in den neuen Bereitstellungsraum wurde in noch nicht einmal 24 Stunden vollzogen. Dort übernahm die Fachgruppe Führung- und Kommunikation des befreundeten Ortsverbandes aus Bad Homburg, unterstützt mit Kräften aus Gießen und Mainz, die THW Führungsstruktur. Der Weitverkehrstrupp Gelnhausen sorge im Bereitstellungsraum für eine Funkausleuchtung über den Mastkraftwagen und stelle Telefonie über eine DECT-Versorgung vereinzelten Fachgruppen zur Verfügung. Weiterhin entsendete der Ortsverband Gelnhausen einen Fachberater an die Technische Einsatzleitung nach Meißen. Die gesamte Infrastruktur des Bereitstellungsraumes leistete der Nachbarortsverband aus Bad Orb. Die Logistik Verpflegung und Materialerhaltung leisteten die Ortsverbände aus Groß-Umstadt und Michelstadt. Insgesamt befanden sich zum Höchstzeitpunkt über 230 Einsatzkräfte mit über 50 Fahrzeugen des Technischen Hilfswerks aus den Bundesländern Sachsen, Thüringen, Baden Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen vor Ort.
Die Hauptaufgabe der Einsatzkräfte vor Ort war das Freipumpen der Bundesstraße 169, um die Hauptverkehrsstraße nach Riesa wieder frei zu bekommen. Das Absichern der ortsansässigen Kläranlage sowie eines großen Milchkuhbetriebes. Weiterhin wurde die Bevölkerung unterstützt beim Auspumpen der Häuser. Am Ende der vergangen Woche wurden die Einsatzkräfte des Ortsverbandes Gelnhausen durch den Weitverkehrstrupp Potsdam abgelöst und konnten zu Ihren Familien in die Heimat zurückkehren.
Ein besonderes Erlebnis hatten zwei Einsatzkräfte des Ortsverbandes, das Ehepaar feierte im Einsatzgebiet ihren 10-jährigen Hochzeitstag. Der Ortsverband Gelnhausen möchte sich bei den folgenden Arbeitgebern bedanken, die es erst ermöglicht haben, dass die Einsatzkräfte aus Gelnhausen vor Ort in den Krisengebieten helfen konnten: Dekanat des Fachbereichs Medizin der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Gemeinde Freigericht, Industriepark Wolfgang GmbH / Evonik Industries, Medienreich GmbH und Telefónica Germany GmbH & Co OHG.
Wer sich über die Arbeit des Technischen Hilfswerks vor Ort Informieren möchte oder aktiv mitarbeiten möchte ist im Ortsverband Gelnhausen herzlich willkommen.
Foto: Der Mastkraftwagen des Ortsverbandes Gelnhausen im Bereitstellungsraum in Zeithain.
Foto: Die Ortsdurchfahrt der Gemeinde Nünchritz.
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